Arbeitsrecht & Arbeitszeugnis

Abfindung verhandeln: Höhe und Steuer für Führungskräfte

Aktualisiert am 26. September 2026 · 15 Min. Lesezeit · Professionell Bewerben

Abfindung und Vertragsverhandlung für Führungskräfte – Verhandlungsstrategie und realistische Abfindungshöhen

Kurz zusammengefasst

Die Summe einer Abfindung ist Verhandlungssache. Den Rahmen setzt die gesetzliche Höchstgrenze von zwölf bis 18 Monatsverdiensten für eine gerichtliche Auflösung. Neben der Summe entscheiden Bonus, Beteiligungen, Altersversorgung und Wettbewerbsverbot über den Wert der Trennung. Bei der Steuer zählt vor allem das Jahr der Auszahlung.

Inhaltsverzeichnis
  1. Abfindung verhandeln: Wann ein Anspruch auf Abfindung besteht und was das Prozessrisiko kostet
  2. Die Höhe der Abfindung und woher die Faustformel stammt
  3. Kündigungsschutz für leitende Angestellte und die geplante Regel für Hochverdiener
  4. Abfindung bei Aufhebungsvertrag, Abwicklungsvertrag oder Kündigungsschutzklage nach Erhalt der Kündigung
  5. Wie Sie eine hohe Abfindung aushandeln, von der Vorbereitung bis zur Unterschrift
  6. Was Sie neben der Abfindungssumme für das Trennungspaket verhandeln
  7. Wettbewerbsverbot und Karenzentschädigung als Teil des Trennungspakets
  8. Abfindung versteuern: Was die Fünftelregelung bei hohem Einkommen bringt
  9. Abfindung für Geschäftsführer und Vorstände ohne Kündigungsschutz
  10. Was die Trennungsvereinbarung für die nächste Position festlegt

Abfindung verhandeln: Wann ein Anspruch auf Abfindung besteht und was das Prozessrisiko kostet

Die kurze Antwort: Eine Abfindung ist meist der Preis, den der Arbeitgeber für das Risiko eines verlorenen Kündigungsschutzprozesses zahlt. Der Faktor je Beschäftigungsjahr richtet sich weniger nach der Hierarchiestufe als nach der Frage, wie sicher die Kündigung vor Gericht stünde. Die Stufe wirkt über das Monatsgehalt.

Einen Abfindungsanspruch haben Arbeitnehmer nur in wenigen Fällen. Sozialplan und Nachteilsausgleich nach §§ 112 und 113 BetrVG setzen eine Betriebsänderung voraus und erfassen leitende Angestellte nach § 5 Abs. 3 BetrVG nicht. Ein Tarifvertrag oder der Arbeitsvertrag kann eine Abfindung zusagen. Für die Abfindung nach § 1a des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG) verbindet der Arbeitgeber eine Kündigung aus betrieblichen Gründen mit dem Hinweis, dass der Arbeitnehmer 0,5 Monatsverdienste je Beschäftigungsjahr erhält, wenn er die Frist für die Klage verstreichen lässt. § 1a bindet den Arbeitgeber nur, wenn er diesen Weg selbst wählt. Der Beitrag gibt die Rechtslage wieder und ersetzt keine Beratung durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht oder einen Steuerberater.

In allen übrigen Fällen wird die Abfindung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgehandelt, in einem Aufhebungs- oder Abwicklungsvertrag oder im Vergleich vor Gericht. Dass Unternehmen auch ohne Anspruch regelmäßig eine Abfindung zahlen, erklärt der Annahmeverzugslohn. Ist die Kündigung unwirksam, schuldet das Unternehmen nach § 615 BGB die Vergütung für die gesamte Prozessdauer nach, samt Bonus und Sachbezügen. Anrechnen lassen muss sich der Arbeitnehmer nach § 11 KSchG, was er in dieser Zeit verdient oder böswillig zu verdienen unterlassen hat. Bei 15.000 € Monatsverdienst wächst die Nachzahlung mit jedem Monat Prozessdauer um bis zu 15.000 €. Ohne anrechenbaren Verdienst kostet ein Prozessjahr 180.000 €.

