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Bewerbung in Österreich: was für Führungskräfte anders ist

Aktualisiert am 1. Oktober 2026 · 15 Min. Lesezeit · Professionell Bewerben

Bewerben in Österreich: Kaffeehaustisch am hohen Fenster mit Kaffee und Wasserglas auf einem Silbertablett, daneben Mappe und Füller

Kurz zusammengefasst

Bewerbungsunterlagen für Österreich sehen aus wie deutsche und folgen an einigen Stellen anderen Regeln. Der Beitrag zeigt, wie Sie akademische Grade wie Mag., Dipl.-Ing. und Dr. führen, was das Mindestentgelt im Stelleninserat für Ihre Gehaltsvorstellung bedeutet und was ein All-in-Vertrag regelt.

Inhaltsverzeichnis
  1. Bewerbung als Führungskraft in Österreich und der Unterschied zu Deutschland
  2. Akademische Titel in Österreich: Mag., Dipl.-Ing., DI, Dr. und Ing. richtig führen
  3. Was im österreichischen Lebenslauf oben steht und was in die Beilagen gehört
  4. Bewerbungsschreiben, Anschreiben und Motivationsschreiben in Österreich
  5. Was das Mindestentgelt im Stelleninserat für Ihre Gehaltsvorstellungen bedeutet
  6. Probezeit, Kündigungsfristen und All-in-Gehalt im österreichischen Dienstvertrag
  7. Wie Sie bei der Jobsuche in Österreich Personalberater und Headhunter finden und was LinkedIn dabei verrät
  8. Das Bewerbungsgespräch in Österreich und vier Fragen an Bewerber aus Deutschland
  9. Arbeiten in Österreich als Deutscher: was Sie nach dem Umzug anmelden
  10. Checkliste: die deutschen Bewerbungsunterlagen für Österreich umstellen

Bewerbung als Führungskraft in Österreich und der Unterschied zu Deutschland

Die kurze Antwort: Eine Bewerbung unterscheidet sich in Österreich von der in Deutschland weniger in der Form der Bewerbungsunterlagen als in den Regeln dahinter. Bei einer Bewerbung in Deutschland steht ein Diplom- oder Magistergrad selten im Briefkopf. Nach unserer Erfahrung erkennt ein Personalberater in Wien daran die unveränderte Vorlage.

Wenn Sie sich als Bereichsleiter, Geschäftsführer oder Mitglied der Geschäftsleitung aus Deutschland heraus um einen Job in Österreich bemühen, tun Sie das meist aus ungekündigter Stellung. Die Sprache ist dieselbe, die Unterlagen heißen fast gleich, und viele Kandidaten senden deshalb ihre deutschen Unterlagen unverändert.

PunktDeutschlandÖsterreich
Akademischer GradDiplom- und Magistergrade nur im Lebenslauf, der Doktor auch im Briefkopf und vor dem Namen des Empfängersalle Grade im Briefkopf, im Kopf des Lebenslaufs, in der Signatur und vor dem Namen des Empfängers
Fotofreiwillig, rückläufigfreiwillig, vom Amtsportal empfohlen
SchreibenAnschreiben, manchmal ein zweites Schreiben dazuBewerbungsschreiben, ein Dokument auf einer Seite
Gehalt im Inseratselten genanntMindestentgelt nach Kollektivvertrag ist Pflicht, oft mit „Bereitschaft zur Überzahlung“
Probezeitbis zu sechs Monatehöchstens ein Monat
Kündigungsfrist des Unternehmensvier Wochen bis sieben Monate nach Betriebszugehörigkeitsechs Wochen bis fünf Monate nach Dienstjahren, zum Quartalsende
SonderzahlungenVertragssacheUrlaubs- und Weihnachtsgeld nach Kollektivvertrag, das Jahresbrutto in 14 Teilen
Anmeldung nach dem UmzugWohnsitz binnen zwei WochenWohnsitz binnen drei Tagen, Aufenthalt binnen vier Monaten

Erwägen Sie auch die Schweiz, finden Sie im Beitrag zur Bewerbung in der Schweiz denselben Aufbau mit anderen Regeln. Dort fordern Sie die Ansprache mit Titel nicht ein, in Österreich führen Sie den Grad selbst und beim Empfänger.

