Blogbeitrag Aufbau Bewerbungsschreiben

Bewerbungstipps #7: Das Bewerbungsschreiben, Der richtige Aufbau Teil 1 – Die äußere Form

Wo kommt die Adresse des Unternehmens nochmal hin? Wo ist der geeignete Platz für meine Adresse? Schreibt man heutzutage noch einen Betreff ins Anschreiben? Und muss wirklich eine (digitale) Unterschrift unter ein Anschreiben?

Das sind Fragen, mit denen sich sowohl Frischlinge als auch Arbeitnehmer, die sich länger nicht mehr mit dem Thema „Bewerbungen“ beschäftigt haben, herumschlagen.

Die Form einer Bewerbung und vor allem des Anschreibens sollte klar erkennen lassen, dass der Absender strukturiert und sorgfältig arbeitet. Die größten Fauxpas sind deshalb Flüchtigkeits- und Formatfehler, welche – mit ein bisschen Recherche – einfach umgangen werden können.

 

Das Grundformat / der Aufbau eines Anschreibens

Der Aufbau des Anschreibens ist in der Regel immer gleich. Natürlich gibt es auch hier einen gestalterischen Spielraum, aber erscheinen sollten folgende Punkte IMMER in einem Anschreiben:

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  1. Name des Ansprechpartners und Adresse des Unternehmens

Diese Informationen lassen sich sehr gut in einer Kopfzeile unterbringen. So erscheinen die Daten auf jeder Seite der Bewerbung und können vom Personalverantwortlich schnell gefunden werden. Das ist vor allem bei gleichbleibendem Design im Lebenslauf von Vorteil.

Enthalten muss die Kopfzeile deinen Namen, deine vollständige Adresse, deine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer. Meistens wird hier die Handynummer genommen.

 

  1. Name des Ansprechpartners und Adresse des Unternehmens

Der Adressat sollte ebenfalls mit vollständiger Postanschrift, Name des Unternehmens und Name des Ansprechpartners angegeben werden. Ganz wichtig ist hier der Name des Ansprechpartners. Ist in der Stellenanzeige ein Ansprechpartner genannt und du adressierst die Bewerbung nur an die Personalabteilung, ist das ein grober Schnitzer.

Ist in der Stellenanzeige kein Ansprechpartner genannt und du fragst in der Personalabteilung nach dem Verantwortlichen und nennst ihn im Anschreiben, zeigt das schonmal, das du für die Bewerbung Einsatz gezeigt hast.

 

  1. Datum

Das Datum steht immer rechtsbündig eine Zeile über dem Betreff. Wie du das Datum formatierst – also ob 10. Oktober 2017, 10.10.17 oder beispielsweise 10.10.2017 – bleibt dabei ganz dir überlassen.

 

  1. Betreffzeile

In die Betreffzeile kommt auf keinen Fall das Wort „Betreff“!

Nenne in dieser Zeile stattdessen die ausgeschriebene Position auf die du dich bewirbst und – falls vorhanden – die in der Stellenanzeige genannte Kennziffer.

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  1. Anrede

„Sehr geehrte Damen und Herren“…

Diese Anrede scheint universell einsetzbar. Leider ist sie eher, wie in Punkt 2 schon erklärt, eher ein unglücklicher Einstieg in ein Bewerbungsschreiben. Der Ansprechpartner, der innerhalb der Personalabteilung für deine Bewerbung zuständig ist, sollte auch hier direkt angesprochen werden. Also „Sehr geehrter Herr Schulz“.

Achtet bitte auf jeden Fall auch auf etwaige Titel. Die Anrede („Herr“ oder „Frau“) und der Titel werden folgendermaßen sortiert: Herr Dr. Schulz oder Frau Prof. Schulz.

Bei einem Herr Prof. Dr. Schulz, wird immer nur die höchste Anrede benutzt. Die Reihenfolge und Benutzung von Titeln könnt ihr allerdings auch auf dieser knigge-Seite nachlesen.

Nach der Anrede in einem Brief, wird in der deutschen Grammatik ein Komma gesetzt. Der nachfolgende Satz beginnt dann klein.

