Blogbeitrag Lebenslauf

Lebenslauf Aufbau – So bauen Sie Ihren CV formal und inhaltlich richtig auf

Bei Umfragen haben wir herausgefunden, dass viele Bewerber der Meinung sind, dass der Lebenslauf einer Bewerbung recht einfach zu erstellen sei.

Einmal alle Daten in ein hübsches Design aus dem Internet abgetippt und an 30 Anschreiben drangehängt, fertig!

Oder sie füttern einen 10 Jahre alten Lebenslauf mit den neuesten Daten, gestalten das Design ein bisschen moderner und dann passt das schon. Wenig Aufwand und merken tut das ja eh keiner… Falsch!

Tatsächlich sollten Sie sich mit dem Gedanken anfreunden, dass Sie für einen guten Eindruck und eine erfolgreiche Bewerbung auch Ihren Lebenslauf jeder Stellenanzeige und Bewerbung anpassen sollten. Und zwar nicht im Design, sondern inhaltlich.

Oft reicht gerade bei älteren Lebensläufen eine reine Aktualisierung des Lebenslaufes nicht aus. Die Anordnung der Stationen ist veraltet oder die ganze Struktur ist nicht mehr zeitgemäß. Ein Beispiel dafür ist die früher chronologische, heute jedoch anti-chronologische Auflistung der Berufserfahrung.

Aber auch bei Berufsanfängern oder Bewerbern, die noch nicht so lange aus dem Bewerbungsprozess draußen sind, reicht es nicht, den Lebenslauf ein bisschen zu aktualisieren und dann an gut geschriebene Anschreiben anzuhängen.

Ein Lebenslauf sollte Ihr individuelles Profil ebenso darstellen wie das Anschreiben. Und nochmal, ich meine hier nicht das Design!

Wie also gestalten Sie einen erfolgreichen und zielführenden Lebenslauf?

Inhalt

Die generelle Struktur und der formale Aufbau

Zum generellen Aufbau eines Lebenslaufes ist es wichtig zu wissen, dass die aktuellen Daten immer wichtiger sind als die, die weiter zurückliegen.

Außerdem sollte ein Lebenslauf immer einen roten Faden aufweisen und den Leser gezielt durch die Bewerbung führen.

Das heißt, die Strukturierung und die ordentliche Aufbereitung eines Lebenslaufes ist ebenso wichtig, wie der Inhalt.

Formale Aspekte sind – wie in der gesamten Bewerbung – natürlich erst einmal die Schriftart, die Schriftgröße und die Grundformatierung.

Hier sollten Sie darauf achten, eine Schriftart zu wählen, welche in jeder Größe gut lesbar ist (wegen der Kopf- und der Fußzeile auch in kleinen Größen) und keine Serifen hat. Wenn Sie Ihre Unterlagen zusätzlich von dem Einheitsbrei Ihrer Mitbewerber abheben möchten, sollten Sie nicht gerade eine Schriftart verwenden, welche von jedem zweiten Bewerber verwendet wird, wie Arial, Times New Roman oder Calibri.

(Dazu gibt es hier auch bald einen neuen Blogbeitrag zu einfachen und individuellen Gestaltungsmöglichkeiten Ihrer Bewerbung in Word.)

Der formelle Aufbau Ihres Lebenslaufes sollte in etwa so aussehen:

Lebenslauf Impression

In der Kopfzeile sollten sich auf jeder Seite Ihre Kontaktdaten wiederfinden und in der Fußzeile die Seitenzahlen. Wie Sie die Kopfzeile und die Seitenzahlen anordnen und formatieren, bleibt allerdings ganz Ihnen überlassen. Sie sollten dem persönlichen Geschmack des Bewerbers und dem Design entsprechend gestaltet werden.

Ansonsten ist ein Lebenslauf wie folgt gegliedert:

  1. Persönliche Daten
  2. Beruflicher Werdegang/ Berufserfahrung/ Praxiserfahrung
  3. Fort- und Weiterbildungen
  4. Studium und Ausbildung
  5. Schulbildung und Praktika (ACHTUNG, nur bei Relevanz!)
  6. Weitere Kenntnisse

Auf die einzelnen Bereiche gehen wir nun näher ein.

Persönliche Daten

In einem Lebenslauf wird in der Regel mit Ihrem vollständigen Namen und Ihrer Adresse begonnen. Sollten Sie die Adresse bereits auf dem Deckblatt aufgeführt haben und auch in der Kopfzeile des Lebenslaufes platziert haben, ist es Ihre Entscheidung, ob Sie diese nochmals unter der Überschrift „persönliche Daten“ aufführen möchten.

