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Lücken im Lebenslauf erklären: Leitfaden für Führungskräfte

Aktualisiert am 1. Oktober 2026 · 14 Min. Lesezeit · Professionell Bewerben

Lücken im Lebenslauf: zweiseitiger Lebenslauf mit sichtbarer Zeitleiste und einer kurzen Lücke, daneben Füller und Tee

Kurz zusammengefasst

Eine Freistellung, eine Elternzeit oder eine vertraglich vereinbarte Auszeit ist keine Lücke, weil die Station bis zum vereinbarten Enddatum läuft. Eine echte Lücke beginnt danach und wird ab etwa zwei bis drei Monaten mit einer Zeile aus Zeitraum und Grund benannt. Welche Zeile zu Suchphase, Karenzzeit, Krankheit und Pflege passt, wo die Grenze zur Täuschung liegt und was ein Arbeitgeber dazu fragen darf, steht in den zehn Abschnitten.

Inhaltsverzeichnis
  1. Umgang mit Lücken im Lebenslauf auf Führungsebene: was als Lücke zählt
  2. Ab wann eine Lücke im Lebenslauf erklärt werden sollte
  3. Freistellung, Aufhebungsvertrag und Arbeitslosigkeit im Lebenslauf
  4. Gründe für Lücken im Lebenslauf erklären: Formulierungen je Anlass
  5. Was bei Krankheit und anderen Auszeiten in den Lebenslauf gehört
  6. Elternzeit und Pflege von Angehörigen im Lebenslauf
  7. Gründung, Beteiligung und Selbstständigkeit als Station
  8. Warum Kaschieren mit Jahreszahlen schadet und wo Täuschung beginnt
  9. Die Lücke in Bewerbung, LinkedIn-Profil und Vorstellungsgespräch
  10. Fragerecht und Offenbarungspflicht

Umgang mit Lücken im Lebenslauf auf Führungsebene: was als Lücke zählt

Die kurze Antwort: Eine Lücke ist ein Abschnitt im Lebenslauf ohne Arbeits- oder Dienstverhältnis, ohne eigenes Unternehmen und ohne Mandat. Vieles, was Führungskräfte dafür halten, ist keine.

Wie Sie mit Lücken im Lebenslauf umgehen, hängt zuerst davon ab, ob Ihr Werdegang überhaupt eine hat. Eine Freistellung nach einem Aufhebungsvertrag, ob widerruflich oder unwiderruflich, läuft im bestehenden Arbeitsverhältnis, und die Station endet erst mit dem vereinbarten Enddatum. Auch in der Elternzeit, der Pflegezeit und einem vertraglich vereinbarten Sabbatical besteht das Arbeitsverhältnis fort, selbst wenn keine Vergütung fließt. In allen vier Fällen steht die Station mit ihrem Enddatum, und die Freistellung bekommt keine eigene Zeile. Der Beitrag gibt die Rechtslage wieder und ersetzt keine Beratung durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Echte Lücken im Lebenslauf entstehen nach dem Enddatum, etwa durch die Jobsuche nach einer Trennung oder Kündigung, eine Karenzzeit aus einem Wettbewerbsverbot, eine Auszeit ohne Vertrag, eine längere Krankheit oder eine Pflege nach Ende der Pflegezeit.

Viele Ratgeber zu diesem Thema richten sich an Berufseinsteiger und raten zu Mut zur Lücke und dazu, jede Pause positiv darzustellen. Ein Personalberater, der einen Werdegang auf Führungsebene liest, sucht Ergebnisse und den Anlass jedes Wechsels und bewertet längere Lücken im Gesamtbild eines Werdegangs von zwanzig Jahren, der auf dieser Ebene selten geradlinig verläuft.

Ab wann eine Lücke im Lebenslauf erklärt werden sollte

Kurz: Ab etwa zwei bis drei Monaten, auch auf Führungsebene. Darunter lesen Personalverantwortliche einen Wechsel, darüber eine Phase, die einen Namen braucht.

