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Kompetenzprofil zur Bewerbung als Führungskraft mit Beispiel

Aktualisiert am 1. Oktober 2026 · 15 Min. Lesezeit · Professionell Bewerben

Kompetenzprofil für Führungskräfte: einseitiges Profil neben einem zweiseitigen Lebenslauf, dazu Füller und Lineal auf einem hellen Schreibtisch

Kurz zusammengefasst

Ein Kompetenzprofil ist in der Bewerbungsmappe einer Führungskraft eine eigene DIN-A4-Seite. Es ordnet die Erfahrung aus den Stationen nach Themen in drei Kategorien und belegt jede Kompetenz mit einer Größenordnung oder einem Ergebnis, in der Reihenfolge, die das Anforderungsprofil vorgibt. Das Beispiel unten zeigt die fertige Seite für eine Geschäftsführer-Bewerbung.

Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist ein Kompetenzprofil in der Bewerbung einer Führungskraft?
  2. Kompetenzprofil, Lebenslauf und Kurzprofil: Unterschied und Platz in der Mappe
  3. Kompetenzprofil erstellen: Schritt für Schritt vom Anforderungsprofil zur fertigen Seite
  4. Aufbau des Kompetenzprofils: Führungskompetenzen, Fach- und Methodenkompetenzen, Sozialkompetenzen
  5. Jede Kompetenz beschreiben: Stichwort, Beleg, Größenordnung
  6. Beispiel für ein Kompetenzprofil in der Geschäftsführer-Bewerbung
  7. Kompetenzprofile auf Zielposition und Führungsebene zuschneiden
  8. Layout, Bewerbermanagementsystem und Abgleich mit Lebenslauf und LinkedIn
  9. Das Kompetenzprofil für Personalberater und für den englischsprachigen Arbeitsmarkt
  10. Typische Fehler, Checkliste und Unterlagen aus einer Hand

Was ist ein Kompetenzprofil in der Bewerbung einer Führungskraft?

Die kurze Antwort: Ein Kompetenzprofil ist eine strukturierte Darstellung Ihrer Kompetenzen auf einer eigenen Seite der Mappe, nach Themen geordnet und Punkt für Punkt mit einem Beleg aus Ihrem Werdegang versehen. Der Lebenslauf zeigt in tabellarischer Form, wann Sie wo in welcher Position gearbeitet haben. Das Profil zeigt die Fähigkeiten und Kenntnisse, die Sie dabei erworben haben, gegliedert in Führung, Fach und Methode sowie Soziales. Der Leser bekommt so einen schnellen Überblick über Ihre Qualifikation für die nächste Rolle. Der funktionale Lebenslauf, der Kompetenzfelder statt Zeiträume zeigt, ist im deutschsprachigen Raum unüblich, weil der Leser eine Zeitachse erwartet. Auf Führungsebene übernimmt das Kompetenzprofil seine Aufgabe.

Das Wort hat drei Nachbarn, mit denen es verwechselt wird. In der Personalentwicklung bezeichnet ein Kompetenzprofil das Raster, mit dem eine Personalabteilung die Anforderungen einer Stelle beschreibt und die Kompetenzen einer Person daran misst, etwa in der Nachfolgeplanung. Um dieses Instrument geht es hier nicht. Am Kopf des Lebenslaufs steht ein Kurzprofil von drei bis fünf Sätzen, das Ebene, Branche und Größenordnung nennt. Und die dritte Seite ist das Motivationsschreiben, das den Beweggrund erklärt. Manche Ratgeber setzen Kompetenzprofil und Motivationsschreiben gleich, obwohl das eine belegt und das andere begründet.

Pflicht ist diese zusätzliche Seite nicht. Arbeitgeber verlangen sie selten, und die meisten Portale haben kein eigenes Feld dafür. Die Seite lohnt sich ab Bereichsleitung mit langem Werdegang, bei einem Branchen- oder Funktionswechsel, wo Kompetenzen tragen und die Stationen nicht passen, und in der Direktansprache, wenn ein Personalberater ein Anforderungsprofil vorlegt, auf das Sie mit zusätzlichen Argumenten antworten. Bei einem Portal ohne eigenes Upload-Feld und bei der Kurzbewerbung, etwa als Initiativbewerbung, reichen Sie die Seite nach.