Akademische Titel in Österreich: Mag., Dipl.-Ing., DI, Dr. und Ing. richtig führen

Kurz: Den akademischen Grad zu führen ist in Österreich ein Recht und keine Pflicht. Geführt wird er trotzdem verbreitet, im Briefkopf, in der Signatur und vor dem Namen des Empfängers. Für Kandidaten aus Deutschland heißt das, den eigenen Grad in der Form der Urkunde zu führen und den des Empfängers aus dessen Signatur zu übernehmen.

Diplomgrade und Doktorgrade stehen vor dem Namen, Bachelor, Master, PhD und MBA dahinter, etwa „Dr. techn. Hans Müller, BA MA“, so die Regeln des Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung. „Mag.“ kürzt den Magistergrad ab, „Dipl.-Ing.“ und „DI“ bezeichnen denselben Diplomgrad. Diplomgrad und Doktorgrad stehen nebeneinander vor dem Namen (etwa „Mag. Dr. Peter Mayer“). Ausländische Grade dürfen nach denselben Grundsätzen geführt werden, wenn die verleihende Einrichtung als Universität oder Hochschule anerkannt ist. „Dipl.-Kfm.“ und „Dr. rer. pol.“ stehen deshalb vor dem Namen, „M.Sc.“ dahinter. Eine Umschreibung in einen österreichischen Grad gibt es nicht.

„Ing.“ ist kein akademischer Grad

Das „Ing.“ vor dem Namen eines Technik- oder Produktionsleiters stammt aus dem Ingenieurgesetz 2017. Die Qualifikationsbezeichnung erhält, wer eine höhere technische Erstausbildung, meist an einer HTL, und mehrjährige Berufspraxis nachweist und ein Fachgespräch bei einer Zertifizierungsstelle besteht. Das Gesetz stuft sie auf Niveau 6 des Nationalen Qualifikationsrahmens ein, dieselbe Stufe wie der Bachelor. Deutsche Leser können das „Ing.“ für einen Hochschulgrad halten. Im Schreiben behandeln Sie es wie einen: „Sehr geehrter Herr Ing. Berger“.

Die persönliche Anrede im Bewerbungsschreiben

„Sehr geehrte Frau Mag. Huber“ und „Sehr geehrter Herr Dipl.-Ing. Berger“ sind im Brief üblich, und der Doktor wird auch im persönlichen Gespräch genannt, wie stepstone.at die Praxis beschreibt. Belege dafür, dass ein fehlender Grad schadet, gibt es nicht. Nach unserer Einschätzung liest ein potenzieller Arbeitgeber den vorhandenen als Zeichen, dass Sie sich mit dem Haus befasst haben. Ihren eigenen Grad führen Sie im Briefkopf, den das Amtsportal mit „Titel, Name, Wohnadresse“ beschreibt.

Bewerbungsunterlagen für Führungskräfte

Experten-Tipp

Ein Personalberater in Wien liest im Kopf Ihres Lebenslaufs zuerst den Grad und dann die Funktion. Steht dort „Dr. rer. pol.“ und darunter „Bereichsleiter Finanzen, 120 Mitarbeitende, 80 Millionen Euro Umsatz“, hat er nach zwei Zeilen, was er für die Vorauswahl braucht. Steht dort nur der Name, sucht er den Grad im Ausbildungsteil auf Seite drei.

Christina Becker

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Was im österreichischen Lebenslauf oben steht und was in die Beilagen gehört

Kurz: Der Lebenslauf für Österreich folgt dem Aufbau des deutschen. Der Grad rückt nach oben, ein Foto kommt dazu, und ein Zeugnis des heutigen Arbeitgebers fordern Sie dafür nicht eigens an.