Die Bundesagentur für Arbeit rät auf ihrer Seite für Berufseinsteiger, Unterbrechungen von mehr als zwei Monaten anzugeben, und hält Monat und Jahr als Zeitangaben für ausreichend. Eine amtliche Schwelle für Führungskräfte gibt es nicht. Wir empfehlen etwa zwei bis drei Monate, wie auch im Beitrag zum Lebenslauf für Führungskräfte. Die Schwellen und Lesarten in diesem Beitrag stammen aus unserer Arbeit an Unterlagen für Führungskräfte, nicht aus Studien. Eine Auswertung von 1,8 Millionen Lebensläufen aus dem Generator des Anbieters LiveCareer, über die die Computerwoche im September 2025 berichtete, zeigt, dass Pausen häufiger werden, von 56% lückenlosen Lebensläufen 2022 auf 46% im Jahr 2025. Warum Lücken im Lebenslauf zunehmen, sagt die Auswertung nicht.

Dauer der PauseLesart des PersonalberatersWas hineingehört
bis etwa 2 MonateWechsel, keine Lückenichts
2 bis 6 MonateLücke, kein Problemeine Zeile mit Monatsdaten und Grund
6 bis 12 MonateLücke, der Grund wird gelesenZeile mit Grund und dem, was in der Zeit war
über 12 MonateLücke, die spätestens im Bewerbungsgespräch zur Sprache kommtZeile plus zwei Sätze für das Gespräch

Freistellung, Aufhebungsvertrag und Arbeitslosigkeit im Lebenslauf

Kurz: Die Station endet mit dem Enddatum aus dem Aufhebungsvertrag. Die Arbeitssuche danach bekommt eine eigene Zeile mit dem Wort „arbeitsuchend“, ohne Beendigungsgrund.

Trennungen auf Führungsebene verlaufen oft über einen Aufhebungsvertrag mit Freistellung, den die Leser auf dieser Ebene kennen. Der Lebenslauf beschreibt die letzte Station über ihre Ergebnisse bis zum Enddatum. Enddatum, Freistellung und Sprinterklausel regeln Sie im Aufhebungsvertrag für Führungskräfte, bevor Sie unterschreiben.

Aus dem Vertrag stammt auch der Wortlaut, mit dem Sie die Trennung beschreiben. Die Sprachregelung gilt für den Lebenslauf, für die LinkedIn-Station, für den Brief und für die Auskunft der Referenzgeber, denn ein Personalberater ruft nach dem Lesen den früheren Vorgesetzten an. Aus der Freistellung heraus bewerben Sie sich mit dem Zwischenzeugnis aus dem Aufhebungsvertrag und mit Referenzgebern, deren Aussage zur Sprachregelung passt. Das Endzeugnis kommt nach dem Enddatum dazu und wird wie jedes Arbeitszeugnis an seinen Formulierungen gemessen.

Die Suchphase nach dem Enddatum im Lebenslauf nennen

Liegen zwischen Enddatum und neuem Job mehr als zwei bis drei Monate, steht die Zeit als eigene Zeile. Das Wort dafür ist „arbeitsuchend“. So schreiben es die Bundesagentur und das Sozialgesetzbuch, und während „arbeitslos“ einen Zustand beschreibt, benennt „arbeitsuchend“ eine Tätigkeit mit Ziel. Die Zeile nennt die Monate und die angestrebte Position, dazu ein Beiratsmandat oder ein Projekt aus dieser Zeit. Für die Meldung als arbeitsuchend nach § 38 SGB III gelten Fristen für das Arbeitslosengeld, deren Termine im Beitrag zum Aufhebungsvertrag stehen.

Wie lange die Suche dauert, ist mit Zahlen nur für begleitete Kandidaten belegt. Laut Pressemitteilung vom Mai 2025 zur BDU-Studie „Outplacementberatung in Deutschland“ hatten 93% der begleiteten Kandidaten innerhalb von höchstens zwölf Monaten einen neuen Arbeitsplatz, davon 40% nach einem halben Jahr oder weniger. Gezählt wurden rund 11.000 Kandidaten mit Outplacement, zu 65% zwischen 50 und 59 Jahre alt, mit einem durchschnittlichen Jahresbruttoeinkommen von 112.000 Euro. Sechs bis zwölf Monate bis zum neuen Job sind auf dieser Ebene nach unserer Einschätzung üblich, ein Teil davon fällt oft noch in die Freistellung.

Gründe für Lücken im Lebenslauf erklären: Formulierungen je Anlass

Kurz: Lücken im Lebenslauf begründen heißt, ihnen eine Zeile mit Monatsdaten, Bezeichnung und einem Halbsatz Inhalt zu geben, im Format der übrigen Stationen.