Die Höhe der Abfindung und woher die Faustformel stammt

Kurz: Die Faustformel von einem halben Bruttomonatsgehalt je Beschäftigungsjahr liefert einen Einstieg. Bei Führungsgehältern zählt, was ein Prozess das Unternehmen kosten würde.

Die Faustformel rechnet Bruttomonatsgehalt mal 0,5 mal Jahre im Unternehmen. Den Faktor nennt § 1a KSchG, und die Arbeitsagentur verzichtet bis zu diesem Wert auf eine Prüfung der angedrohten Kündigung. Nach unserer Einschätzung schlagen Arbeitsgerichte im Gütetermin eine solche Abfindung häufig als Einstieg vor. Einen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung in dieser Höhe, als „Regelabfindung“ bezeichnet, gibt es nicht.

Wichtiger als der Faktor ist der Monatsverdienst. § 10 Abs. 3 KSchG zählt dazu, was dem Arbeitnehmer „an Geld und Sachbezügen“ zusteht. Neben dem Fixum zählen anteiliger Zielbonus und Dienstwagen mit. Bei angenommenen 150.000 € Fixum, 30.000 € Zielbonus und zwölf Jahren im Unternehmen liegt der Monatsverdienst bei 15.000 €, und die Faustformel ergibt 90.000 €.

Wie betriebsbedingte Kündigung, verhaltensbedingte Kündigung und besonderer Kündigungsschutz die Höhe verschieben

Den Faktor verschiebt das Prozessrisiko. Bei der betriebsbedingten Kündigung entscheidet die Sozialauswahl, bei der verhaltensbedingten Kündigung die vorherige Abmahnung, bei der personenbedingten die Prognose. Sonderkündigungsschutz, etwa bei Schwerbehinderung, eine fehlerhafte Anhörung des Betriebsrats oder ein Formfehler erhöhen das Risiko des Arbeitgebers. In dieselbe Richtung wirken eine lange Frist der ordentlichen Kündigung, die Dauer der Betriebszugehörigkeit, das Alter und eine geringe Aussicht auf eine gleichwertige Position. Bei schwacher wirtschaftlicher Lage des Unternehmens sinkt dagegen, was es zahlen kann.

Löst das Gericht das Arbeitsverhältnis auf Antrag auf, setzt es die Höhe selbst fest. § 10 erlaubt bis zu zwölf Monatsverdienste. Ab 50 Jahren und 15 Jahren Betriebszugehörigkeit sind es bis zu 15, ab 55 Jahren und 20 Jahren bis zu 18. Im Beispiel mit zwölf Jahren sind das höchstens 180.000 €. Die Grenzen von 225.000 € und 270.000 € gälten erst ab 15 beziehungsweise 20 Jahren im Unternehmen und ab dem 50. beziehungsweise 55. Lebensjahr.

Kündigungsschutz für leitende Angestellte und die geplante Regel für Hochverdiener

Kurz: Leitende Angestellte mit eigener Befugnis zum Einstellen oder Entlassen können ihren Arbeitsplatz im Prozess nicht sicher zurückgewinnen.

Eine Führungskraft, die selbst einstellen und entlassen darf, kann sich gegen einen Auflösungsantrag kaum wehren. Den Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz behält sie, aber für Betriebsleiter und ähnliche leitende Angestellte mit dieser Befugnis braucht der Antrag des Arbeitgebers nach § 14 Abs. 2 KSchG keine Begründung. Ist die Kündigung sozialwidrig, löst das Gericht auf Antrag auf und setzt die Summe fest, auch wenn der Arbeitnehmer weiterarbeiten will. In der Trennungsverhandlung setzt der Antrag den Rahmen. Beide Seiten wissen, dass der Prozess notfalls mit einer gerichtlich festgesetzten Abfindung endet. Der Antrag setzt voraus, dass die Kündigung allein sozialwidrig ist. Ist sie aus einem anderen Grund unwirksam, etwa weil der Sprecherausschuss nach § 31 Abs. 2 SprAuG nicht angehört wurde, steht dem Arbeitgeber die Auflösung nicht offen. Ob Sie zum Kreis der leitenden Angestellten mit Personalbefugnis gehören, entscheidet die tatsächliche Befugnis im Unternehmen.