Kompetenzprofil, Lebenslauf und Kurzprofil: Unterschied und Platz in der Mappe

Kurz: Kurzprofil, Kompetenzprofil und dritte Seite sind drei verschiedene Dinge. Von den dreien braucht jede Mappe nur das erste. Das Kompetenzprofil steht hinter der Vita.

Teil der MappeWoForm und UmfangWelche Frage er beantwortetWann
KurzprofilAm Kopf der VitaDrei bis fünf SätzeAuf welcher Ebene arbeiten Sie, in welcher Größenordnung, und wohin soll es gehen?Immer
KompetenzprofilEigene Seite nach der VitaMaximal eine Seite, drei Kategorien, höchstens 15 Punkte mit BelegWas können Sie, und womit belegen Sie es?Ab langem Werdegang, bei Wechseln, in der Direktansprache
Dritte SeiteEigenes Dokument, MotivationsschreibenEine Seite FließtextWarum diese Position, warum dieser Wechsel?Auf Anforderung, ungefragt nur bei Branchen- oder Funktionswechsel und wenn die letzte Station eine längere Lücke ist

Vor der Vita liest ein Personalberater jede Kompetenz als Behauptung. Dahinter erkennt er in jedem Beleg eine Station wieder, die er gerade gelesen hat. Die Mappe folgt deshalb seiner Lesereihenfolge, Deckblatt mit den Kernkompetenzen, Anschreiben, Stationen, Profil, bei Bedarf die dritte Seite, dann die Zeugnisse, alles als eine PDF-Datei mit demselben Layout auf jeder Seite. Ratgeber setzen das Profil auch vor die Vita, anstelle eines Deckblatts oder ganz an den Anfang. Wir raten davon ab.

Die Vita ändert sich von Verfahren zu Verfahren nur in der Zusammenfassung am Kopf und in der Gewichtung der Ergebnisse. Das Anschreiben greift die zwei oder drei Schlüsselkompetenzen auf, die für diese Rolle am meisten zählen, ohne die Liste zu wiederholen.

Kompetenzprofil erstellen: Schritt für Schritt vom Anforderungsprofil zur fertigen Seite

Kurz: Ein Kompetenzprofil ist die Antwort auf ein Anforderungsprofil. Es entsteht in sechs Schritten, vom Lesen der Anzeige bis zum Abgleich mit dem Lebenslauf.

  1. Das Anforderungsprofil lesen. Bei einer ausgeschriebenen Stelle ist das die Stellenanzeige, in der Direktansprache das Briefing des Personalberaters. Trennen Sie Muss-Anforderungen von Kann-Anforderungen und notieren Sie die Begriffe im Wortlaut.
  2. Die Stationen nach Belegen durchgehen. Notieren Sie je Station, was Sie verantwortet haben, in welcher Größenordnung und mit welchem Ergebnis. Daraus entsteht eine Master-Liste Ihrer eigenen Kompetenzen, Kenntnisse und Erfahrungen, die niemand außer Ihnen sieht.
  3. Den drei Kompetenzbereichen zuordnen. Führung, Fach und Methode, Soziales mit persönlicher Arbeitsweise.
  4. Je Kategorie gewichten. Gliedern Sie so, wie der Auftraggeber seine Anforderungen gewichtet hat, mit der Muss-Anforderung oben. Bei einer Leitungsfunktion beginnt das Profil mit der Führung.
  5. Auf eine Seite kürzen. Vier bis fünf Punkte je Kategorie, höchstens 15 insgesamt, jeder mit einem eigenen Beleg. Was keinen Beleg hat oder für die Zielposition nicht relevant ist, fällt weg.
  6. Mit Lebenslauf und Anschreiben abgleichen. Zu jeder Kompetenz muss die Vita eine Station zeigen, aus der sie stammt. Titel, Zeiträume und Zahlen stimmen in allen Teilen überein.

Sprachkenntnisse, Zertifikate und Weiterbildung bleiben in der Vita, es sei denn, sie belegen eine Kompetenz, etwa die Verhandlung auf Englisch mit der Muttergesellschaft in den USA.