Die Zeilen in der Tabelle sind Beispiele mit erfundenen Daten und keine Vorlage zum Kopieren, weil ein Personalberater Muster aus dem Netz wiedererkennt. Jede steht chronologisch an ihrem Platz und benennt sachlich, was war. Der Halbsatz nennt ein Mandat, ein Programm oder ein Projekt nur, wenn es das gab.

AnlassBeispiel für die Zeile
Suchphase nach Trennung„01/2025 bis 08/2025 · Arbeitsuchend, Zielposition Geschäftsführung im Maschinenbau, Beiratsmandat bei einem Zulieferer“
Karenzzeit aus Wettbewerbsverbot„04/2024 bis 03/2025 · Karenzzeit aus nachvertraglichem Wettbewerbsverbot, Fortbildung im Aufsichtsratsrecht“
Auszeit nach Vertragsende„09/2023 bis 02/2024 · Sabbatical nach zwölf Jahren Bereichsleitung, Auslandsaufenthalt und Sprachkurs“
Berufliche Neuorientierung„03/2024 bis 09/2024 · Berufliche Neuorientierung vom Konzern zu einem Anbieter in Investorenhand, Interimsmandat als Werkleiter“
Pflege eines Angehörigen„06/2023 bis 01/2024 · Pflege eines Angehörigen“
Krankheit„02/2024 bis 07/2024 · Auszeit aus gesundheitlichen Gründen, seit 08/2024 wieder voll einsatzfähig“
Elternzeit nach Vertragsende„05/2023 bis 04/2024 · Elternzeit“
Weiterbildung„10/2024 bis 03/2025 · Executive MBA, Abschluss 03/2025“

Zwei Anlässe brauchen einen Zusatz. Die Karenzzeit aus einem Wettbewerbsverbot wird als solche benannt, weil der Leser sonst eine Suchphase von bis zu zwei Jahren liest. Ob eine Karenzentschädigung fließt und was für Geschäftsführer und Vorstände abweicht, klären Sie beim Wettbewerbsverbot für Führungskräfte vor der Unterschrift. Wer sich bewusst eine Auszeit nimmt, hat eine Entscheidung getroffen und benennt die Auszeit auch so. Ein Sabbatical im laufenden Vertrag ist dabei die Ausnahme. Nach der Randstad-ifo-Personalleiterbefragung vom ersten Quartal 2023 ermöglicht knapp ein Viertel der Unternehmen ein Sabbatical, in 59% ist es nicht möglich (ifo Institut).

Schwächer als diese Bezeichnungen wirken Umschreibungen wie „Selbstfindungsphase“ oder „bewusst Zeit genommen, um mich neu zu sortieren“. Sie klingen nach einer Rechtfertigung und werfen die Frage auf, was in der Zeit war. Eine Lücke im Lebenslauf sinnvoll füllen können Aktivitäten wie Weiterbildung, ein Ehrenamt oder die Suche selbst nur, wenn sie die Zeit tatsächlich getragen haben.

Was bei Krankheit und anderen Auszeiten in den Lebenslauf gehört

Kurz: Die Monate und die Rückkehr in die volle Einsatzfähigkeit. Die Diagnose nicht.

Von vagen Labels wie „private Gründe“ raten wir ab. Sie lassen den Leser raten, der selten zu Ihren Gunsten rät. Krankheit oder Pflege sind die Gründe für Auszeiten, über die am wenigsten geschrieben wird, obwohl sie auf Führungsebene vorkommen. Die Zeile aus der Tabelle heißt „Auszeit aus gesundheitlichen Gründen“ und endet mit dem Monat, seit dem Sie wieder voll einsatzfähig sind. Mehr steht nicht in den Unterlagen, weil die Diagnose weder den Arbeitgeber noch den Personalberater etwas angeht. Verheimlichen lässt sich die Zeit ohnehin nicht, weil sie in den Monatsdaten im Lebenslauf auftaucht.

Im Bewerbungsgespräch darf ein Arbeitgeber nach Krankheiten nur fragen, soweit sie die Eignung für die Stelle beeinträchtigen, ansteckend sind oder zum Dienstantritt eine Arbeitsunfähigkeit absehbar ist. Das Bundesarbeitsgericht hat diese Grenze in einem Urteil vom 07.06.1984 gezogen (2 AZR 270/83). Eine überstandene Erkrankung ohne Bezug zur Stelle liegt außerhalb dieses Fragerechts, und ein Satz zur Einsatzfähigkeit reicht als Antwort.