Üblich sind außerdem Angaben wie Geburtsdatum und Geburtsort. Obwohl diese Angaben, aufgrund von Altersdiskriminierung, nicht mehr aufgeführt werden müssen, raten wir doch dazu sie der Vollständigkeit halber aufzuführen.

Da auch wir leider immer wieder von Diskriminierung im Bewerbungsprozess hören und einige unserer Mitarbeiter/innen auch schon ähnliches erlebt haben, raten wir unseren Bewerbern mit ausländischen Namen immer folgendes:

Wenn der Geburtsort des Bewerbers/ der Bewerberin in Deutschland liegt, er oder sie allerdings einen ausländischen Namen hat, sollte der Geburtsort angegeben werden. Dies zeigt, dass der Bewerber/ die Bewerberin die deutsche Sprache als Muttersprache beherrscht und die deutsche Staatsangehörigkeit hat.

Wenn sich der Geburtsort im Ausland befindet, der Bewerber/ die Bewerberin allerdings die deutsche Staatsbürgerschaft hat, würden wir empfehlen den Geburtsort wegzulassen und die Staatsangehörigkeit anzugeben. Das zeigt dem Arbeitgeber, dass Sie keine Probleme mit Aufenthaltsstatus, Arbeitserlaubnis oder ähnlichen formalen Aspekten haben und die deutsche Sprache auf einem gewissen Niveau beherrschen.

Berufserfahrung und Tätigkeiten

Der zweite Block, welcher bei Arbeitnehmer/innen mit Berufserfahrung auch der wichtigste ist, ist die Berufserfahrung und die darunter gelisteten Tätigkeiten.

Hier sollten Sie folgenden Punkten besondere Beachtung schenken:

– Datumsangaben sollten einheitlich formatiert werden und mit Monats- und Jahreszahlen angegeben werden – also beispielsweise 07/2015 – 10/2017

– Jede berufliche Position sollte mit Unternehmen, Stadt und entsprechender Position genannt werden

– Die Positionen sollten so benannt sein, wie sie auch im Arbeitszeugnis oder im Arbeitsvertrag aufgeführt sind

– Unterhalb jeder Position müssen unbedingt die innerhalb dieser Position verantworteten Aufgaben aufgeführt sein. Hier gilt die Regel, dass bei der aktuellen und der vorherigen Position ganz grob 5 – 10 Tätigkeiten genannt werden sollten (je nach Höhe der Position und nach Umfang der verantworteten Tätigkeiten), bei den Positionen der letzten fünf bis sieben Jahre 3 – 5 Tätigkeiten und bei Positionen älter als zehn Jahre keine Tätigkeiten mehr – es sei denn sie sind für die Bewerbung relevant.

– Achten Sie bei der Anordnung der Tätigkeiten darauf die für die angestrebte Stelle wichtigen Tätigkeiten weiter oben zu platzieren und die nicht ganz so wichtigen Fähigkeiten erst danach aufzulisten. So bekommt der Personalverantwortliche gleich einen Eindruck davon, was Sie für die angestrebte Stelle alles an Erfahrung und Kompetenz mitbringen.

Fort- und Weiterbildungen

Als nächstes kommt oftmals der Block „Weiterbildungen“, unter welchem Sie Ihre beruflichen und privaten Weiterbildungen der letzten Jahre auflisten können. Bitte achten Sie hierbei darauf vor allem relevante Weiterbildungen anzugeben und auch nur solche, welche noch aktuell sind.

Weiterbildungen im Bereich Windows95 von 1996 haben in einer Bewerbung nichts mehr verloren und auch Sprachkurse von vor 10 Jahren sind nicht mehr relevant.

Eine gute Richtlinie, an welcher Sie sich orientieren können, ist die, dass Sie Fort- und Weiterbildungen nur bis max. 10 Jahre zurück aufnehmen und auch diese nur, wenn Sie noch eine gewisse Relevanz für die angestrebte Stelle haben.

Achten Sie auch hier darauf die genauen Datumsangeben aufzuführen, wann Sie die Weiterbildungen absolviert haben und bei welchem Institut.

Ob Sie nach ihren beruflichen Erfahrungen erst den Blog „Weiterbildungen“ oder zuerst den Blog „Studium- und Ausbildung“ aufführen, hängt stark davon ab, welcher Blog mehr Relevanz für Ihre angestrebte Stelle hat.

Studium und Ausbildung

Unter dieser Überschrift können Sie Ihre Ausbildung und/ oder Ihr Studium aufführen. Auch hier gilt, dass die aktuelleren Positionen zuerst genannt werden und dann die weiter zurückliegenden.

Achten Sie hier unbedingt darauf anzugeben, ob und mit welchem Abschluss Sie die jeweilige Ausbildung/ das genannte Studium erfolgreich abgeschlossen haben.