Für Risikoträger bedeutender Institute gilt die Begründungsfreiheit nach § 25a Abs. 5a KWG schon, wenn die jährliche fixe Vergütung das Dreifache der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung überschreitet. Der Koalitionsausschuss hat am 2. Juli 2026 beschlossen, dieses Modell ab dem 1. Januar 2027 auf Einkommen über dem 1,75-Fachen dieser Grenze auszudehnen, mit einem Ausgleich im Rahmen von § 10 KSchG statt des Bestandsschutzes. Ein Gesetz dazu gibt es mit Stand September 2026 nicht. Offen ist auch, ob es bestehende Verträge erfassen und variable Bezüge mitzählen würde.

Abfindung bei Aufhebungsvertrag, Abwicklungsvertrag oder Kündigungsschutzklage nach Erhalt der Kündigung

Kurz: Der Weg entscheidet, ob Sie den Hebel des Prozessrisikos behalten und ob Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld drohen.

Der Aufhebungsvertrag ist eine Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die das Arbeitsverhältnis ohne Kündigung beendet. Er bindet mit der Unterschrift ohne Widerrufsrecht und kann Freistellung, Zeugnis, Wettbewerbsverbot und Paket regeln. Der Abwicklungsvertrag regelt nach einer Kündigung durch den Arbeitgeber nur deren Folgen, etwa die Zahlung einer Abfindung. Wer eine Kündigung erhalten hat und nichts unterschreibt, behält die Klage als Hebel.

Frist für die Klage und die Kosten des Anwalts

Die Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht muss binnen drei Wochen nach Zugang eingehen, auch bei einer fristlosen Kündigung (§ 4 KSchG). Versäumt der Arbeitnehmer die Frist, prüft niemand mehr die Wirksamkeit einer Kündigung, und sie gilt als wirksam. In erster Instanz trägt jede Seite ihre Anwaltskosten selbst, auch die Seite, die gewinnt (§ 12a Abs. 1 ArbGG). Eine Rechtsschutzversicherung mit Arbeitsrechtsbaustein übernimmt sie je nach Vertrag. Ein Honorar als Anteil am Ergebnis ist nach § 4a RVG nur in engen Ausnahmen zulässig. Jeden Vertragsentwurf lassen Sie von einem spezialisierten Anwalt prüfen.

Abfindung und die Arbeitsagentur

Ein Aufhebungsvertrag kann eine Sperrzeit von zwölf Wochen auslösen und die Anspruchsdauer um mindestens ein Viertel mindern (§ 159 und § 148 SGB III). Nach ihren Fachlichen Weisungen verzichtet die Arbeitsagentur darauf, wenn der Arbeitgeber eine betriebs- oder personenbedingte Kündigung fristgerecht zum selben Termin mit Bestimmtheit in Aussicht gestellt hat. Kommt eine Abfindung von bis zu 0,5 Monatsgehältern pro Beschäftigungsjahr hinzu, prüft die Agentur nicht mehr, ob die angedrohte Kündigung rechtmäßig gewesen wäre. Darüber prüft sie die Rechtmäßigkeit. Der gerichtliche Vergleich nach einer nicht abgesprochenen Kündigung löst keine solche Folge aus. Endet das Arbeitsverhältnis gegen Abfindung vor Ablauf der Kündigungsfrist, ruht der Anspruch nach § 158 SGB III.