Aufbau des Kompetenzprofils: Führungskompetenzen, Fach- und Methodenkompetenzen, Sozialkompetenzen

Kurz: Führung, Fach und Methode, Soziales, jede Kategorie mit vier bis fünf belegten Punkten. Die dritte Kategorie, die sozialen Kompetenzen, umfasst die Zusammenarbeit mit anderen und Ihre persönliche Arbeitsweise, etwa Belastbarkeit und Struktur. Analytisches Denken und digitale Themen gehören zu Fach und Methode. Eine vierte Kategorie für persönliche Kompetenzen, die manche Ratgeber empfehlen, brauchen Sie nicht.

Führungskompetenzen im Kompetenzprofil belegen

In diese Kategorie gehören Teamführung und Teamaufbau, Budget- und Ergebnisverantwortung, die Ausrichtung eines Bereichs oder Unternehmens, die Leitung von Transformations- und Restrukturierungsprogrammen, Talententwicklung und das Sparring mit Geschäftsführung oder Gesellschaftern. Jeder Punkt nennt Umfang und Effekt in einem Satz, Führungsspanne, Standorte oder Budget und das Ergebnis dazu. Alle Zahlen in den Beispielen dieses Beitrags sind erfunden. Welche Führungskompetenzen ein Unternehmen auf welcher Ebene prüft und wie die Auswahl vom Anforderungsprofil bis zu den Referenzen läuft, hat einen eigenen Beitrag.

Fach- und Methodenkompetenzen ohne Beratungsfalle

Hierher gehören regulatorische Kenntnisse, Normen und Rahmenwerke, Systeme und Software, Kennzahlenarchitekturen und branchenspezifische Methoden, für einen CFO etwa der Konzernabschluss nach IFRS, für einen Produktionsleiter Lean Management. Ein Punkt bleibt Fachkompetenz, auch wenn er das Wort Beratung, Strategie oder Übersetzung enthält. „Beratung der Geschäftsführung zur EU-Taxonomie“ ist fundiertes regulatorisches Wissen und keine Sozialkompetenz, weil der Inhalt ein Rahmenwerk ist. Diese Verwechslung ist nach unserer Erfahrung die häufigste im Aufbau.

Digitale Kompetenz steht in derselben Kategorie, auf der Steuerungsebene. Eine Führungskraft außerhalb der IT verantwortet die Einführung eines ERP-Systems, den Einsatz von KI-Werkzeugen oder eine Datenstrategie für ihren Bereich, ohne selbst Programmiersprachen zu beherrschen. „Verantwortung für die digitale Transformation des Vertriebs mit Einführung eines CRM-Systems und Steigerung der Abschlussquote um 40%“ zeigt das, ohne technische Tiefe zu behaupten.

Sozialkompetenzen und persönliche Arbeitsweise auf Führungsebene

Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke setzt jeder Personalverantwortliche voraus, der auf dieser Ebene einstellt. Hier zählen Verhandlungsführung, die Beziehung zu Aufsichtsrat, Investoren, Betriebsrat und Kunden, die Kommunikation in Veränderungen und die Zusammenarbeit über Ländergrenzen. Bei Gremien und Partnern ist der Beziehungsaspekt gemeint, denn der Fachinhalt einer Verhandlung, etwa die Bewertung eines Unternehmens, gehört in die Kategorie darüber. Dazu kommt die persönliche Arbeitsweise, etwa Belastbarkeit, belegt mit der Phase, in der sie zählte: „Führung des Werks durch zwei Jahre Kurzarbeit ohne Verlust einer Schlüsselperson“. Wie stark Soft Skills in Anzeigen inzwischen genannt werden, zeigt eine Auswertung von StepStone über alle Stellenanzeigen der Plattform von 2019 bis 2025, quer durch die Arbeitswelt: 2025 nannten 45% der Anzeigen solche Anforderungen, 2019 war es ein Viertel. Ein Beleg macht aus „interkulturelle Kompetenz“ einen prüfbaren Punkt: „Verhandlung von Gemeinschaftsunternehmen mit Partnern in Japan, Korea und Indien über drei Jahre“.

Bewerbungsunterlagen für Führungskräfte

Experten-Tipp

Streichen Sie testweise jedes Stichwort und lesen Sie nur die Belege. Wenn ein Personalberater daraus Ihre Ebene, Ihre Branche und Ihr stärkstes Ergebnis ablesen kann, trägt das Profil. Bleiben nur Wörter wie „langjährig“ und „ausgeprägt“ übrig, beginnen Sie mit der Master-Liste von vorn.