Elternzeit und Pflege von Angehörigen im Lebenslauf

Kurz: Die Zeile heißt „Elternzeit“, nicht „Familienpause“ oder „Auszeit“. Solange der Vertrag läuft, ist die Elternzeit keine Lücke.

Läuft der Vertrag, gehört ein Halbsatz zur Pause in die Station, wenn sie länger als ein paar Monate dauerte, damit der Leser die Zeit zuordnen kann. Endet der Vertrag währenddessen oder danach, wird die Zeit zur eigenen Zeile. Teilzeit, Rückkehrrecht und die Fragen zur Familie behandelt die Bewerbung nach der Elternzeit als Führungskraft.

Die Frage nach einer Schwangerschaft ist im Gespräch regelmäßig unzulässig, und eine falsche Antwort darauf ist keine arglistige Täuschung, mit der der Arbeitgeber den Vertrag anfechten könnte. Das hat das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil vom 06.02.2003 entschieden (2 AZR 621/01). Eine ungünstigere Behandlung wegen einer Schwangerschaft gilt nach § 3 Abs. 1 Satz 2 AGG als unmittelbare Benachteiligung wegen des Geschlechts.

Die Pflegezeit dauert nach § 4 Abs. 1 PflegeZG längstens sechs Monate je Angehörigen, die Familienpflegezeit als teilweise Freistellung nach § 2 Abs. 1 FPfZG längstens 24 Monate bei mindestens 15 Wochenstunden. So lange ist die Pflege Teil der laufenden Station. Dauert sie länger oder endet der Vertrag, steht sie als Zeile „Pflege eines Angehörigen“, ohne Angaben zur Person und zur Erkrankung.

Gründung, Beteiligung und Selbstständigkeit als Station

Kurz: Ein eigenes Unternehmen ist eine berufliche Station mit Rolle, Dauer und Ergebnis, auch wenn es geschlossen wurde.

Ein Beispiel mit erfundenen Angaben lautet „04/2022 bis 10/2024 · Gründer und Geschäftsführer, Anbieter für Wartungssoftware im Anlagenbau, 14 Mitarbeiter, Verkauf der Kundenbasis an einen Wettbewerber“. Firma, Funktion, Monate und Größenordnung stehen wie bei jeder Anstellung, auch wenn Sie selbstständig waren, und der Verkauf, die Schließung oder die Insolvenz steht als Ergebnis in der Zeile und ohne Entschuldigung.

Gesellschafter und Aufsichtsräte lesen eine unternehmerische Phase als Beleg für Eigeninitiative und getragenes Risiko. Eine Heldengeschichte über das Scheitern braucht es dafür nicht. Interimsmandate und Beiratsmandate stehen aus demselben Grund als eigene Stationen mit Auftrag, Dauer und Ergebnis, auch wenn sie in eine Suchphase fallen.

Warum Kaschieren mit Jahreszahlen schadet und wo Täuschung beginnt

Kurz: Ein lückenloser Lebenslauf hat Monatsdaten und benannte Phasen und darf Pausen enthalten. Weglassen bleibt erlaubt. Erfinden ist Täuschung.

Das verbreitetste Mittel, eine Pause zu kaschieren, sind Jahreszahlen statt Monatsdaten. Aus „03/2021 bis 01/2023“ wird „2021 bis 2023“. Beginnt die nächste Station im Juni 2023, verschwinden so die vier Monate dazwischen. Ein erfahrener Leser wertet reine Jahresangaben als Vertuschung und prüft danach jede Station schärfer. Dasselbe gilt für ein Erfahrungsprofil, das Stationen mit Dauer statt Datum aufzählt, und für einen Aufbau, der die Pause ans Ende schiebt.

Auf Vorstands- und Geschäftsführungsebene kennt man sich. Ein Personalberater fragt einen früheren Vorgesetzten, ein Aufsichtsrat kennt den Gesellschafter des letzten Arbeitgebers. Eine aufgedeckte Beschönigung wiegt in diesem Kreis schwerer als die benannte Pause.