Der Werdegang steht auf zwei bis drei Seiten, umgekehrt chronologisch, mit Kontextzeile, Qualifikationen und Erfahrungen und Ergebnissen mit Zahl je Station. Für Österreich brauchen Sie keinen anderen Lebenslauf für Führungskräfte, nur einen anderen Kopf. Im Kopf des Lebenslaufes stehen Grad und Name, darunter Adresse und private Kontaktdaten. Schulische Abschlüsse lassen Sie auf dieser Ebene weg, Soft Skills stehen als Ergebnis darin, nicht als Liste. Der Berater aus dem Tipp findet den Grad nur dann in zwei Zeilen, wenn der Aufbau übersichtlich ist und eine gut lesbare Schriftart den Text trägt. Das Geburtsdatum ist in Österreich nach unserer Einschätzung weiterhin eine übliche Angabe, Familienstand und Staatsangehörigkeit bleiben freiwillig. Beim Foto empfiehlt das Amtsportal oesterreich.gv.at „nach Möglichkeit mit Foto“. Eine Pflicht besteht nicht, und das Gleichbehandlungsgesetz verbietet Benachteiligungen wegen Geschlecht, Alter oder ethnischer Zugehörigkeit, die ein Foto erkennen lässt, wie karriere.at festhält. Auf Führungsebene legen Sie ein Foto nach den Maßstäben des Bewerbungsdesigns für Führungskräfte bei.

Die Anlagen heißen in Österreich Beilagen und enthalten die Arbeitszeugnisse der bisherigen Stationen. Ein österreichisches Dienstzeugnis muss nach dem Angestelltengesetz nur Art und Dauer der Beschäftigung nennen, ein deutsches qualifiziertes Zeugnis mit Leistungs- und Verhaltensbeurteilung fällt daneben ausführlich aus. Prüfen Sie deshalb vor dem Beilegen die Abstufungen der Zeugnissprache, damit kein befriedigendes Zeugnis als gutes durchgeht. Vom heutigen Unternehmen fehlt das Zeugnis zwangsläufig. Ein Zwischenzeugnis eigens dafür anzufordern, wäre selbst ein Wechselsignal, ein vorhandenes legen Sie bei. Arbeitsproben und ein Deckblatt braucht es auf dieser Ebene nicht. Bewerbungsschreiben und Lebenslauf versenden Sie mit den Beilagen als ein PDF im Anhang einer Bewerbung per E-Mail oder über das Portal des Unternehmens, nicht per Post.

Bewerbungsschreiben, Anschreiben und Motivationsschreiben in Österreich

Kurz: Bewerbungsschreiben und Motivationsschreiben meinen in Österreich meist dasselbe Dokument, eine Seite lang, an eine Ansprechperson mit Grad gerichtet.

Das Amtsportal setzt beide Begriffe gleich. Ein zweites Schreiben ist in Österreich unüblich. Das Arbeitsmarktservice empfiehlt eine DIN-A4-Seite mit drei bis vier Absätzen. Was Sie in Deutschland in ein Motivationsschreiben als Führungskraft schreiben würden, gehört in Österreich in dieses eine Dokument.

Aufbau des Bewerbungsschreibens

Die Gliederung eines Anschreibens für eine Führungsposition bleibt dieselbe, vom Betreff mit der ausgeschriebenen Stelle bis zum frühesten Eintrittstermin im Schluss. Der erste Absatz nennt die Funktion und eine belegte Führungsleistung aus Ihren Berufserfahrungen, der Hauptteil zwei bis drei Ergebnisse mit Zahl, die zu den Anforderungen im Inserat passen. Nennt die Stellenausschreibung keine Ansprechperson, erfragen Sie den Namen in der Personalabteilung, denn „Sehr geehrte Damen und Herren“ lesen Personalverantwortliche als Serienbrief. Ein überzeugendes Bewerbungsschreiben für Österreich trägt zusätzlich den Grund für Österreich, weil ein Berater oder Geschäftsführer bei einem Kandidaten aus München oder Hamburg zuerst fragt, ob der Wechsel ernst gemeint ist. Eine frühere Station im Land, Familie in Österreich oder ein Kundenmarkt, den Sie von Deutschland aus schon betreut haben, beantwortet das in einem Satz. „Offen für Neues“ beantwortet es nicht. Der Bezug zum Unternehmen steht in einer Formulierung, die der Leser dort wiedererkennt.

Vertrauliche Bewerbung aus ungekündigter Stellung

Das Schreiben trägt Ihre private Adresse und eine private E-Mail-Adresse, nie die Firmenadresse. Auskunftspersonen für Referenzen in der Bewerbung nennen Sie erst nach einem Gespräch und nach deren Freigabe.