Christina Becker

Executive Recruiting & LinkedIn-Branding Expertin

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Christina Becker, Executive Recruiting und LinkedIn-Branding Expertin bei Professionell Bewerben

Jede Kompetenz beschreiben: Stichwort, Beleg, Größenordnung

Kurz: Jeder Punkt hat die Form „Stichwort: Beleg“, ist höchstens zwei Zeilen lang und nennt eine Größenordnung oder ein Ergebnis. Das Stichwort steht fett und trägt den Begriff aus der Anzeige, der Beleg dahinter kommt aus einer Station.

Wir begrenzen einen Punkt auf 170 Zeichen einschließlich Leerzeichen. Das zwingt dazu, Füllwörter zu streichen. Innerhalb des Belegs verbinden „sowie“, „einschließlich“ oder „verbunden mit“ die Teile. Eine Aufzählung aus drei Substantiven wirkt wie ein Stichwortzettel. Verstärkende Adjektive wie „erfolgreich“ sind hier zulässig, anders als im Anschreiben, solange ein Beleg daneben steht. Konkrete Beispiele je Kategorie:

KategorieVorherNachher
FührungLangjährige Erfahrung in der MitarbeiterführungTeamführung: Disziplinarische und fachliche Führung von bis zu 200 Mitarbeitenden an fünf Standorten mit Senkung der Fluktuation um 30% in zwei Jahren
Fach und MethodeKenntnisse in Lean Management und ProzessoptimierungOperational Excellence: Einführung von Lean Management in drei Werken mit Verkürzung der Durchlaufzeiten um 20%
SozialesAusgeprägte VerhandlungsstärkeVerhandlungsführung: Abschluss von Tarifverhandlungen mit dem Betriebsrat sowie von Lieferverträgen im zweistelligen Millionenbereich

Typische Kennzahlen auf Führungsebene sind Umsatz- und Ergebnisverantwortung, Budget, Teamgröße, Kostensenkung, Projektvolumen und Marktanteil. Eine Zahl steht nur dort, wo Ihre Unterlagen sie hergeben. Wo sie fehlt, trägt ein qualitativer Meilenstein mit Zeitraum, etwa der Abschluss einer Integration im Plan. Solange Sie ungekündigt sind, arbeiten Sie mit Größenordnungen: „Umsatzverantwortung im dreistelligen Millionenbereich“ statt der Zahl aus dem internen Reporting. Kundennamen nennen Sie nur mit Freigabe.

Beispiel für ein Kompetenzprofil in der Geschäftsführer-Bewerbung

Das folgende Beispiel zeigt die fertige Seite für eine Bewerbung als Geschäftsführer eines mittelständischen Industrieunternehmens mit 500 Mitarbeitenden und 120 Mio. € Umsatz, dessen Anzeige Restrukturierung, Internationalisierung und Digitalisierung der Fertigung verlangt. Die Person, die Zahlen und die Anzeige sind erfunden.

Führungskompetenzen

  • Gesamtverantwortung: Operative und strategische Leitung eines Industrieunternehmens mit bis zu 600 Mitarbeitenden und 150 Mio. € Umsatz als Geschäftsführer
  • Restrukturierung: Ergebniswende einer Produktionssparte von negativer auf 8% EBIT-Marge in 18 Monaten durch Neuausrichtung von Portfolio und Kostenbasis
  • Führungsteam: Aufbau und konsequente Führung eines Leitungskreises aus Produktion, Vertrieb, Finanzen und Personal an drei Standorten
  • Integration: Erfolgreiche Zusammenführung zweier Tochtergesellschaften einschließlich Harmonisierung der Prozesse und IT-Systeme im Zeitplan
  • Wachstum: Aufbau einer neuen Geschäftseinheit von null auf 35 Mio. € Umsatz in vier Jahren mit eigenem Vertrieb und Service

Fach- und Methodenkompetenzen

  • Internationalisierung: Aufbau von Vertriebsgesellschaften in Osteuropa und Asien mit einem Exportanteil von 40% nach drei Jahren
  • Digitalisierung der Fertigung: Steuerung der Einführung von Sensorik und vorausschauender Wartung in drei Werken mit 15% weniger ungeplantem Stillstand
  • Operational Excellence: Einführung von Lean Management und kontinuierlichem Verbesserungsprozess in drei Werken mit Senkung der Durchlaufzeiten um 20%
  • ERP-Migration: Verantwortung für die Umstellung auf SAP S/4HANA in Zeit und Budget einschließlich Harmonisierung der Stammdaten
  • Unternehmenskäufe: Drei Akquisitionen mit einem Volumen von insgesamt 45 Mio. € von der Bewertung bis zur Integration