Unwesentliches dürfen Sie streichen, und Sie müssen nicht jede private Episode dokumentieren. Erfundene Stationen, geänderte Daten oder eine falsche Antwort auf eine zulässige Frage berechtigen den Arbeitgeber dagegen, den Arbeitsvertrag nach § 123 Abs. 1 BGB wegen arglistiger Täuschung anzufechten, auch Jahre nach der Einstellung. Ein gefälschtes Arbeitszeugnis oder ein geändertes Zertifikat ist eine Urkundenfälschung nach § 267 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. Der auf Führungsebene realistischere Fall ist, dass eine erfundene Station bei der Referenzprüfung auffällt, vor der Zusage oder, dann mit Anfechtung, Jahre danach.

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Experten-Tipp

Schreiben Sie die Zeile für Ihre Lücke zuerst, bevor Sie den Rest des Lebenslaufs anfassen. Dann übernehmen Sie denselben Wortlaut in die LinkedIn-Station und in den Brief. Bei einem Personalberater liegen die drei nebeneinander, und im Gespräch gilt seine erste Frage der ersten Abweichung.

Christina Becker

Executive Recruiting & LinkedIn-Branding Expertin

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Christina Becker, Executive Recruiting und LinkedIn-Branding Expertin bei Professionell Bewerben

Die Lücke in Bewerbung, LinkedIn-Profil und Vorstellungsgespräch

Kurz: In den Brief gehört die Pause nur, wenn sie die letzte Station ist. Auf LinkedIn zeigt der Eintrag dieselben Daten wie der Lebenslauf. Im Gespräch reichen zwei Sätze, die Sie von sich aus sagen.

Das Anschreiben für Führungskräfte beantwortet, warum Sie für diese Position die richtige Person sind. Ältere Brüche im Lebenslauf gehören mit einem Wort zum Grund in die Stationen, weil der Brief ihnen sonst ein Gewicht gibt, das sie nicht haben. Eine dritte Seite reichen Sie ungefragt nur bei einer längeren Pause ein, die die letzte Station ist, und bauen sie wie ein Motivationsschreiben für Führungskräfte auf.

LinkedIn bietet seit März 2022 ein eigenes Feld für Karrierepausen mit Anlässen wie Pflege oder Gesundheit. In einer weltweiten Umfrage, die LinkedIn zur Einführung veröffentlichte, gaben 51% der Personalverantwortlichen an, eher einen Kandidaten zu kontaktieren, der den Kontext seiner Karrierepause nennt (LinkedIn Newsroom). Die Umfrage misst eine Absicht, keine Einstellungen. Während einer Freistellung bleibt die Position im LinkedIn-Profil bis zur vereinbarten Bekanntgabe unverändert.

Lücken im Lebenslauf richtig ansprechen, bevor das Gremium fragt

Im Gespräch beantworten Sie die Frage nach der Pause in zwei Sätzen. Der erste nennt, was die Phase war, der zweite, was Sie als Nächstes verantworten wollen. Ein Beispiel für das Ende einer Karenzzeit lautet: „Bis März hat mich das Wettbewerbsverbot aus meinem Vertrag gebunden. Seit April suche ich die Leitung eines Werks mit eigener Entwicklung.“ Eine Rechtfertigung oder eine Klage über den früheren Arbeitgeber schwächt die Antwort. Eine Pflicht, den Bruch von sich aus anzusprechen, gibt es nicht. Wir raten trotzdem dazu, eine sichtbare Pause selbst zu benennen, bevor das Gremium fragt, so wie Sie im Bewerbungsgespräch für Führungskräfte jede Angriffsfläche zuerst selbst nennen.

Fragerecht und Offenbarungspflicht

Kurz: Der Arbeitgeber darf fragen, was für die Stelle erheblich ist. Von sich aus offenbaren müssen Sie nur, was die Arbeit unmöglich macht.

Das Fragerecht des Arbeitgebers ist auf Fragen begrenzt, an denen er ein berechtigtes, billigenswertes und schutzwürdiges Interesse hat, und das Bundesarbeitsgericht wägt dieses Interesse gegen das Persönlichkeitsrecht des Bewerbers ab. Auf eine unzulässige Frage, etwa die nach einer Schwangerschaft, dürfen Sie nach der Rechtsprechung unwahr antworten, ohne dass der Arbeitgeber den Vertrag später deshalb anfechten kann. Auch die Datenerhebung ist auf das Erforderliche begrenzt, weil Bewerber nach § 26 Abs. 8 Satz 2 BDSG als Beschäftigte gelten, deren Daten der Arbeitgeber nur verarbeiten darf, soweit das für die Einstellung nötig ist.