Was das Mindestentgelt im Stelleninserat für Ihre Gehaltsvorstellungen bedeutet

Kurz: Österreichische Stelleninserate nennen ein Mindestentgelt, weil das Gleichbehandlungsgesetz es vorschreibt. Die Zahl ist die Untergrenze der Verhandlung, und Ihre Gehaltsvorstellung gehört ins Schreiben nur, wenn das Inserat sie verlangt.

Der Zusatz „Bereitschaft zur Überzahlung“ unter einem Mindestgehalt aus dem Kollektivvertrag ist die Lesehilfe für ein Stellenangebot auf Führungsebene. Das Inserat muss nach § 9 Abs. 2 GlBG das kollektivvertragliche oder gesetzliche Mindestentgelt nennen und auf eine Bereitschaft zur Überzahlung hinweisen, wenn es sie gibt. Die genannte Zahl liegt bei einer Führungsposition weit unter dem Marktwert der Stelle. Die EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz hätte bis Juni 2026 umgesetzt sein müssen. Ein österreichisches Gesetz dazu gibt es bei Veröffentlichung dieses Beitrags noch nicht.

Als Jahresbrutto mit der Angabe, ob Sie es in 14 Teilen rechnen, formulieren Sie Ihre Gehaltsvorstellung, wenn die Stellenanzeige sie verlangt. Urlaubs- und Weihnachtsgeld stehen in Österreich in den Kollektivverträgen und bei Führungskräften im Dienstvertrag, und sie sind keine Mehrvergütung, sondern eine andere Stückelung desselben Jahresbetrags. Die Sonderzahlungen werden innerhalb des Jahressechstels begünstigt besteuert, 620 Euro bleiben frei, die nächsten 24.380 Euro werden mit 6% besteuert, danach steigen die Sätze bis zum Normaltarif ab rund 83.300 Euro, wie die Wirtschaftskammer mit Stand 01.01.2026 auflistet. Bei einem Führungsgehalt bleibt von diesem Vorteil ein fester Betrag. Der Zuzugsfreibetrag, den mancher Ratgeber Managern verspricht, steht laut Finanzministerium nur Wissenschaftlern und Forschern zu. Verhandelt wird wie in Deutschland in der Gehaltsverhandlung als Führungskraft. Anders ist nur, dass Sie die 14 Teile ausdrücklich mitnennen.

Probezeit, Kündigungsfristen und All-in-Gehalt im österreichischen Dienstvertrag

Kurz: Die Probezeit dauert höchstens einen Monat, die Kündigungsfristen stehen im Angestelltengesetz, der Kollektivvertrag setzt den Rahmen, und ein All-in-Gehalt braucht ein ausgewiesenes Grundgehalt. Der Abschnitt gibt die Rechtslage wieder und ersetzt keine Beratung durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht oder einen Steuerberater.

Deutsche Verträge sehen bis zu sechs Monate Probezeit vor. § 19 AngG erlaubt ein Dienstverhältnis auf Probe nur für einen Monat, in dem es jede Seite jederzeit lösen kann. Danach gelten die Fristen des § 20 AngG. Das Unternehmen kündigt mit sechs Wochen zum Quartalsende, nach dem zweiten Dienstjahr mit zwei Monaten, nach dem fünften mit drei, nach dem fünfzehnten mit vier und nach dem fünfundzwanzigsten mit fünf Monaten. Der Angestellte kündigt mit einem Monat zum Monatsletzten, vertraglich lässt sich diese Frist auf bis zu sechs Monate verlängern. Für den Eintrittstermin zählt allerdings die Frist in Ihrem heutigen deutschen Vertrag. Auf Führungsebene sind das nach unserer Erfahrung sechs Monate zum Quartalsende.

