Qualifiziertes Arbeitszeugnis

Qualifiziertes Arbeitszeugnis – Durchschauen Sie Ihre Arbeitszeugnisse?

Aussagekräftige und qualifizierte Arbeitszeugnisse sind eine ganz spezielle Art von Text. Oftmals haben die Dinge, welche zwischen den Zeilen stehen und die, die weggelassen werden, mehr Gewicht, als die Dinge, welche offensichtlich aufgeführt sind.

Doch wie erkennt ein Laie nun, ob er ein gutes oder ein weniger gutes Arbeitszeugnis erhalten hat?

Hier können Ihnen oftmals nur Experten helfen, den Durchblick zu bekommen.

Inhalt

  1. Die Bedeutung von Arbeitszeugnissen im Arbeitsleben
  2. Zwischen den Zeilen lesen
  3. Fazit

Die Bedeutung von Arbeitszeugnissen im Arbeitsleben

Die Bedeutung von Arbeitszeugnissen gewinnt im Arbeitsleben immer mehr an Bedeutung. Vor allem im Bewerbungsprozess reicht es schon lange nicht mehr aus, nur eine professionelle und moderne Bewerbung vorweisen zu können. Ein gutes bis sehr gutes Arbeitszeugnis trägt deutlich zu den Chancen jedes Bewerbers bei.

Das hat mehrere Gründe.

Täglich müssen Personaler entscheiden, welchen Kandidaten sie ins Vorstellungsgespräch einladen und wem sie eine Absage erteilen. Wenn die Bewerbungsmappe mehrerer Bewerber ähnlich gut ist, wird eher derjenige eingeladen, welcher die aussagekräftigeren, besseren und zu der Stelle passenderen Arbeitszeugnisse vorweisen kann. Ein professionelles Zeugnis ist daher unverzichtbar.

Hinzu kommt außerdem, dass die Zeugnissprache und vor allem die einzelnen Formulierungen innerhalb der Arbeitszeugnisse inzwischen so komplex und etabliert ist, dass Experten zwischen den Zeilen wesentlich mehr lesen können als der Arbeitnehmer, welcher das Arbeitszeugnis ausgestellt bekommt. Deshalb sollten Sie Ihre vorhandenen Arbeitszeugnisse prüfen oder prüfen lassen und neue Arbeitszeugnisse kritisch unter die Lupe nehmen, bevor Sie sie akzeptieren.

In der Regel verläuft die berufliche Entwicklung über Jahrzehnte. Wie erfolgreich jeder Einzelne dabei ist, hängt nicht zuletzt von den Arbeitszeugnissen und Beurteilen innerhalb dieser Zeugnisse ab. Je besser ein Bewerber mit seinem Zeugnis darlegen kann, welche beruflichen Erfahrungen er in seiner bisherigen Laufbahn gesammelt hat und wie erfolgreich er in seiner jeweiligen Position war, desto interessanter wird er für einen neuen, potenziellen Arbeitgeber. Aus diesem Grund sollten Sie darauf achten, dass Ihr individuelles berufliches Profil nicht nur Ihre Berufserfahrung und Ihre beruflichen Fähigkeiten widerspiegelt, sondern auch Soft Skills wie Teamfähigkeit, Belastbarkeit, strukturiertes Arbeiten und so weiter.

Arbeitszeugnisse stellen also eine Art Nachweis, über die bisher geleistete Arbeit sowie über Ihre Hard und Soft Skills dar.

Gemäß eines Urteils des BGH, VI ZR 221/62 aus dem Jahre 1963 muss ein Arbeitszeugnis „wohlwollend formuliert sein und darf dem Arbeitnehmer auf seinem weiteren beruflichen Weg keine Steine in den Weg legen“ Das heißt, dass die beinhalteten Aussagen der Wahrheit entsprechen und das weitere Vorankommen des Arbeitnehmers nicht unnötig erschweren dürfen. Das Arbeitszeugnis hat somit auch eine gewisse Schutzfunktion gegenüber dem Arbeitnehmer. Aus diesem Urteil heraus, hat sich die Zeugnissprache dahingehen entwickelt, dass es eine Art „Geheimcode“ gibt, welcher den Arbeitgebern erlaubt eine negative Aussage in einem scheinbar positiven Satz zu verstecken. Ein scheinbar positiver Satz kann daher dann auch die Bedeutung der Note 3 oder 4 bedeuten.