 

  1. Gehaltswunsch und Eintrittstermin

Diese Angaben sollten nur dann in deinem Anschreiben auftauchen, wenn es in der Stellenanzeige explizit gefordert wird mit Aussagen wie: „Schicken Sie uns Ihre Bewerbung mit Ihren Gehaltsvorstellungen und dem frühestmöglichen Eintrittstermin.“

Dann kannst du beispielsweise einen Satz wie diesen formulieren:

„Der mir frühestmögliche Eintrittstermin ist der 1. Februar 2018 und meine Gehaltsvorstellungen liegen bei etwa 38.000 € brutto pro Jahr.“

„Meine Gehaltsvorstellungen belaufen sich aktuell auf 38.000 Euro brutto im Jahr. Bei Wahrung einer dreimonatigen Kündigungsfrist stehe ich Ihnen ab dem 1. März 2018 gerne zur Verfügung.“

 

  1. Schlussformel

Früher wurden Schlussformeln wie die folgenden in Anschreiben empfohlen:

„Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.“

„Gerne würde ich Ihnen meine Motivation ausführlich im Vorstellungsgespräch erläutern.“

„Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich zum Bewerbungsgespräch einladen würden.“

 

Diese Sätze klingen durch den Konjunktiv zwar höflich und nett, aber eben auch ziemlich unterwürfig und kein bisschen selbstbewusst. Dabei hast du doch gerade im Anschreiben (erfolgreich) ausgeführt, warum du die richtige Besetzung für den Job bist. Willst du diesen Eindruck nun mit einem unsicheren Schlusssatz ins Wanken bringen?

Mit einer selbstbewussten Bewerbung und einem dazu passenden Schlusssatz wirst du nicht als Bittsteller, sondern als ein ernstzunehmender Kandidat für diesen Job wahrgenommen. Schließlich bietest du dem Unternehmen deine Expertise, deine Zeit und deinen Einsatz an.

 

Besser sind also Formulierungen wie:

„Ich freue mich darauf von Ihnen zu hören.“

„Ich freue mich darauf, Sie in einem persönlichen Vorstellungsgespräch persönlich zu überzeugen.“

„Gerne erläutere ich Ihnen meine Motivation in einem persönlichen Vorstellungsgespräch.“

 

  1. Mit freundlichen Grüßen

Bitte setzt nach dieser Grußformel KEIN Komma. Ich weiß, diese Diskussion wird in unzähligen Foren seit Jahren immer und immer wieder durchgekaut. Der Grund für die neue Art der Kommasetzung nach einer Grußformel ist die Angleichung an die englische Grammatik. Hier wird ein Brief mit einem „Best regards, Nick“ geschlossen.

Im Deutschen und auch gemäß dem deutschen Duden, wird in unserer Grammatik jedoch kein Komma in der Grußformel am Ende des Briefes gesetzt. Nachlesen könnt ihr das hier.

 

9.Unterschrift

Über die Frage ob eine Unterschrift unter dem Anschreiben und unter den Lebenslauf gehört, sind sich viele Personaler nicht einig. Einige gaben in unseren Gesprächen an, dass sie Bewerbungen ohne Unterschrift von vorneherein aussortieren, andere wiederum waren der Meinung, dass eine Unterschrift kein Muss ist.

Ich empfehle den Leuten, die mich fragen, immer eine Unterschrift unter das Anschreiben und den Lebenslauf zu setzen. Wenn ein Personalverantwortlicher keinen Wert darauf legt ist eine Bewerbung mit Unterschrift kein Ausschlusskriterium – andersherum aber leider schon.

Schreibt unter eure Unterschrift unbedingt noch euren Namen. Viele Unterschriften sind nicht unbedingt gut zu entziffern und der Name unter der Unterschrift sorgt nochmal dafür, dass sich der Personaler euren Namen besser einprägt, als wenn er nur oben in der Kopfzeile zu finden ist.

 

  1. Anlagen

Unter euren Namen (oder ggf. auch auf das Deckblatt) gehört noch eine Zeile mit „Anlagen“.

Dort könnt ihr aufführen, was Ihr an das Anschreiben noch angehängt habt. Listet hier nicht jedes Zeugnis und jede Weiterbildung extra auf. In der Regel genügt es, wenn du in dieser Zeile folgende Dinge aufführst.

Anlagen: Lebenslauf, Zeugnisse, (ggf. Motivationsschreiben und/oder Arbeitsproben)

 

Soweit zum formalen Aufbau eures Bewerbungsschreibens was die äußere Form betrifft.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen Bewerbungen!

 

Falls du Hilfe mit deiner Bewerbung benötigst, helfen wir dir natürlich gerne weiter!

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