Einen allgemeinen Kündigungsschutz gibt es in Österreich über die Anfechtung nach § 105 ArbVG, nach sechs Monaten Beschäftigung auch wegen Sozialwidrigkeit. Leitende Angestellte mit maßgebendem Einfluss auf die Führung des Betriebs gelten in der Betriebsverfassung jedoch nicht als Arbeitnehmer (§ 36 Abs. 2 Z 3 ArbVG). Wer selbst über Einstellungen und Kündigungen entscheidet, dem steht diese Anfechtung nach unserer Einschätzung nicht offen. Geschäftsführer sind als Organ ohnehin ausgenommen. Wer in dieser Lage ist, verhandelt seinen Schutz im Vertrag, über Frist und Abfindungsregel. Für die Abfertigung zahlt das Unternehmen 1,53% des Entgelts in eine Vorsorgekasse ein. Verfügen können Sie darüber nach Auskunft des Unternehmensserviceportals erst nach drei Einzahlungsjahren und nicht bei Selbstkündigung, verschuldeter Entlassung oder unberechtigtem Austritt.

Der Kollektivvertrag der Branche setzt Mindestgehalt und Sonderzahlungen, für Führungskräfte vereinbaren die Parteien darüber meist ein All-in-Gehalt, das Mehrleistungen pauschal abgilt. Lassen Sie Grundgehalt, abgegoltene Mehrleistungen und Sonderzahlungen im Vertrag getrennt ausweisen, denn ohne ausgewiesenes Grundgehalt haben Sie nach § 2g AVRAG zwingend Anspruch auf das branchen- und ortsübliche Grundgehalt. Die Bezugsgröße für den Bonus bleibt sonst offen. Eine Arbeitszeitregel brauchen Sie im Vertrag selbst, weil die Normalarbeitszeit von 40 Wochenstunden für leitende Angestellte mit maßgeblicher selbständiger Entscheidungsbefugnis nicht gilt (§ 3 und § 1 Abs. 2 Z 8 AZG). Eine Konkurrenzklausel prüfen Sie auf Dauer und Reichweite, denn sie gilt höchstens ein Jahr und nur für den Geschäftszweig des bisherigen Unternehmens (§ 36 AngG).

Wie Sie bei der Jobsuche in Österreich Personalberater und Headhunter finden und was LinkedIn dabei verrät

Kurz: Der Bewerbungsprozess für Führungspositionen läuft auf dem österreichischen Arbeitsmarkt wie anderswo häufig über Personalberater und den verdeckten Stellenmarkt, und beide Wege gehören dazu. Namen von Beratungen nennt dieser Beitrag nicht, der Weg zu ihnen führt über Mandate unter eigenem Namen und die Verzeichnisse der Verbände.

Nach der Austrian Business Agency hatten Anfang 2024 insgesamt 412 internationale Unternehmen ein regionales oder divisionales Headquarters in Österreich, fast die Hälfte in Wien und 133 mit deutscher Muttergesellschaft. Bei diesen Häusern rechnen Sie mit einer englischen Fassung der Unterlagen. Die Mandate der internationalen Beratungen mit Büro in Wien und der österreichischen Häuser finden Sie unter dem Namen der Beratung, Positionen ohne Ausschreibung über den verdeckten Stellenmarkt. Ein Headhunter fragt Sie dort im ersten Gespräch dasselbe wie in Deutschland, nach Standort, Eintritt und Vergütungsrahmen.

Ihr LinkedIn-Profil für Führungskräfte bleibt auf dem Stand Ihrer heutigen Position, weil ein Standort „Wien“ aus ungekündigter Stellung ein Wechselsignal an Ihr Unternehmen ist. Recruiter filtern nach Ort, deshalb hinterlegen Sie Österreich als gewünschten Standort in der Einstellung für Recruiter. Den eigenen Arbeitgeber schließt diese Einstellung nicht sicher aus, weil ein Recruiter im eigenen Haus sie ebenfalls sieht.

Das Bewerbungsgespräch in Österreich und vier Fragen an Bewerber aus Deutschland

Kurz: Vier Fragen kommen bei Kandidaten aus Deutschland hinzu, schon im Telefonat vor der Einladung zum Vorstellungsgespräch: Ziehen Sie um oder pendeln Sie? Wie hoch ist Ihre Gehaltsvorstellung? Wann können Sie anfangen? Warum Österreich? Die Fragen nach Führung, Umbau und Zahlen aus dem Bewerbungsgespräch als Führungskraft kommen dazu. Überzeugen Sie dort mit Ergebnissen, die das Gremium nachprüfen kann.

Umzug oder Pendeln. Davon hängen Wohnsitz, Steuer und Präsenz im Haus ab. Sagbar ist ein Satz wie „Ich ziehe zum Eintritt um, meine Familie folgt zum Schuljahresende“.