Schule und Praktika

Dieser Blog ist nur für Bewerber und Bewerberinnen relevant, welche sich auf Praktikums-, Ausbildungs- oder Studienplätze bewerben.

Sobald ein höherer Bildungsabschluss vorliegt, wie beispielsweise eine abgeschlossene Ausbildung oder ein erfolgreiches Studium, muss der Schulabschluss nicht mehr unbedingt genannt werden.

Sinnvoll kann die Nennung des Schulabschlusses bei Bewerberinnen und Bewerbern allerdings dann sein, wenn sie damit entsprechende Stärken und Leidenschaften untermauern möchten. Beispielsweise kann der Hinweis auf die schon in jungen Jahren ausgeprägte Technikaffinität und das daraus resultierende technische Abitur eventuell ein Pluspunkt bei der Suche nach dem ersten festen Job in einer technisch forcierten Branche sein.

Sobald allerdings die erste Berufserfahrung vorliegt, kann und sollte die Schulbildung im Lebenslauf keine große Rolle mehr spielen.

Eine Ausnahme hierbei ist die Entstehung von Lücken, beim Weglassen der Schulbildung.

Weitere Kenntnisse

Unter dieser Überschrift sollten weitere Kenntnisse wie EDV- und Sprachkenntnisse aufgeführt werden.

In vielen Lebensläufen, welche wir bekommen, werden diese Angaben einfach unterschlagen, mit dem Hinweis, dass Sie in der angestrebten Position eh nicht gebraucht werden.

Das sollten Sie nicht tun.

Auch wenn Sie Ihre „Guten Englischkenntnisse“ in der angestrebten Position eventuell nicht benötigen und sie ind er Stellenanzeige auch nicht gefordert sind, kann das eventuell trotzdem eine Entscheidung zu Ihren Gunsten bewirken.

Nehmen wir als Beispiel eine Krankenschwester, welche durch private Weiterbildung „Gute Englischkenntnisse“ und aufgrund von bilingualen Eltern „Fließende Türkischkenntnisse“ vorweisen kann.

Sie bewirbt sich auf eine Stelle, welche eventuell keine Fremdsprachenkenntnisse erfordert. Nun ist es aber so, dass in diesem Krankenhaus viele türkischstämmige Personen behandelt werden -eventuell, weil das Krankenhaus zentral zu einem Wohnviertel liegt, in welchem überwiegend türkische Familien wohnen.

Viele der älteren Patienten können nur Deutsch und einige der jüngeren Patienten können besser Englisch als Deutsch…

Sie sehen worauf dieses Beispiel hinaus läuft?

Diese Dame ist aufgrund Ihrer fremdsprachlichen Kenntnisse sehr gut für die Betreuung dieser Patienten geeignet und wird auf jeden Fall gegenüber einer Kandidatin ohne Fremdsprachenkenntnisse bevorzugt werden.

Nehmen Sie hier also alle Kenntnisse auf, welche Sie im Bereich EDV- und Softwareprogramme sowie Fremdsprachenkenntnisse haben. Dieses Wissen könnte den Ausschlag dafür geben, ob Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden oder nicht.

Fazit

Generell ist es bei der Erstellung eines Lebenslaufes wichtig, dem Personalverantwortlichen ein umfassendes 3D-Bild von Ihnen, Ihren Erfahrungen und Ihren Kenntnissen zu vermitteln und das Wissen/ das Know-How, welches Sie mitbringen, übersichtlich aufbereitet darzulegen.

Nichts ist verwirrender und unübersichtlicher, als wenn sich der Leser Ihrer Bewerbungsunterlagen alle Informationen, die er haben möchte aus Ihren einzelnen Arbeitszeugnissen und Anlagen zusammensuchen muss oder sogar gar nicht alle Angaben findet, die ihn interessieren – beispielsweise durch einen mangelhaften Lebenslauf plus fehlende Zeugnisse und Nachweise.

Wie schon öfters erwähnt haben Personalverantwortliche viele Bewerbungen auf eine Stelle auf dem Tisch und entscheiden daher schon nach nur ein paar Minuten, ob der Bewerber/ die Bewerberin interessant für die Besetzung der offenen Stelle ist oder nicht.

Machen Sie es dem Leser/ der Leserin also leicht, indem Sie ihm oder ihr alle wichtigen Informationen übersichtlich und geordnet zur Verfügung stellen.

Sollten Sie weitere Fragen zur Erstellung, Optimierung oder Aufbereitung Ihres Lebenslaufes haben oder Hilfe dabei benötigen, sind wir jederzeit gerne für Sie da!

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