Eine Offenbarungspflicht ohne Frage besteht nach unserer Einschätzung nur in engen Grenzen, etwa wenn ein Umstand die Arbeit auf der Stelle unmöglich macht oder für sie von ausschlaggebender Bedeutung ist. Eine zurückliegende Pause gehört regelmäßig nicht dazu.

Lebenslauf mit Lücke schreiben lassen

Sie bringen Ihren Werdegang mit, die Lücken in Ihrem Lebenslauf, die eine Zeile brauchen, und, falls es einen Aufhebungsvertrag gibt, dessen Sprachregelung. Wir schreiben daraus den Lebenslauf, in dem jede Phase mit Monat und Jahr steht und die Pause eine Zeile hat, die zu Ihrer Zielrolle passt. Auf Wunsch kommt die vollständige Bewerbung für Führungskräfte mit Anschreiben und Kompetenzprofil in demselben Wortlaut dazu. Was wir nicht anbieten, sind Gesprächstraining, Coaching und die Vermittlung in eine Position. Das erste Gespräch ist vertraulich und beginnt bei der Zeile für Ihre Pause.

Christina Becker – Executive Recruiting & LinkedIn-Branding Expertin bei Professionell Bewerben

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Häufige Fragen zu Lücken im Lebenslauf

Ab wann gilt eine Unterbrechung als Lücke?

Die Bundesagentur für Arbeit nennt für Berufseinsteiger zwei Monate, wir raten Führungskräften zu etwa zwei bis drei Monaten. Kürzere Übergänge zwischen zwei Verträgen entstehen durch Kündigungsfristen und brauchen keine Zeile.

Ist eine Freistellung eine Lücke?

Nein. Sie bleiben während der Freistellung angestellt. Im Lebenslauf endet die Station mit dem Enddatum aus dem Aufhebungsvertrag, und die Zeit danach zählt erst ab der Schwelle als Lücke.

Wie erkläre ich eine Lücke im Lebenslauf?

Mit einer Zeile wie „06/2023 bis 01/2024 · Pflege eines Angehörigen“ an ihrem Platz in der Chronologie. Wer etwas ergänzen kann, etwa ein Mandat oder eine Weiterbildung, hängt einen Halbsatz an. Auf LinkedIn und im Gespräch fällt derselbe Wortlaut.

Muss ein Lebenslauf lückenlos sein?

Unglaubwürdig wird ein Lebenslauf durch Jahreszahlen, die eine Pause verdecken. Lückenlos im Sinn eines Personalberaters ist ein Werdegang mit Monatsdaten, in dem jede Phase einen Namen hat.

Wie schreibe ich Arbeitslosigkeit in den Lebenslauf?

Mit der Zeile „Arbeitsuchend“, dem Zeitraum und der Position, die Sie anstreben, etwa „Zielposition Geschäftsführung im Maschinenbau“. Das Wort „arbeitslos“ bleibt draußen, erfundene Tätigkeiten ebenso.

Muss ich eine Krankheit als Grund nennen?

Die Diagnose gehört nicht in die Unterlagen. Fragen darf der Arbeitgeber nur nach Erkrankungen, die die Eignung für die Stelle beeinträchtigen, ansteckend sind oder zum Dienstantritt eine Arbeitsunfähigkeit erwarten lassen. Eine solche Frage beantworten Sie wahrheitsgemäß.

Darf der Arbeitgeber nach einer Schwangerschaft fragen?

Regelmäßig nicht. Sie dürfen diese Frage nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts unwahr beantworten, ohne dass der Arbeitgeber den Vertrag deshalb später anfechten kann.

Wie stelle ich eine längere Auszeit dar?

Als Zeile mit der Bezeichnung, etwa „Sabbatical“, den Monaten und einem Halbsatz zum Inhalt wie Auslandsaufenthalten oder einem Mandat. War die Zeit im Arbeitsvertrag vereinbart, ist sie Teil der laufenden Station.

Soll ich die Lücke im Gespräch selbst ansprechen?

Ja, bevor das Gremium danach fragt. Eine Antwort, die Sie geben, bevor jemand fragt, klingt nach einer Entscheidung, eine Antwort auf Nachfrage nach einer Erklärung.