Sozialkompetenzen

  • Verhandlungsführung: Abschluss von Kaufverträgen und Partnerschaften mit Eigentümerfamilien und Finanzinvestoren, auch in festgefahrenen Verhandlungslagen
  • Gremienbeziehungen: Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Gesellschaftern, Beirat und Banken über zwei Eigentümerwechsel hinweg
  • Change-Kommunikation: Begleitung einer Standortverlagerung mit Betriebsrat und Belegschaft ohne Verlust von Schlüsselpersonen
  • Interkulturelle Zusammenarbeit: Führung gemischter Teams in Polen, Tschechien und China mit regelmäßiger Präsenz vor Ort

Die Reihenfolge der 14 Punkte folgt der Anzeige: Restrukturierung steht in der ersten Kategorie oben, Internationalisierung und Digitalisierung führen die zweite an. Internationalisierung und Unternehmenskauf stehen bei Fach und Methode, weil sie dort als Aufbau- und Kaufprozess beschrieben sind, die Verhandlung darüber bei Soziales, weil dort der Umgang mit Eigentümern gemeint ist.

Kompetenzprofile auf Zielposition und Führungsebene zuschneiden

Kurz: Die Master-Liste bleibt, Auswahl und Reihenfolge ändern sich mit jeder Zielposition und mit der Ebene, auf der bestellt wird.

ZielpositionNach vornNachrangig
Geschäftsführer, CEOErgebnisverantwortung, Strategie, Gremienarbeit, UnternehmenskäufeOperative Details, technische Fachthemen
COO, BetriebsleitungProzesse, Skalierung, Lieferkette, WerkeFinanzstrategie, Investorenkommunikation
CFO, FinanzvorstandKonzernabschluss, Treasury, Compliance, ReportingVertriebssteuerung, Produktentwicklung
Vertriebsleitung, Chief Sales OfficerUmsatzverantwortung, Schlüsselkunden, VertriebsorganisationFinanzplanung, IT-Infrastruktur
Personalvorstand, CHROTalentmanagement, Arbeitgebermarke, Arbeitsrecht, MitbestimmungTechnische Fachthemen, Lieferkette

Mit der Ebene verschiebt sich, was der Leser in der ersten Kategorie sucht. Ein Gremium, das eine Geschäftsführung bestellt, will das Unternehmen als Ganzes sehen, bei einem Vorstand schon deshalb, weil er nach § 76 Abs. 1 AktG die Gesellschaft unter eigener Verantwortung leitet.

EbeneWas in der ersten Kategorie stehtTypische Belege
Abteilungs- und BereichsleitungFührungsspanne, Budget, Prozesse, erste Beiträge zur StrategieTeamgröße, Kostenbudget, Projektvolumen, Ergebnisbeitrag des Bereichs
Geschäftsführung und VorstandLeitung des Unternehmens, Ergebnisverantwortung, Arbeit mit Gesellschaftern und AufsichtsratUmsatz und Ergebnis, Investitionsvorlagen, Unternehmenskäufe, Refinanzierung, Internationalisierung
Aufsichtsrats- und BeiratsmandatÜberwachung der Geschäftsführung (§ 111 Abs. 1 AktG) und Beratung, Branchen- und FinanzexpertiseErfahrung als Organmitglied, Prüfungs- oder Personalausschuss, Rechnungslegung, Governance

Bei einem Branchenwechsel stehen Führung, Restrukturierung, Integration und die Steuerung digitaler Vorhaben als relevante Kompetenzen im Profil, in der Sprache der Zielbranche. Aus der „Lieferantenentwicklung“ im Maschinenbau wird für eine Einkaufsleitung im Handel die „Beschaffung mit Sortimentsverantwortung“, aus der „Werksleitung“ für die Geschäftsführung eines Klinikverbunds die „Standortleitung mit Budgetverantwortung“.

Layout, Bewerbermanagementsystem und Abgleich mit Lebenslauf und LinkedIn

Kurz: Eine Seite in der Typografie der übrigen Mappe, drei Kategorieüberschriften, Text statt Grafik. Der Parser wertet das Profil nicht aus, gelesen wird es vom Menschen.