Wie Sie eine hohe Abfindung aushandeln, von der Vorbereitung bis zur Unterschrift

Kurz: Ziel ist ein Gesamtangebot, das die möglichst hohe Abfindung mit Zeitpunkt und Nebenpunkten in einem Papier verbindet. Ihre Verhandlungsposition misst sich an der Alternative beider Seiten.

In der Vorbereitung sichern Sie Verträge, Zielvereinbarungen, die Planbedingungen der Beteiligungen und die Pensionszusage. Dann bestimmen Sie Ihre beste Alternative zur Einigung, in der Verhandlungslehre BATNA genannt, etwa eine neue Position in Aussicht, eine aussichtsreiche Klage oder Rücklagen für eine längere Suche. Ebenso wichtig ist die Alternative der Gegenseite. Kann sie die Kündigung durchhalten, und wie dringend braucht sie Ihre Nachfolge? Aus beiden Antworten ergibt sich der Korridor der möglichen Abfindung.

Im ersten Gespräch nehmen Sie das Angebot entgegen und unterschreiben nicht. Einen Anspruch auf Bedenkzeit gibt es nicht. Der Arbeitgeber darf ein Angebot nur zur sofortigen Annahme vorlegen und für diesen Fall die Kündigung ankündigen, solange er sie ernsthaft erwägen durfte (BAG, Urteil vom 24.02.2022, 6 AZR 333/21). Bitten Sie um das Angebot in Schriftform und um Zeit, bevor die Verhandlung weitergeht. Leistungsbelege wie erreichte Ziele entscheiden selten über die Summe, weil der Preis am Prozessrisiko hängt.

Zum Abschluss hilft es, zwei gleichwertige Pakete anzubieten, eines mit höherer Summe und früherem Ende, eines mit längerer Freistellung und festgelegtem Zeugnis. Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses braucht nach § 623 BGB die Schriftform mit eigenhändiger Unterschrift. Was nur mündlich zugesagt ist, lässt sich später kaum beweisen. Prüfen Sie außerdem, ob eine Erledigungsklausel Betriebsrente und Beteiligungen mit erfasst.

Bewerbungsunterlagen für Führungskräfte

Experten-Tipp

Personalberater fragen nach dem Grund der Trennung. Die Höhe einer Abfindung spielt im Gespräch nach unserer Einschätzung kaum eine Rolle. Legen Sie vor der Unterschrift fest, wie Sie das Ende der Station in einem Satz erklären, und prüfen Sie, ob Enddatum und Freistellung diesen Satz tragen.

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Was Sie neben der Abfindungssumme für das Trennungspaket verhandeln

Kurz: Bei Führungskräften gehören Bonus, Beteiligungen und Altersversorgung mit in die Rechnung.

Bonus. Ohne Regelung im Vertrag hängt der Bonus für das laufende Jahr an Zielvereinbarung und Stichtagen. Regeln Sie ihn anteilig bis zum Austritt und legen Sie die Zielerreichung fest. Ein noch offener Bonus des Vorjahres gehört mit Betrag und Fälligkeit in den Vertrag.

Aktien, Optionen und LTI. Was mit noch nicht unverfallbaren Tranchen beim Austritt geschieht, bestimmen die Good-Leaver- und Bad-Leaver-Klauseln im Planwortlaut. Verhandelbar sind der Good-Leaver-Status, eine anteilige Unverfallbarkeit oder eine Ablöse in bar.

Betriebliche Altersversorgung. Eine Zusage ist nach § 1b BetrAVG unverfallbar, wenn sie drei Jahre bestanden hat und der Arbeitnehmer mindestens 21 Jahre alt ist. Unverfallbare Anwartschaften bleiben erhalten und dürfen nach § 3 BetrAVG nur in engen Grenzen abgefunden werden. Verhandelbar ist ein Ausgleich für Anwartschaften, die mit dem Austritt verfallen würden.

Outplacement. Eine Outplacement-Beratung zur beruflichen Neuorientierung, die der Arbeitgeber bezahlt, ist nach § 3 Nr. 19 EStG steuerfrei, wenn sie keinen überwiegenden Belohnungscharakter hat. Ein an Sie ausgezahltes Budget ist es nicht.

