Bewerbung schreiben

Bewerbung schreiben – Bewerbungsschreiben und Lebenslauf erstellen

Jede/r Arbeitnehmer/in, die/der sich schon einmal beworben hat kennt das Problem: er oder sie soll eine Bewerbung schreiben.

Naja, das ist ja nicht weiter schwer.

Den Lebenslauf einmal eingetippt, in ein hübsches Design aus dem Internet eingefügt und an ein Bewerbungsschreiben drangehängt, das maximal geringfügig angepasst wird. Oder einen alten Lebenslauf mit den neuesten Daten gefüttert und das Design ein bisschen moderner gestaltet.

Wenig Aufwand und merken tut das ja eh keiner! Falsch!

Ein Personalverantwortlicher merkt sehr wohl, ob Sie sich mit Ihren Unterlagen Mühe gegeben oder nur das absolute Minimum an Zeit aufgewandt haben.

Deshalb sollten Sie sich sowohl zu Ihrem Lebenslauf als auch zu Ihren einzelnen Bewerbungsschreiben stets individuell Gedanken machen.

Wir geben Ihnen in diesem Beitrag eine kurze Zusammenfassung über den grundsätzlichen Aufbau einer professionellen Bewerbung, wie Sie einen Lebenslauf ansprechend gestalten und wie Sie ein erfolgreiches Anschreiben verfassen.

Inhalt

  1. Der grundsätzliche Aufbau einer Bewerbung
  2. Das Deckblatt
  3. Der Lebenslauf
  4. Das Bewerbungsschreiben
  5. Fazit

Der grundsätzliche Aufbau einer Bewerbung

Der klassische Aufbau von Bewerbungsunterlagen kann wie folgt aussehen:

Variante Nummer 1:

1. Deckblatt
2. Anschreiben
3. Lebenslauf
4. 3. Seite (optional)
5. Zeugnisse

Variante Nummer 2:

1. Anschreiben
2. Deckblatt
3. Lebenslauf
4. 3. Seite (optional)
5. Zeugnisse

Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Bewerbung sowohl vom Design als auch vom Inhalt her einen roten Faden hat und den Personaler nicht nur durch die Unterlagen leitet, sondern auch ein 3D-Bild von Ihnen als Person und Arbeitnehmer erschafft.

Einige Bewerbungsratgeber empfehlen, das Deckblatt weg zu lassen und das Bewerbungsbild auf dem Lebenslauf zu platzieren.

Dies ist selbstverständlich auch eine Möglichkeit, allerdings vertreten wir – und auch einige Personaler, mit welchen wir uns unterhalten haben – die Auffassung, dass zu einer vollständigen Bewerbungsmappe ein Deckblatt gehört, auf welchem sich die wichtigsten Daten wie Name, Adresse, Kontaktdaten sowie der Hinweis „Bewerbung als …“ plus ggf. die Kennziffer oder Referenznummer der Stellenausschreibung befinden.

Bedenken Sie bei der Erstellung Ihrer Unterlagen bitte immer:

Personaler/innen großer Firmen nehmen sich oft nur eine Minute Zeit, um die Bewerbung zu überfliegen. Nach diesen 60 Sekunden wird entschieden, auf welchem Stapel die Bewerbung landet. Machen Sie es dem Leser/ der Leserin also bitte so einfach wie möglich, damit er oder sie die wichtigsten Informationen schnell und einfach erfassen kann.

Das Deckblatt

Beginnen wir mit dem Deckblatt – falls Sie sich dazu entschließen Ihren Bewerbungsunterlagen eines vorne anzustellen:

Folgende Informationen sollten auf einem Deckblatt zu finden sein:

• Der Name des Bewerbers/ der Bewerberin
• Die vollständige Adresse
• Die Kontaktdaten bestehend aus Handy-/ Telefonnummer sowie E-Mail-Adresse
• „Bewerbung als XYZ“ plus ggf. die in der Stellenanzeige aufgeführte Kennziffer
• Bei Wunsch des Bewerbers/ der Bewerberin ein Bewerbungsbild

Ansonsten kann das Deckblatt sowohl schlicht als auch modern oder kreativ gestaltet sein. Das hängt einmal von Ihrem persönlichen Geschmack ab, solle aber auch auf das Unternehmen und vor allem auf die die angestrebte Stelle angepasst werden.

