Initiativbewerbung-Bild

Initiativbewerbung – Wie Sie mit Ihrem Anschreiben Erfolg haben

Seit einigen Wochen habe ich ein neues Ritual. Jeden Morgen beim Kaffeetrinken scrolle ich mich auf dem Handy in 1-2 Minuten bei Google durch die aktuellen Stellenanzeigen in meinem 10km-Umkreis. Nicht weil ich eine neue Arbeit suche, sondern weil ich informiert sein möchte, was sich beruflich um mich herum so tut.

Vor einigen Tagen bin ich dann auf diese interessante Anzeige eines großen internationalen Unternehmens in meiner Umgebung gestoßen.

Initiativbewerbung

Vorstellung des Unternehmens XY.

Auch ohne konkrete Stellenausschreibung haben qualifizierte und engagierte Bewerberinnen und Bewerber die Möglichkeit, unser Unternehmen von ihren Fähigkeiten zu überzeugen.

Wir prüfen Initiativbewerbungen regelmäßig, gleichen sie mit unseren Stellenangeboten ab und senden Ihnen zeitnah eine Rückmeldung zu.“

Mein erster Gedanke war „Wow, das ist ja mal eine tolles Angebot!“

Vorher kannte ich die Initiativbewerbung nur von den Homepages der Unternehmen. So ganz unten unter den gelisteten Stellenausschreibungen kommt oft der fast schon versteckte Hinweis, dass sich Interessierte, wenn nichts Passendes dabei ist, auch initiativ bewerben können. Auf mich wirkt das allerdings oft eher als „Notlösung“, denn als richtiges Angebot.

Doch was genau ist nun eine Initiativbewerbung. Wie schreibe ich sie? Was ist der Unterschied zu einer „normalen“ Bewerbung? Und kann ich eine Initiativbewerbung ein Mal schreiben und an verschiedene Unternehmen verschicken?

Inhalt

  1. Was genau ist eine Initiativbewerbung?
  2. Was müssen Sie beim Verfassen einer aussagekräftigen Initiativbewerbung beachten?
  3. Achtung, Initiativbewerbung nicht gleich Massenbewerbung!
  4. Fazit

Was genau ist eine Initiativbewerbung?

Allein die Wortzusammensetzung erklärt schon die Bedeutung.

„Initiativ“: Der Bewerber ergreift die Initiative, wird aktiv und bewirbt sich.

Diese Eigeninitiative ist schonmal ein Plus für Sie, denn Sie bieten sich dem Arbeitgeber aktiv als Arbeitskraft an. Dahinter steht keine ausführliche Stellenausschreibung, wie bei der normalen Bewerbung, sondern Sie verweisen in Ihrer Bewerbung auf Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten und überlassen es dem Arbeitgeber die passende Stelle für Sie zu finden.

Die Besetzung oder die Schaffung neuer Stellen wird oft langfristig geplant, weshalb Personalverantwortliche schon oft vor Ausschreibung einer Stellenausschreibung wissen, wen Sie auf welcher Stelle ab wann benötigen.

Und Personalverantwortliche sind auch oft ganz froh, wenn sich die Personalabteilung den Ausschreibungsprozess und die damit verbundene Arbeit und die dabei anfallenden Kosten sparen kann.

Sie können mit einer gründlichen Vorbereitung und gelungenen Präsentation Ihrer Stärken und Ihrem Mehrwert für das Unternehmen unter Umständen mehr Erfolg haben, als mit einer klassischen Bewerbung auf eine Stellenanzeige.

Was müssen Sie beim Verfassen einer aussagekräftigen Initiativbewerbung beachten?

Erst einmal sollten Sie das Unternehmen und den Arbeitgeber im Internet recherchieren. Die meisten Unternehmen haben eine eigene Homepage, auf welcher Sie viele Informationen und Hinweise über das Unternehmen finden können, die Ihnen beim Verfassen helfen werden. Vielleicht fühlen Sie sich durch den Leitspruch des Unternehmens angesprochen oder Sie können sich mit der Unternehmensphilosophie identifizieren?

Ihr Interesse an genau diesem Unternehmen – und eventuell sogar an der Abteilung, für welche Sie sich bewerben – muss in einer Initiativbewerbung noch deutlicher zu Tage kommen, als in einer „normalen“ Bewerbung.

Was bewegt Sie zu Ihrer Bewerbung bei genau diesem Unternehmen? Womit können Sie das Unternehmen bereichern? Welche erfolgreichen Projekte und interessante Erfahrungen konnten Sie in Ihrer bisherigen Berufslaufbahn machen? Alles das, muss in ein Initiativanschreiben rein.

Der Personalverantwortliche, der Ihre Bewerbung liest, soll mit einer Initiativbewerbung überzeugt werden, dass Sie genau der oder die Richtige sind, der/die unbedingt ein Teil des Unternehmensteams werden sollte!

Hier ein Praxisbeispiel:

Sie bewerben sich bei einem Spielzeughersteller mit einer Initiativbewerbung und Sie haben noch tolle Erinnerungen aus Ihrer Kindheit an das Spielzeug dieses Unternehmens. Das wäre doch ein super Aufhänger für den Einleitungssatz, oder?