Sprinterklausel, Freistellung und Dienstwagen. Die Sprinterklausel erlaubt ein früheres Ausscheiden, wenn die nächste Position vor dem Enddatum beginnt, und zahlt für die eingesparten Monate einen Aufschlag. Sozialrechtlich zählt dieser Aufschlag wie die vereinbarte Abfindung. Dazu kommen eine unwiderrufliche Freistellung mit geregelter Anrechnung von Resturlaub und der Dienstwagen bis zum Enddatum.

Fälligkeit und Vererblichkeit. Der Vertrag nennt das Auszahlungsdatum und damit das Steuerjahr und stellt klar, dass der Anspruch mit der Unterschrift entsteht und vererblich ist.

Wettbewerbsverbot und Karenzentschädigung als Teil des Trennungspakets

Kurz: Ein Wettbewerbsverbot ist beim Austritt weniger wert, als die Karenzentschädigung auf dem Papier ergibt.

Einen Arbeitnehmer bindet ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot nach §§ 74 und 74a HGB höchstens zwei Jahre und nur gegen eine Karenzentschädigung von mindestens der Hälfte der zuletzt bezogenen Leistungen. Fehlt jede Entschädigungszusage, ist das Verbot nichtig. Ist sie nur zu niedrig, ist es unverbindlich, und der Arbeitnehmer kann wählen, ob er sich daran hält.

Der Arbeitgeber kann vor dem Austritt schriftlich auf das Verbot verzichten. Sie sind dann sofort frei, und er muss die Entschädigung nach § 75a HGB nur bis zum Ablauf eines Jahres seit der Erklärung zahlen. Erklärt er den Verzicht am ersten Tag einer sechsmonatigen Kündigungsfrist, bleiben sechs Monate Entschädigung nach dem Austritt. Auf die Entschädigung wird nach § 74c HGB angerechnet, was Sie in der neuen Position verdienen, soweit beides zusammen die letzten Bezüge um mehr als ein Zehntel übersteigt. Bei einem Jobwechsel in eine gleich bezahlte Position bleibt rund ein Fünftel der Entschädigung.

Für Geschäftsführer und Vorstände gelten die §§ 74 ff. HGB nicht. Ein Verbot kann dort in den Grenzen des Schutzinteresses der Gesellschaft ohne Entschädigung vereinbart werden (BGH, Urteil vom 23.04.2024, II ZR 99/22). Das Urteil betraf einen Geschäftsführer, für Vorstände gilt nach unserer Einschätzung dasselbe.

Abfindung versteuern: Was die Fünftelregelung bei hohem Einkommen bringt

Kurz: Die Fünftelregelung spart viel, wenn im Jahr der Auszahlung wenig anderes Einkommen anfällt, und wenig, wenn das Gehalt schon im Spitzensteuerbereich liegt. Der Zeitpunkt der Auszahlung wirkt stärker als die Regel selbst.

Eine Abfindung ist als Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes nach § 24 Nr. 1 EStG voll steuerpflichtig. Nach § 34 Abs. 1 EStG wird sie rechnerisch auf fünf Jahre verteilt, wenn sie in einem Kalenderjahr zusammengeballt zufließt. Die Steuer beträgt dann das Fünffache der Mehrsteuer auf ein Fünftel des Betrags. Seit 2025 wenden Arbeitgeber die Fünftelregelung beim Lohnsteuerabzug nicht mehr an. Die Ermäßigung gibt es nur noch über die Einkommensteuererklärung.