Schrift, Schriftgröße, Akzentfarbe und Ränder kommen von Anschreiben und Lebenslauf. Balken, Kreise, Sterne und Icons stammen aus Vorlagen für den Berufseinstieg und fallen weg.

Wer sich über das Portal eines Konzerns bewirbt, schickt die Mappe durch einen Parser, der die Vita ausliest und Stationen, Abschlüsse und Kontaktdaten in Datenfelder schreibt. Titelseite und Kompetenzprofil stören den Parser nicht, sie werden nur nicht ausgewertet. Die Begriffe der Anzeige gehören deshalb in den Lebenslauf, den das System ausliest. Die HR-Leitung, die die Datei nach dem System öffnet, sucht dieselben Begriffe im Profil als Stichwort.

Vor dem Versand kommt das LinkedIn-Profil zum Abgleich aus Schritt sechs hinzu. Titel, Zeiträume und Verantwortungsbereiche stimmen auch dort. Ein Personalberater ruft das Profil auf, bevor er die Unterlagen weiterleitet. Das LinkedIn-Profil einer Führungskraft ist öffentlich und allgemein gehalten und trägt dieselbe Aussage wie die Mappe. Die Zuspitzung auf eine Position bleibt im vertraulichen Kompetenzprofil.

Das Kompetenzprofil für Personalberater und für den englischsprachigen Arbeitsmarkt

Kurz: Der Personalberater bekommt das Kompetenzprofil mit der vollständigen Mappe, sein Kunde liest es gegen das Anforderungsprofil aus dem Briefing. Im englischsprachigen Verfahren ist es Teil des CV.

In der Direktansprache meldet sich der Berater, prüft die Eignung in einem Telefonat und verlangt oft zunächst nur einen Einseiter mit Position, Verantwortungsgrößen, drei Ergebnissen und Zielrichtung sowie die Vita, wie unter Unterlagen für den Headhunter beschrieben. Erst wenn der Berater Sie seinem Kunden vorstellt, liegt die vollständige Mappe vor. Liegt Ihnen aus dem Briefing ein Anforderungsprofil vor, das der Berater von seinem Kunden erhalten hat, ist dieses Anforderungsprofil die Gliederung für Ihre Seite, mit den Fachbegriffen, die in Ihrer Branche üblich sind.

Für eine Bewerbung in England, den USA oder bei einem Konzern mit englischem Verfahren gibt es das Profil als eigene Seite nicht. Seine Aufgabe übernehmen die Core Competencies auf der ersten Seite des CV, während die Executive Summary dem Kurzprofil entspricht.

Typische Fehler, Checkliste und Unterlagen aus einer Hand

Kurz: Vier Schwächen fallen einem Personalberater beim ersten Blättern auf. Jede davon lässt sich mit der Master-Liste und dem Abgleich aus Schritt sechs beheben.

FehlerWirkung auf den LeserKorrektur
25 oder 30 Punkte auf zwei SeitenDie wichtigsten Kompetenzen verschwinden, die Seite wirkt wie die Master-ListeAuf höchstens 15 Punkte kürzen, je Kategorie vier bis fünf
Stichwörter ohne Beleg„Strategisches Denken“ liest sich wie bei jedem anderen BewerberZu jedem Stichwort ein Beleg mit Größenordnung oder Ergebnis
Fachwissen unter SozialkompetenzenDer Leser zweifelt an der EinordnungRahmenwerke, Systeme und Methoden zu Fach und Methode
Abweichung zur VitaEine Kompetenz ohne Station dahinter wirkt erfundenJeden Punkt einer Station zuordnen, Zahlen abgleichen

Checkliste vor dem Versand

  • Drei Kategorien, je vier bis fünf Punkte, höchstens 15 insgesamt, eine Seite
  • Jeder Punkt in der Form „Stichwort: Beleg“ mit höchstens 170 Zeichen
  • Jede Kompetenz mit einer Station im Lebenslauf belegt, Zahlen in beiden Teilen gleich
  • Reihenfolge nach der Anzeige oder dem Briefing des Beraters, Muss-Anforderungen oben
  • Schrift, Farbe und Ränder wie im Rest der Mappe, keine Balken und Icons
  • Titel und Zeiträume deckungsgleich mit dem LinkedIn-Profil
  • Nach jedem abgeschlossenen Projekt und vor jedem Versand aktualisiert