Eine Dame, welche sich auf eine Führungsposition bewirbt, sollte nicht unbedingt ein mädchenhaftes rosa oder pinkes Design verwenden, sondern die Bewerbung und auch die Farbgestaltung eher dezent halten. Eine Bewerbung für eine Position in einer Werbeagentur oder einem Designstudio dagegen sollte definitiv etwas kreativer und oft auch farbiger gestaltet sein.

Ein Beispiel für ein schlichtes Deckblatt sehen Sie hier:

Deckblatt Bewerbung

Der Lebenslauf

Als erstes sollten Sie mit Ihrem Lebenslauf und nicht mit dem Anschreiben beginnen. Das fällt oft leichter und schafft wichtige Grundlagen für die spätere Erstellung des Bewerbungsschreibens.

Sie sollten sich dabei mit dem Gedanken anfreunden, dass Sie für einen guten Eindruck auch Ihren Lebenslauf jeder Stellenanzeige und Bewerbung anpassen sollten. Und zwar nicht im Design, sondern inhaltlich.

Oft reicht gerade bei älteren Lebensläufen eine reine Aktualisierung des Lebenslaufes nicht aus. Die Anordnung der Stationen ist veraltet oder die ganze Struktur nicht mehr aktuell. Aber auch bei Berufsanfängern oder Bewerbern, bei welchen die letzte Bewerbung noch nicht so lange her ist, reicht es nicht, den Lebenslauf ein bisschen zu aktualisieren und dann an ein gut geschriebenes Anschreiben anzuhängen.

Ein Lebenslauf sollte Ihr individuelles Profil ebenso darstellen wie das Anschreiben.
Und nochmal, ich meine hier nicht das Design!

Der generelle und klassische Aufbau eines Lebenslaufes sieht folgendermaßen aus:

1. Persönliche Daten:
Name, Adresse, Geburtsdatum und wenn von Ihnen gewünscht, kann auch der Familienstand aufgenommen werden

2. Beruflicher Werdegang:
Diese Auflistung sollte anti-chronologisch erfolgen, also von der aktuellen Stelle rückwärts zu der Stelle, welche am längsten her ist.
Achten Sie dabei bitte darauf, jeweils das Unternehmen, die Position, welche Sie bekleidet haben, sowie Ihre Tätigkeiten, welche Sie ausgeführt oder übernommen haben, zu nennen.

Bei den Datumsangaben sollten Sie für jede Stelle Monats- und Jahresangaben anführen. Die reine Angabe von Jahreszahlen führen schnell zu Spekulationen über eventuell darin versteckte Fehlzeiten.

3. Ausbildung, Studium & Weiterbildungen
Bitte ebenfalls mit Monats- und Jahresangaben angeben. Außerdem sollten Sie hier nur relevante Weiterbildungen auflisten und im Idealfall die, welche noch aktuell also nicht so sehr lange her sind.

4. Weitere Kenntnisse
Hier sind Ihre EDV- und Sprachkenntnisse gemeint. Bitte achten Sie hierbei auch darauf, dass Sie die Kenntnisse klassifizieren und nicht nur aufführen. Es ist ein Unterschied ob Sie Briefe und Unterhaltungen in der Fremdsprache verfassen bzw. führen können oder ob Sie nur über Grundkenntnisse verfügen.

Hier ein Beispiel für einen übersichtlichen Lebenslauf:

Lebenslauf einer Bewerbung

Lebenslauf einer Bewerbung

Aktuelle vs. ältere Informationen

Wenn Sie schon seit 15 Jahren im Berufsleben stehen, in Ihrem Lebenslauf aber noch sämtliche Praktika aus Ihrer Schul- und Ausbildungszeit aufgeführt sind, macht das keinen sonderlich guten Eindruck. Ebenfalls haben Ihre Grundschule sowie ältere Weiterbildungen, wie beispielsweise eine Fortbildung aus dem Jahr 1999 zum Umgang mit Windows 98 oder ein Grundkurs Spanisch im Jahr 2000, nichts mehr in den aufgeführten Weiterbildungen zu suchen.