Gehaltsvorstellung. Nennen Sie ein Jahresbrutto und sagen Sie dazu, ob 14 Teile, Bonus und Dienstwagen darin enthalten sind. Das Mindestentgelt aus dem Inserat spielt in diesem Gespräch keine Rolle mehr.

Eintrittstermin. Nennen Sie die vertragliche Frist mit Stichtag und Ihre Absicht, nach einem Angebot einen Aufhebungsvertrag mit Freistellung zu verhandeln, ohne einen Termin zuzusagen, den Ihr heutiger Vertrag nicht hergibt.

Warum Österreich. Die Antwort aus dem Schreiben trägt hier ebenso.

Der Umgangston im Vorstellungsgespräch

Über den Ton in österreichischen Gesprächen kursieren viele Regeln, er gelte als weniger direkt als in Deutschland. Belastbare Belege dafür kennen wir nicht. Erfolge mit Zahl belegen Kompetenz und Eignung besser als ein Superlativ. Persönliche Stärken lassen sich mit einem Beispiel hervorheben, mit einer Selbstbeschreibung nicht. Die Rolle Ihres Teams nennen Sie dazu.

Arbeiten in Österreich als Deutscher: was Sie nach dem Umzug anmelden

Kurz: Als EU-Bürger brauchen Sie weder Visum noch Arbeitserlaubnis. Nach dem Umzug melden Sie den Wohnsitz binnen drei Tagen und den Aufenthalt binnen vier Monaten an, die Sozialversicherungsnummer beantragt Ihr Arbeitgeber mit der Anmeldung.

Das Amtsportal nennt für einen versäumten Meldezettel eine Strafe bis 726 Euro, die Frist läuft ab Einzug. Die Frist für die Anmeldebescheinigung bei der Niederlassungsbehörde läuft dagegen ab Einreise, sobald der Aufenthalt drei Monate übersteigt. Die Versicherungsnummer fordert das Unternehmen mit der Anmeldung an, wie die Österreichische Gesundheitskasse für die erste Anstellung in Österreich beschreibt. Die Lohnsteuer führt es ebenfalls ab.

Beim Rentenantrag werden die Versicherungszeiten aus beiden Ländern zusammengerechnet, und jedes Land zahlt seinen Anteil, wie das EU-Portal Ihr Europa erklärt. Was der Umzug nach Österreich für Steuerlast und betriebliche Altersvorsorge bedeutet, klären Sie vor der Zusage mit einem Steuerberater, der beide Länder kennt.

Checkliste: die deutschen Bewerbungsunterlagen für Österreich umstellen

Kurz: Vorhandene deutsche Unterlagen lassen sich für Österreich umstellen. Neu geschrieben wird das Bewerbungsschreiben, weil es den Grund für Österreich und den Eintrittstermin nennt. Die zehn Punkte:

  1. Eigenen Grad in der Form der Urkunde im Kopf des Lebenslaufs, im Briefkopf und in der Signatur führen.
  2. Grad des Empfängers aus Signatur oder Firmenseite übernehmen, „Ing.“ eingeschlossen.
  3. Ein Schreiben auf einer Seite an eine benannte Person, das zweite streichen.
  4. Foto beilegen, Geburtsdatum belassen, Familienstand nach Wahl.
  5. Gehaltsvorstellung nur auf Verlangen, als Jahresbrutto mit Hinweis auf 14 Teile.
  6. Mindestentgelt im Stelleninserat als Untergrenze lesen.
  7. Eintrittstermin aus der deutschen Kündigungsfrist rechnen, Aufhebungsvertrag ansprechen.
  8. Vertragsentwurf vor der Kündigung in Deutschland auf Grundgehalt, Probezeit, Kündigungsfrist und Konkurrenzklausel prüfen lassen.
  9. LinkedIn-Profil unverändert lassen, Standortwunsch nur in der Einstellung für Recruiter.
  10. Nach dem Umzug den Wohnsitz binnen drei Tagen, den Aufenthalt binnen vier Monaten anmelden.