Das Kompetenzprofil gibt es bei uns im Paket mit Lebenslauf und Anschreiben. Die drei Teile zeigen dieselben Belege aus verschiedenen Richtungen, der Lebenslauf entlang der Zeit, das Profil nach Themen, das Anschreiben als Argument für eine Rolle. Ein professionelles Kompetenzprofil entsteht zusammen mit den übrigen Bewerbungsunterlagen für Führungskräfte, aus einem vertraulichen Gespräch über Ihre Stationen und die Rolle, die Sie anstreben. Den Ablauf eines Auftrags beschreibt die Seite Bewerbung schreiben lassen, die Auswahl eines Anbieters der Beitrag zum Bewerbungsservice für Führungskräfte.

Christina Becker – Executive Recruiting & LinkedIn-Branding Expertin bei Professionell Bewerben

Von Christina Becker, Executive Recruiting & LinkedIn-Branding Expertin bei Professionell Bewerben – seit 2017 ausschließlich für Führungskräfte und C-Level. Mehr über unsere Bewerbungsexperten

Daniela Gilenko – Inhaberin und strategische Beraterin bei Professionell Bewerben

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Häufige Fragen zum Kompetenzprofil zur Bewerbung

Was ist ein Kompetenzprofil?

In der Mappe eine Seite, auf der Ihre Kompetenzen in drei Kategorien stehen, jede mit einem Beleg aus einer Station. In der Personalarbeit bezeichnet dasselbe Wort das Anforderungsraster, mit dem ein Unternehmen eine Stelle beschreibt.

Ist ein Kompetenzprofil in der Bewerbung Pflicht?

Nein. Arbeitgeber verlangen es selten, und die meisten Portale haben kein eigenes Feld dafür. Ohne Aufforderung legen Sie es bei, wenn Ihr Werdegang lang ist, Sie die Branche wechseln oder ein Berater Sie angesprochen hat.

Wo steht das Kompetenzprofil in der Mappe?

Nach dem Lebenslauf und vor den Zeugnissen, in derselben PDF-Datei wie Deckblatt und Anschreiben. Liegt eine dritte Seite bei, folgt sie auf das Profil.

Ist das Kompetenzprofil die dritte Seite?

Nein. Die dritte Seite ist das Motivationsschreiben und erklärt, warum Sie diese Position oder diesen Wechsel wollen. Das Profil belegt, was Sie können.

Was unterscheidet das Kompetenzprofil vom Kurzprofil im Lebenslauf?

Die Zusammenfassung am Kopf der Vita hat drei bis fünf Sätze mit Ebene, Branche, Größenordnung und Richtung. Das Profil ist eine eigene Seite mit höchstens 15 belegten Punkten in drei Kategorien.

Welche Kategorien gehören in ein Kompetenzprofil?

Führung, Fach und Methode sowie Soziales mit persönlicher Arbeitsweise. Ein Beispiel für die Zuordnung: Die Einführung eines ERP-Systems ist Fach und Methode, die Verhandlung mit dem Betriebsrat darüber Sozialkompetenz, die Belastbarkeit in der Umstellung persönliche Arbeitsweise.

Wie lang ist ein Kompetenzprofil?

Eine Seite. Mehr braucht ein Profil nicht, das je Kategorie nur die Punkte zeigt, die zur Anzeige passen.

Gibt es eine Vorlage oder ein Muster?

Bei uns nicht. Eine Vorlage liefert nur die drei Überschriften. Der Inhalt sind die Belege aus Ihren spezifischen Fähigkeiten und Stationen. Das Beispiel für die Geschäftsführer-Bewerbung zeigt, wie die fertige Seite aussieht.

Liest ein Bewerbermanagementsystem das Kompetenzprofil?

In der Regel nicht. Setzen Sie die Begriffe der Anzeige deshalb in den Lebenslauf, den das System ausliest, und behalten Sie sie im Profil als Stichwort für den Menschen, der die Datei danach öffnet.

Wie oft sollte ich das Kompetenzprofil aktualisieren?

Nach jedem abgeschlossenen Projekt mit Ergebnis und vor jedem Versand, damit die Zahlen bei der nächsten Anfrage eines Beraters zur Hand sind.