Der Personaler möchte schnellstmöglich erkennen können, was für eine Person Sie heute sind und was Sie heute für Kenntnisse und Fähigkeiten mitbringen. Natürlich heißt das nicht, dass Sie auf Ihre Tätigkeiten bei früheren Jobs nicht eingehen und Ihren Werdegang nicht beschreiben sollen, allerdings gilt hier die Devise: Was weiter zurückliegt wird knapper beschrieben, was aktueller ist darf und muss ausführlicher beschrieben werden.

Nehmen wir an, Sie waren 2 Jahre bei der Max & Müller GmbH als Ingenieur beschäftigt, danach 3 Jahre in der Müller, Maier, Schulz AG als Projektleiter tätig und danach haben Sie sich 1 Jahr bei einer Softwarefirma als Programmierer versucht. Nun haben Sie gemerkt, dass reine Programmierung nichts für Sie ist und Sie möchten wieder zurück auf einen Projektleiterposten im Automobilbereich.

In diesem Fall sollten Sie vor allem die beiden ersten Stellen deutlich herausarbeiten und Ihre Tätigkeiten in den jeweiligen Unternehmen so auflisten, dass Sie mit den Aufgaben und Anforderungen in der Stellenanzeige (weitgehend) übereinstimmen. Aber bitte, bleiben Sie dabei unbedingt ehrlich und authentisch!
Falls Sie in der dritten Stelle etwas gelernt oder getan haben, was Ihnen in Ihrem neuen Job von Nutzen sein kann, wie beispielweise die Programmierung von autonomen Systemen, sollten Sie das unbedingt ebenfalls einfließen lassen.

Achten Sie darauf, ein virtuelles 3D-Modell von sich zu erstellen, so dass der Personaler eine authentische Vorstellung von Ihnen bekommt, wenn er Ihren Lebenslauf liest.

 

Der Unterschied zwischen wichtigen und unwichtigen Informationen

Gerade für Berufsanfänger kann es schwierig sein zu differenzieren, was wichtige und was eher unwichtige Tätigkeiten für die angestrebte Stelle sind. Hier kann es hilfreich sein, die Stellenanzeige zuerst gründlich durchzuarbeiten, um so herauszufinden, welche Informationen für die Stelle und den Personaler wichtig sind und auf welche Qualifikationen Sie nur oberflächlich eingehen müssen.

Das Bewerbungsschreiben

Oftmals ist das Anschreiben für Bewerber der schwierigste Part einer Bewerbung.

Der Einstiegssatz, die Motivation und überhaupt, was sollte da generell alles rein? Und wie lang sollte so ein Bewerbungsschreiben denn grundsätzlich sein? Und wie sollen Sie alles was Sie können und gemacht haben auf nur eine Seite bekommen ohne dann es gequetscht wirkt?

Fangen wir erst einmal mit dem Grundaufbau eines Bewerbungsschreibens an, welcher in der Regel immer gleich ist. Natürlich gibt es auch hier einen gestalterischen Spielraum, aber erscheinen sollten folgende Punkte IMMER in einem Anschreiben:

1. Kopfzeile mit den eigenen Kontaktdaten
2. Adressblock mit der Adresse des Unternehmens und dem Ansprechpartner
3. Datum
4. Betreffzeile (Wichtig: Ohne das Wort „Betreff“)
5. Anrede
6. Hauptteil
7. Schlussformel
8. Unterschrift
9. Ggf. die Anlagen, falls diese nicht schon auf dem Deckblatt genannt wurden

Hier ein Beispiel für ein Bewerbungsschreiben:

Bewerbungsschreiben

Dabei sollten Sie unbedingt darauf achten, dass das Anschreiben nicht länger als eine Din-A4-Seite lang ist und in einer Schriftgröße erstellt ist, welche gut zu lesen ist. Sollten Sie nach der Erstellung des Anschreibens bemerken, dass das Anschreiben zu lang geworden ist, gehen Sie es nochmals sorgfältig durch und vergleichen Sie es mit der Stellenanzeige und den geforderten Qualifikationen.

Haben Sie eventuell Kenntnisse erwähnt, über Sie zwar verfügen, welche für die Stelle aber nicht so sehr relevant sind?

Super, wenn Sie über mehr Qualifikationen verfügen, als gefordert sind! Aber packen Sie diese in diesem Fall lieber in den Lebenslauf (wenn es sich um zusätzliche Tätigkeiten handelt) oder in ein Kompetenzprofil am Ende des Lebenslaufes auf die sogenannte 3. Seite, wenn es sich um Soft Skills oder sonstige Qualifikationen handelt.

