Blogbeitrag Bewerbungsfoto

Bewerbungsfoto – Tipps und Beispiele von gelungenen Bewerbungsbildern

Heutzutage werden Sie in kaum keiner Stellenanzeige mehr die Bitte nach einer Einreichung Ihres Fotos lesen, denn laut Gesetz dürfen Personalverantwortliche in Deutschland aufgrund des Gleichbehandlungsgesetzes keine Bewerbungsfotos mehr anfordern.

In der Praxis sieht es meistens so aus, dass Bewerber weiterhin Bewerbungsunterlagen mit Bild einreichen, weil sie es so schon seit jeher kennen und weil sie wissen, dass dieses Foto das Zünglein an der Waage sein könnte, welches zu ihren Gunsten entscheidet – und das oftmals nur aufgrund unbewusster Sympathie.

„Der erste Eindruck zählt.“ Das ist ein unumstößlicher Grundsatz

Sobald man eine Person oder ein Bild sieht oder betrachtet, hat man sich bewusst oder unbewusst gedanklich eine Meinung zu dieser Person gebildet – entweder positiv oder negativ. Dann werden dieser Person unbewusst Eigenschaften zugeschrieben, welche das Unterbewusstsein durch unseren täglichen Kontakt mit Menschen und durch unsere Erfahrungen mit verschiedenen Personengruppen gespeichert hat.

Das geht jedem Menschen so und auch die Personalverantwortliche, mit welchen wir zu tun haben, bestätigen uns diese Theorie größtenteils.

Selbstverständlich gibt es bei einer Bewerbung viele wichtige Faktoren, um auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein. Und natürlich ist nicht allein das Bewerbungsbild entscheidend, sondern auch ein zielgerichtetes Anschreiben und ein gut aufbereiteter Lebenslauf. Aber oftmals wird die Wichtigkeit des Bewerbungsbildes an sich unterschätzt und vor allem die Aussagekraft eines professionellen Bewerbungsbildes.

Wir möchten Ihnen deshalb in diesem Artikel ein paar professionelle Tipps geben, wie Sie mit Ihrem Bewerbungsbild zusätzlich zu Ihren Bewerbungsunterlagen punkten können.

Inhalt

Tipps zum Bewerbungsfoto

Hier ein paar kleine Tipps, welche Ihnen helfen können, Fehler bei Bewerbungsfotos zu vermeiden:

a) Gehen Sie zu einem professionellen Fotografen

Gehen Sie zu einem Fotografen Ihres Vertrauens oder in einen professionellen Fotoladen in Ihrer Stadt und lassen Sie vom Fachmann ein oder mehrere professionelle Bewerbungsbilder machen.

Warum geben wir Ihnen ausgerechnet diesen Tipp?

Leider erleben wir es fast jede Woche, dass wir mit den Bewerbungsunterlagen zusammen Bilder zugeschickt bekommen, welche für eine Bewerbung absolut nicht geeignet sind und sogar die beste und professionellste Bewerbung zu einem Flop werden lassen.

Hier einige negative Beispiele:

  • Selfies
  • Unscharfe / verwackelte Fotos
  • Amateur-Bilder vor weißen Hauswänden
  • Erkennbar veraltete Fotos
  • Private Ganzkörperfotos, welche zurechtgeschnitten wurden – beispielsweise aus dem Urlaub
  • Zu schrille oder unpassende Kleidung und/ oder zu viel Make-up
  • Zu weit aufgeknöpfte Blusen und Hemden
  • Unpassender Hintergrund, meistens zu dunkel oder zu bunt
  • Eingescannte Passbilder
  • Bilder in einer zu kleinen Auflösung von 100 KB und kleiner
  • etc.

Ein professioneller Fotograf kostet seinen Preis, aber für diesen Preis können Sie aussagekräftige und qualitativ hochwertige Bilder verlangen. Mittlerweile ist es üblich, dass Sie Bewerbungsfotos als digitale Datei gespeichert bekommen und auf Wunsch zusätzlich ausgedruckt auf Fotopapier. Ein guter Fotograf wird Sie nach Ihrem Beruf oder Zielberuf fragen, eventuell Ihre Kleidung begutachten und einen passenden Hintergrund auswählen.

b) Achten Sie auf angemessene Kleidung und ein ordentliches, passendes Äußeres

Das klassische Beispiel ist das des Bankers/ der Bankerin bzw. des Bankkaufmanns/ der Bankkauffrau. Hier hat fast Jeder ein Bild von einem Mann im Anzug oder von einer Frau in schlichtem Kostüm vor Augen. Diese Art der Kleidung ist jedoch nicht in jeder Branche und in jedem Unternehmen passend, so dass Sie sich vor dem Besuch beim Fotografen informieren sollten, welche Kleidung für Ihre Branche, Ihren Beruf und Ihre angestrebte Position passend ist.