Bei sehr hohen Einkommen bringt die Regel wenig, weil der Spitzensteuersatz ohnehin greift. Eine eigene Beispielrechnung mit dem Tarif 2026 zeigt das an einem anderen Fall als oben, bei Einzelveranlagung, ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer und mit dem Jahresbrutto als zu versteuerndem Einkommen. Bei 150.000 € übrigem Einkommen und 200.000 € Abfindung fallen auf diesen Betrag ohne Fünftelung 86.165 € Steuer an, mit Fünftelung 84.000 €. Die Ersparnis beträgt rund 2.200 €. Bei Zusammenveranlagung mit einem Ehegatten ohne eigenes Einkommen fällt sie ganz weg. Fließt derselbe Betrag in einem Jahr ohne weiteres Einkommen zu, sinkt die Steuer von 72.864 € auf 36.045 €.

Eine Auszahlung im Januar nach dem Austritt hilft nur, wenn im ganzen Kalenderjahr wenig Gehalt hinzukommt. Arbeitslosengeld ist steuerfrei, hebt aber über den Progressionsvorbehalt nach § 32b EStG den Steuersatz. Eine Verteilung auf zwei Kalenderjahre kann die Zusammenballung und damit die Ermäßigung kosten. Beiträge des Arbeitgebers zur betrieblichen Altersversorgung aus Anlass des Austritts sind nach § 3 Nr. 63 Satz 3 EStG bis zu 4% der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung je Jahr im Unternehmen steuerfrei, höchstens für zehn Jahre. Ab 50 können Sie Abschläge einer vorzeitigen Altersrente durch Beiträge nach § 187a SGB VI ausgleichen. Zahlt der Arbeitgeber dafür, ist die Hälfte nach § 3 Nr. 28 EStG steuerfrei.

In der Sozialversicherung ist eine Abfindung als Ausgleich für den Jobverlust grundsätzlich beitragsfrei. Gehalt für die Zeit bis zum Enddatum bleibt beitragspflichtig, auch wenn der Vertrag es Abfindung nennt. Wie sich der Betrag auf beides verteilt, klären Sie mit einem Steuerberater.

Abfindung für Geschäftsführer und Vorstände ohne Kündigungsschutz

Kurz: Bei Organmitgliedern geht es um die Restlaufzeit ihres Anstellungsvertrags. Für börsennotierte Gesellschaften setzt der Kodex eine Obergrenze.

Für Geschäftsführer und Vorstände als Organmitglieder des Arbeitgebers gilt das KSchG nach § 14 Abs. 1 nicht. Einen GmbH-Geschäftsführer können die Gesellschafter nach § 38 GmbHG jederzeit abberufen, ohne dass damit sein Anstellungsvertrag endet. Die Bestellung eines Vorstands kann der Aufsichtsrat nach § 84 Abs. 4 AktG nur aus wichtigem Grund widerrufen. Der Ausgleich für ein Organmitglied löst die Bezüge ab, die bis zum Ende des Vertrags oder der Kündigungsfrist fließen würden, samt Bonus und Beteiligungen.

Für Vorstände börsennotierter Gesellschaften empfiehlt der Kodex in G.13, Zahlungen bei vorzeitigem Vertragsende auf zwei Jahresvergütungen und auf die Restlaufzeit zu begrenzen und eine Abfindung auf die Karenzentschädigung anzurechnen. Von Zusagen für den Fall, dass das Vorstandsmitglied selbst wegen eines Kontrollwechsels geht, rät der Kodex in G.14 ab. Für Geschäftsführer im Mittelstand gibt es keinen vergleichbaren Maßstab.

Was die Trennungsvereinbarung für die nächste Position festlegt

Kurz: Enddatum, Arbeitszeugnis und Sprachregelung aus dem Trennungsvertrag liest später jeder Personalberater mit.

Mit einer Freistellung bis zum Enddatum bleiben Sie während der Suche in Ihrer Position, und der Lebenslauf zeigt keine Lücke. Der Text des Arbeitszeugnisses gehört mit Note als Anlage in den Vertrag, weil sich der Wortlaut nach der Unterschrift kaum noch ändern lässt.