Kommen wir nun zum Inhalt.

Die wichtigste Grundlage sowohl für Ihr Anschreiben als auch für Ihren Lebenslauf ist die Stellenausschreibung. Schauen Sie sich diese genau an, nehmen Sie sie auseinander und untersuchen Sie, was von dem zukünftigen Mitarbeiter erwartet wird.
Welche Aufgaben kommen auf Sie zu? Welche Voraussetzungen muss der Bewerber mitbringen und welche Erwartungen hat das Unternehmen an ihn?

Schreiben Sie sich diese Dinge heraus und verwenden Sie sie dazu, zu untermauern, warum Sie der oder die richtige Kandidat/in für die zu besetzende Stelle sind.

Bitte übernehmen Sie dabei die Sätze aus der Stellenanzeige nicht einfach in Ihr Anschreiben, sondern formulieren Sie sie selbst, in eigenen Worten und passend zu Ihren Erfahrungen und Kenntnissen.

Zum Schluss des Anschreibens geht es dann noch um Ihre Motivation.

Dazu sollten Sie sich Gedanken darüber machen, ob es etwas gibt, was Sie jetzt schon mit dem Unternehmen verbindet. Warum soll es genau diese Stelle in diesem Unternehmen sein? Informationen zu den jeweiligen Unternehmen finden Sie am leichtesten auf der jeweiligen Website unter „Über uns“, „Unser Unternehmen“ und/oder „Unsere Philosophie“. Bestimmt gibt es etwas, was Sie an dem jeweiligen Unternehmen begeistert und weshalb Sie gerne dort anfangen möchten.

Oder vielleicht ist Ihnen das Unternehmen auch nicht so wichtig, sondern die ausgeschriebene Stellenanzeige oder das zu leitende und zu betreuende Projekt begeistert Sie? Dann geben Sie das so an und betonen Sie, was genau Sie an der ausgeschriebenen Stelle oder dem Projekt genau interessiert und in wie fern diese Interessensgebiete zu Ihnen, Ihren Kenntnissen und Ihren Leidenschaften passen.

Vermeiden Sie dabei aber bitte unbedingt Allgemeinsätze wie „Die Stellenanzeige und die darin genannten Aufgaben entsprechen dabei zu 100% meinen Erfahrungen und meinen Leidenschaften.“

Das ist ein Massenanschreiben-Satz, mit welchem Ihre Unterlagen ganz sicher NICHT auf den Stapel „interessante Bewerbung“ kommen.

Fazit

Zusammenfassend sollten Sie bei der Erstellung Ihrer Bewerbung also folgende Punkte im Auge behalten:

– Erstellen Sie Ihre Bewerbung übersichtlich und mit einem roten Faden.

– Prüfen Sie Ihre Bewerbung nach der Erstellung unbedingt darauf, ob Sie als Person durch diese Bewerbung deutlich zu Tage treten und ob der Leser/ die Leserin sich ein 3D-Bild von Ihnen und Ihrer Person machen kann.

– Erstellen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen individuell für jede Stellenanzeige bzw. passen Sie das Anschreiben und ggf. den Lebenslauf unbedingt an die Anforderungen und Aufgaben der jeweiligen Stellenanzeige an.

– Differenzieren Sie für jede Stelle zwischen wichtigen und unwichtigen Informationen und lassen Sie die, die nicht relevant für die jeweilige Stelle sind im Anschreiben weg. Führen Sie sie stattdessen lieber im Lebenslauf oder in einem extra Kompetenzprofil, der sogenannten 3. Seite, auf.

– Überlegen Sie sich Ihre Motivation für das Unternehmen oder die ausgeschriebene Stelle und nehmen Sie diese unbedingt in die Bewerbung mit auf. Vor allem bei einer Initiativbewerbung erhöht dies Ihre Chancen erheblich.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit diesen Tipps und Tricks zum Thema „Professionell Bewerbung“ weiterhelfen und falls Sie Hilfe bei der Erstellung Ihrer Unterlagen benötigen, sind wir jederzeit gerne für Sie da.

Ansonsten wünschen wir Ihnen viel Erfolg bei Ihren Bewerbungen und auf Ihrem weiteren beruflichen Weg.

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