Sollte eine Krawatte oder ein Halstuch getragen werden, sollten diese dezent oder höchstens noch nach der Farbe der Bank oder des Unternehmens ausgewählt werden. Für eine Bewerbung bei der Sparkasse könnten beispielsweise eine rote Krawatte oder ein rotes Halstuch zu einem klassischen schwarzen oder dunkelblauen Anzug oder Businesskostüm von Vorteil sein.

Auch die Frisur sollte der Branche angepasst sein. Bitte keine kunstvoll zerzausten Haare für einen klassischen und eher konservativen Beruf, wie zum Beispiel den eben vorgestellten. Allerdings kommt es auch hier immer auf die Branche und das Unternehmen an. Bei modernen, kreativen Berufen oder in jungen, hippen Start-up-Unternehmen kommen coole und lässige Frisuren besser an als in einer traditionellen, eher konservativen Bank.

c) Achten Sie darauf, einen neutralen Hintergrund zu wählen

Sollte der Fotograf Sie auffordern einen Hintergrund zu wählen oder selbst einen dunklen Hintergrund vorschlagen (ja, auch das haben wir schon erlebt) bestehen Sie auf einen hellen oder neutralen Hintergrund.

Oftmals ist Tageslicht am besten geeignet und ergibt die schönsten Bilder. Aber nicht alle Fotografen fotografieren im Freien oder an öffentlichen / gut beleuchteten Orten, so dass manchmal auch nur die Studio-Variante übrigbleibt. Achten Sie dann verstärkt darauf, dass ein heller Hintergrund (creme, hellgrau, hellblau oder weiß) gewählt wird und sich dieser nicht mit den Farben Ihres Outfits beißt – beispielsweise ein hellblauer Hintergrund, wenn Sie die vorhin erwähnte rote Krawatte oder eine rote Bluse tragen.

d) Bestehen Sie auf ein modernes Format

In jeder Branche gibt es Trends und Neuerungen. Auch im Bereich Bewerbungsbilder.

Lange – vor allem noch in der Zeit der Papierbewerbungen, als die Bewerbungsfotos mit einer Büroklammer an die Bewerbungsmappe geheftet wurden – waren kleine Hochkant-Formate auf Lebensläufen gängig und vollkommen in Ordnung.

Heutzutage punkten Bewerber eher mit Deckblättern, welche Bewerbungsbilder im Querformat mit farblich passenden Hintergründen zu den jeweiligen Berufsbranchen und der Kleidung des Bewerbers haben. Hier ist der Bewerber frei, ob er ein ausdrucksstarkes Porträtfoto oder ein Bild mit einem Bildausschnitt bis unter die Brust oder sogar bis zur Mitte der Oberschenkel wählen möchte. Auch in der Frage ob schwarz-weiß oder Farbfotos ist der Bewerber völlig frei. Manchmal sind schwarz-weiß Fotos aussagekräftiger als Farbfotos, manchmal ist die Kombination der Farbe des Outfits mit der Farbe des Hintergrundes das, was das Bild erst ausmacht.

Ein weiterer Grund, um auf ein Bewerbungsfoto im Querformat zu bestehen ist der, dass ein Hochformat nie zu einem Querformat zugeschnitten werden kann, ein Querformat kann jedoch ohne Probleme in ein Hochformat verwandelt werden. Das ist vor allem dann von Vorteil, wenn Sie das Bild für verschiedene Formate, wie Lebenslauf, Xing oder ähnliches verwenden möchten oder noch nicht sicher sind, welches Design Sie sich für Ihre Bewerbung aussuchen werden.

Bei Bewerbungen für Führungskräfte sind oftmals Querformate und Bilder im Anzug mit einem Bildausschnitt bis zur Höhe des Gürtels die Nummer eins. Oftmals werden auch gezielt Accessoires wie eine Aktenmappe, eine Brille, ein Stift oder ein Tablett eingesetzt, um eine professionelle und dennoch lässige Haltung zu erreichen.

e) Keine angeschnittenen Köpfe oder Schultern

Im Zuge der Bitte um ein Bewerbungsbild im Querformat sollten Sie den Fotografen auch darum bitten, weder Ihren Kopf noch Ihre Schultern anzuschneiden. Denn auch hier haben Sie das Problem, dass Sie bei manchen Designs oder Verwendungszwecken nur ein Bild OHNE Bildanschnitte verwenden können. Sollten Sie das Bild hinterher angeschnitten wünschen – beispielswiese am Kopf – kann das Bild immer noch dementsprechend zugeschnitten und bearbeitet werden.

f) Mut zur Kreativität

Zu modernen Bewerbungsfotos in Kreativen Branchen gehört zudem oft auch etwas Mut. Wenn die Stellenanzeige kreativ verfasst wurde und förmlich nach einer kreativen Bewerbung schreit, sollten Sie dies aufgreifen und beim Thema Bewerbungsfoto ebenfalls kreativ werden.