Für die nächste Position erstellen wir Bewerbungsunterlagen für Führungskräfte und für die C-Level-Bewerbung, in denen Lebenslauf, Anschreiben und LinkedIn-Profil das vereinbarte Enddatum und Ihren Satz zur Trennung tragen. Die Zusammenarbeit beginnt mit einem vertraulichen Gespräch über Ihre Position, den Stand der Trennung und die Richtung, in die Sie wollen.

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Häufige Fragen zur Abfindung für Führungskräfte

Wie hoch ist eine Abfindung für Führungskräfte?

Die Faustformel setzt ein halbes Monatsgehalt je Beschäftigungsjahr an. Ob die Abfindung angemessen ist, misst sich am Prozessrisiko der Gegenseite. Löst ein Gericht auf, sind bis zu zwölf Monatsverdienste möglich, mit höherem Alter und langer Zugehörigkeit bis zu 18.

Wie berechnet sich eine Abfindung?

Monatsverdienst mal 0,5 mal Jahre im Unternehmen, mit anteiligem Zielbonus und Dienstwagen im Monatsverdienst. Den Faktor verschieben das Prozessrisiko des Arbeitgebers, Ihr Alter und die Aussicht auf eine neue Position.

Gibt es einen Anspruch auf eine Abfindung bei einem Aufhebungsvertrag?

Nein. Beim Aufhebungsvertrag entsteht die Abfindung nur durch die Vereinbarung selbst, und ihre Höhe hängt davon ab, welchen Prozess der Arbeitgeber damit vermeidet. Eine Abfindung bei einer Kündigung steht Ihnen zu, wenn Sozialplan, Tarif- oder Arbeitsvertrag oder ein Angebot nach § 1a KSchG sie vorsehen, ein Gericht sie nach einer Auflösung festsetzt oder ein Nachteilsausgleich nach § 113 BetrVG greift.

Was ändert sich für leitende Angestellte bei der Abfindung?

Wenn Sie selbständig einstellen oder entlassen dürfen, kann der Arbeitgeber nach einer allein sozialwidrigen Kündigung die Auflösung beantragen, ohne sie zu begründen. Weil eine Rückkehr dann kaum durchzusetzen ist, geht es um die Summe innerhalb des Rahmens von § 10 KSchG.

Lohnt sich die Fünftelregelung bei einem hohen Gehalt?

Kaum, wenn die Abfindung im selben Jahr wie ein volles Führungsgehalt zufließt, weil das übrige Einkommen dann schon dem Spitzensteuersatz unterliegt. Spürbar wird die Ermäßigung, wenn im ganzen Auszahlungsjahr wenig anderes Einkommen anfällt. Auch Lohnersatzleistungen zählen dabei über den Progressionsvorbehalt mit.

Droht mit einer Abfindung eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld?

Nach einer einvernehmlichen Trennung ja, wenn die Arbeitsagentur keinen wichtigen Grund anerkennt. Nach ihren Fachlichen Weisungen liegt er vor, wenn eine Kündigung aus betrieblichen Gründen oder aus Gründen in der Person fristgerecht zum selben Termin drohte. Bei einer Abfindung bis 0,5 Monatsgehälter je Jahr prüft sie nicht, ob diese Kündigung rechtmäßig gewesen wäre, darüber schon. Wer gekündigt wurde und sich ohne vorherige Absprache vor Gericht vergleicht, ist nicht betroffen.

Wer zahlt den Anwalt bei einer Abfindungsverhandlung?

Grundsätzlich Sie selbst. Vor dem Arbeitsgericht erster Instanz erstattet auch die unterlegene Seite Ihre Anwaltskosten nicht. Zahlt der Arbeitgeber eine Abfindung, lässt sich im selben Vertrag vereinbaren, dass er auch Ihre Anwaltskosten ganz oder bis zu einem Betrag übernimmt.

Was bekommt ein Geschäftsführer als Abfindung?

Für einen Geschäftsführer ist die Abfindung gesetzlich nicht geregelt. Sie richtet sich nach dem Anstellungsvertrag, nach den Bezügen, die bis zu dessen Ende oder bis zum nächsten Kündigungstermin noch fließen würden.