Ein Lebenslauf ohne Ergebnisse je Station wird nicht umgestellt, sondern neu geschrieben. Wir erstellen Bewerbungsunterlagen für Führungskräfte, die sich in Österreich bewerben, und bauen einen vorhandenen Lebenslauf für den Wechsel um. Ablauf und Kosten beschreibt der Beitrag zu den Kosten einer professionell geschriebenen Bewerbung. Das LinkedIn-Profil, das ein Berater in Wien vor dem ersten Anruf aufruft, stellen wir so auf, dass es zu den Unterlagen passt und kein Wechselsignal setzt. Eine Vorbereitung auf das Gespräch und die Vermittlung von Positionen gehören nicht dazu. Am Anfang steht ein vertrauliches Gespräch über Ihre Position und die Stelle, um die es geht.

Christina Becker – Executive Recruiting & LinkedIn-Branding Expertin bei Professionell Bewerben

Von Christina Becker, Executive Recruiting & LinkedIn-Branding Expertin bei Professionell Bewerben – seit 2017 ausschließlich für Führungskräfte und C-Level. Mehr über unsere Bewerbungsexperten

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Häufige Fragen zum Bewerben in Österreich

Was bedeuten Mag. und Dipl.-Ing., und wie spreche ich jemanden damit an?

Mit dem Grad vor dem Namen: „Sehr geehrte Frau Mag. Huber“, „Sehr geehrter Herr DI Berger“ oder „Sehr geehrter Herr Dipl.-Ing. Berger“, bei einem Doktor „Sehr geehrter Herr Dr. Mayer“. Stehen zwei Grade in der Signatur, führen Sie beide in dieser Reihenfolge.

Wie führe ich meinen deutschen akademischen Grad in Österreich?

Ohne Anerkennungsverfahren und ohne Umschreibung. Grade aus der EU, dem EWR und der Schweiz lassen sich außerdem in Reisepass und Führerschein eintragen, für die Bewerbung spielt das keine Rolle.

Ist ein Foto im Lebenslauf in Österreich Pflicht?

Nein. Das Amtsportal empfiehlt es, das Gleichbehandlungsgesetz schützt vor Benachteiligung wegen Geschlecht, Alter oder ethnischer Zugehörigkeit. Nach unserer Erfahrung fragt ein Berater nach einem Foto, wenn keines dabei ist.

Muss ich im Bewerbungsschreiben eine Gehaltsvorstellung nennen?

Nur wenn das Stelleninserat sie ausdrücklich verlangt. Sonst gehört die Zahl ins erste Gespräch, nachdem Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden sind.

Warum steht in österreichischen Stellenanzeigen ein Gehalt?

Weil das Gleichbehandlungsgesetz das kollektivvertragliche oder gesetzliche Mindestentgelt im Inserat vorschreibt. Beim ersten Verstoß ermahnt die Bezirksverwaltungsbehörde, danach droht eine Geldstrafe bis 360 Euro (§ 10 Abs. 3 GlBG). Der Zusatz „Bereitschaft zur Überzahlung“ verrät, dass das Unternehmen über dem Mindestentgelt zahlt.

Wie lang sind Probezeit und Kündigungsfrist in Österreich?

Die Probezeit endet nach spätestens einem Monat (§ 19 AngG), die Kündigungsfrist des Unternehmens wächst mit den Dienstjahren von sechs Wochen auf fünf Monate (§ 20 AngG). Ihren Eintrittstermin bestimmt die Frist in Ihrem heutigen deutschen Vertrag.

Was ist ein All-in-Vertrag?

Ein Dienstvertrag, in dem ein Gesamtgehalt Mehrleistungen pauschal abgilt. Lassen Sie sich Grundgehalt, abgegoltene Mehrleistungen und Sonderzahlungen im Entwurf getrennt ausweisen, denn ohne ausgewiesenes Grundgehalt greift § 2g AVRAG mit dem branchenüblichen Ist-Grundgehalt, und die Bezugsgröße für den Bonus bleibt sonst offen.

Was muss ich als Deutscher anmelden, wenn ich in Österreich arbeite?

Zuerst den Meldezettel beim Meldeamt, binnen drei Tagen nach Einzug. Danach die Anmeldebescheinigung bei der Niederlassungsbehörde, in Wien bei der MA 35, binnen vier Monaten ab Einreise.