„Seit meiner Kindheit begleitet mich Ihr Spiel XY. Es war als Kind mein absolutes Lieblingsspiel und auch jetzt noch als Erwachsener, spiele ich die Neuauflage dieses Klassikers gerne mit meinen Kindern. Daher weiß ich, dass Ihre Spiele für Qualität, kindgerechtes Lernen und gemeinsamen Familienspaß stehen.“

Oder Sie haben die Information „Wir sind ein leistungsstarkes, zukunftsorientiertes Unternehmen mit Expansionszielen nach Südeuropa“ auf der Homepage gelesen.

Greifen Sie diese Ambition auf und verbinden Sie sie mit Ihrer Reisebereitschaft und Ihren Sprachkenntnissen in Italienisch, in denen Sie vor kurzem das Zertifikat C2 (verhandlungssichere Kenntnisse) erworben haben.

„Zusätzlich zu meinen verhandlungssicheren Italienisch-Kenntnissen bringe ich eine ausgeprägte Begeisterung für Reisen und eine große Leidenschaft für das Land Italien, seine Kultur und seine Menschen mit. Diese Leidenschaften und Fähigkeiten möchte ich gerne gewinnbringend in Ihr Unternehmen und Ihre Zukunftsprojekte in Italien einbringen.“

Der Vorteil einer Initiativbewerbung ist der, dass Sie Ihre Fähigkeiten, Kenntnisse und Interessen viel besser hervorheben können, als bei einer klassischen Bewerbung, da der Bezug zur Stellenanzeige Sie nicht zwingt, auf vorgeschriebene Eigenschaften einzugehen.

Allerdings ist es ohne diesen „Leitfaden“, an welchem Sie sich entlang hangeln können auch schwerer, gezielt auf die wichtigen Fähigkeiten und Kenntnisse einzugehen und schnell auf den Punkt zu kommen.

Wenn es Ihnen allerdings gelingt, Ihr Wissen und Ihre Fähigkeiten kurz, prägnant und sachlich darzustellen, kann der beurteilende Personaler mit dem Gesamteindruck Ihrer Kenntnisse und Erfahrungen eine passende Stelle für Sie finden. Vielleicht sind Sie ja genau der Bewerber, der hervorragend auf eine in naher Zukunft zu besetzende Stelle oder eine neu geschaffene Position passt.

Achtung, Initiativbewerbung nicht gleich Massenbewerbung!

Verwechseln Sie jedoch bitte keinesfalls eine Initiativbewerbung mit einer Massenbewerbung!

Sie sollten keine (Initiativ-) Bewerbung verfassen und diese wie eine Rundmail an alle Unternehmen in Ihrem Umkreis verschicken.

So eine Bewerbung ist nicht professionell und es fällt sofort auf, dass Sie sich nicht die Mühe gemacht haben, die Unterlagen individuell dem jeweiligen Unternehmen anzupassen.

Damit ist eine Absage vorprogrammiert, was wiederum schade für Sie ist, da Sie damit eine gute Chance vertan haben.

Dazu fällt mir ein passender Vergleich über den Sinn von Individualität ein:

Vor Weihnachten bekamen wir von unseren Geschäftspartnern viele Weihnachtskarten und -briefe per Mail und per Post. Sehr viele Weihnachtskarten erhielten einen ausgedruckten Standardtext ohne persönliche Anrede. Ab und zu noch mit einer handschriftlichen Unterschrift, das war es dann aber oft auch schon.

Nur ein Geschäftspartner hat sich die Mühe gemacht, die Weihnachtskarte handschriftlich mit persönlicher Anrede zu verfassen und sogar mit ganz speziellen, persönlichen Wünschen zu versehen, die er über uns, unsere Ziele und unsere Visionen für das neue Jahr aus den regelmäßigen Telefongesprächen erfahren hatte.

Was glauben Sie, welche Karte nun bei uns im Büro hängt? Die Karte, welche wirklich einen Bezug zu uns, unseren Zielen und Visionen hat oder eine der allgemein verfassten Karten, welche 200 andere Geschäftspartner ebenfalls bekommen haben?

Sie verstehen anhand dieses Beispiels bestimmt, was genau mit Individualität anstatt Massenbewerbung gemeint ist.

Fazit

Heutzutage werden durchschnittlich etwa 30 % der offenen Stellen über Initiativbewerbungen besetzt.

Das hat zum einen den Vorteil, dass Sie als Bewerber vielleicht der erste Bewerber sind, der auf die ausgeschriebene Stelle passt oder dass es zum anderen noch gar keine offizielle Ausschreibung der geplanten Stelle gibt und Sie somit die exklusive Aufmerksamkeit des Personalverantwortlichen genießen, welcher sich dann ausführlich mit Ihren Unterlagen und Ihren Kenntnissen beschäftigt.

Auch für Praktikanten ist es sehr erfolgsversprechend nicht zu warten, bis eine Stellenanzeige online geht, sondern selbst aktiv zu werden und sich aktiv und initiativ bei dem Unternehmen seiner Wahl zu bewerben.

Falls Sie Hilfe beim Erstellen einer Initiativbewerbung benötigen – wir helfen gerne weiter!

Vorheriger Beitrag
Lücken im Lebenslauf füllen – Zehn erfolgreiche Tipps aus der Praxis

Ähnliche Beiträge

Menü