Wie wäre es mit einem Bewerbungsbild, auf welchem Sie das Produkt (falls es eins gibt) des potenziellen Arbeitgebers in der Hand halten? Wenn Kreativität in einer Position gewünscht ist, sollte diese sich jedoch trotzdem in einem professionellen Rahmen bewegen. Wenn Sie unsicher sind, sollten Sie sich den Rat von Profis einholen, da zu viel des Guten schnell den Gegeneffekt erzeugen kann.

g) Strahlen Sie Freundlichkeit und Optimismus aus

Außerdem sagt ein Lächeln mehr als tausend Worte. Achten Sie bitte neben der Kleidung, Ihrer Frisur, dem Hintergrund und ggf. Ihrem Make-up auch auf den passenden Gesichtsausdruck. Grimmig oder mürrisch sollten Sie bitte nicht schauen, aber auch nicht strahlend oder aus vollem Herzen lachend. Ein kleines oder auch nur angedeutetes Lächeln sowie ein freundlicher Blick sind ideal.

Beispiele von gelungenen Bewerbungsbildern

Anhand einiger Bilder von verschiedenen Internetplattformen möchten wir Ihnen nun zeigen, was genau wir unter gelungenen Bewerbungsbildern verstehen.

a) Porträtbilder

Diese beiden Bilder wurden als Porträts angefertigt, was so viel heißt, dass sich das Auge das Betrachters auf das Gesicht der abgelichteten Person konzentriert. Diese Art des Bildes ist vor allem bei ausdrucksstarken Gesichtern von Vorteil. Leider erfordert es etwas Übung vor der Kamera und meistens viel Zeit seitens des Fotografen.

b) Bilder mit Bildausschnitt bis unter die Brust

Bei dieser Art der Bilder wird die abgelichtete Person bis unterhalb der Brust oder bis zum Bauchnabel fotografiert. Auch hier liegt der Hauptfokus auf dem Gesicht, allerdings nicht so sehr, wie auf dem Porträtbild.

Diese Art Bild ist die geläufigste Art des Bewerbungsbildes, da hier das Gesicht und die Körperhaltung gut eingefangen werden können und mit der Körperhaltung viel ausgesagt werden kann. Bei Frauen wirkt beispielsweise ein zur Seite geneigter Kopf eher schüchtern und fragend, während ein Bild leicht von unten fotografiert die abgelichtete Person arrogant und unnahbar wirken lässt. Beides sind Effekte, die vermieden werden sollten.

Folgende Bilder können Ihnen einen Einblick geben, welche Art Bilder gut geeignet sind, um Sie in einem positiven Licht darzustellen:

c) ¾- oder Ganzkörperbilder

Die dritte Variante sind Ganzkörperbilder oder Bilder, welche einen Bildausschnitt bis zum Gürtel oder Oberschenkel haben. Diese Art der Bewerbungsbilder werden oftmals bei professionellen Bewerbungsshootings angeboten und haben den Vorteil, dass sie auf jedes Format zugeschnitten werden können. Auch kann bei solch einem Bild viel mit der Haltung, dem Hintergrund und den Accessoires ausgedrückt werden. Achten Sie bei solchen Fotos auf eine aufrechte und selbstbewusste Haltung, aber versuchen Sie so natürlich wie möglich zu stehen oder sich zu bewegen. Eine steife, unnatürliche Haltung kann den Effekt des Bildes ins Gegenteil kippen.

Hier unsere Beispiele von gelungenen Bildern:

Fazit

Als Bewerbungsexperten, können wir Ihnen, vor allem bei einer Bewerbung innerhalb Deutschlands, nur raten, Ihre Bewerbungsunterlagen mit einem professionellen Bewerbungsbild zu vervollständigen.

Ob das Foto nun groß auf dem Deckblatt vor dem Anschreiben platziert oder kleiner im Lebenslauf eingefügt wird, können Sie selbst entscheiden und hängt auch stark von Ihrem Design und Ihrem Selbstbewusstsein ab. Beides ist üblich und wird akzeptiert.

Achten Sie bei der Erstellung eines professionellen Bewerbungsbildes also auf folgende Dinge:

  • Professionelle Aufnahme
  • Geeignete Kleidung, der Branche und dem Berufswunsch angemessen
  • Ein ordentliches, dem Beruf und dem Unternehmen angepasstes Äußeres
  • Bildausschnitt im Querformat – entweder als Porträt, bis zum Bauch oder als ¾-Bild
  • Ein heller Hintergrund, ggf. dem Berufswunsch oder der Branche angepasst
  • Weder Kopf noch Schultern sollten angeschnitten sein
  • Ein kleines, angedeutetes Lächeln und ein freundlicher Blick
  • Eine selbstbewusste, natürlich Haltung

Sollten Sie darüber hinaus weitere Hilfe bei der Erstellung Ihrer Bewerbungsunterlagen benötigen, sind wir selbstverständlich jederzeit für Sie da und unterstützen Sie dabei!

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