Doch wie bekommen Sie ein solches Zeugnis? Beziehungsweise wie können Sie prüfen, welche Note Ihr Arbeitszeugnis wiedergibt?

Diese und andere Fragen rund um das Thema Arbeitszeugnisse beantworten wir Ihnen in unseren umfangreichen Blogbeiträgen auf unserer Website.

Zwischen den Zeilen lesen

Wenn es darum geht ein Arbeitszeugnis richtig zu verstehen und zu deuten, sind die Arbeitnehmer, im Gegensatz zu Personalprofis, zumeist klar im Nachteil. Denn da sie die speziellen Formulierungen nicht erkennen, können sie nicht mit Sicherheit beurteilen, ob es sich bei ihrem Zeugnis um ein „sehr gutes“, ein „gutes“ oder doch nur ein „befriedigendes“ Arbeitszeugnis handelt.

„Frau Maier hat Ihre Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit erfüllt.“
Ist das nun eine zwei? Oder doch eine drei?

Und ist der Satz „Frau Maier hat Ihre Aufgaben stets zu unserer Zufriedenheit erfüllt.“ besser?
Was sagen Sie, wenn ich Ihnen verrate, dass diese Satz genau das Selbe ausdrückt? Beide Male handelt es sich um ein „befriedigendes Arbeitszeugnis“ und damit um die Note 3.

Was aber können Sie tun, wenn Sie nun Ihre Arbeitszeugnisse prüfen lassen und feststellen, dass einige davon eher schlechteren Noten wie einer 3 oder 4 entsprechen?

Wenn es ein aktuelles Zeugnis ist, bleibt Ihnen oftmals nur der Gang zum Anwalt und der ist erstens teuer und bei bereits älteren Zeugnissen auch nicht von Erfolg gekrönt.

Deshalb sollten Sie bereits im Vorfeld, sobald Sie ein Zeugnis oder den Zeugnisentwurf von der Personalabteilung erhalten, prüfen lassen, um was für eine Note es sich bei den einzelnen Sätzen handelt.
Oftmals gibt der Chef dem Mitarbeiter die Möglichkeit sein Zeugnis selbst zu verfassen, um sich selbst so Zeit und Ärger bei Änderungswünschen zu ersparen. Das hat für Sie den Vorteil, dass Sie Ihrem Chef genau das Zeugnis vorlegen können, welches Sie auf Ihrer Karriereleiter weiter nach oben und nicht nach unten befördern wird. Aus unserer Erfahrung, ist das die beste Art ein Arbeitszeugnis zu erhalten.

Innerhalb unseres Bewerbungsservices prüfen und erstellen wir täglich Arbeitszeugnisse für unsere Kunden. Wir finden in vielen Arbeitszeugnissen Mehrdeutigkeiten, Abwertungen oder Fehler, welche sich durch Rücksprache und Verhandlungsgeschick oftmals schnell beseitigen lassen.

In der Regel untersuchen wir Arbeitszeugnisse auf folgende Merkmale:

  • Missverständliche oder versteckte negative Bewertungen sowie versteckte Kritik
  • Die Benotung einzelner Formulierungen, welche aus dem Rahmen fallen
  • Eine aussagekräftige Aufgabenbeschreibung
  • Elemente, welche ein qualifiziertes Arbeitszeugnis enthalten muss
  • Besonderheiten, bei beispielsweise Zwischenzeugnissen

Fazit

Sollten Sie also durch einen Vorgesetztenwechsel, durch die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses oder durch andere Gründe ein qualifiziertes Arbeitszeugnis von Ihrem Arbeitgeber erhalten, lassen Sie dieses zeitnah und sorgfältig prüfen, um dann angemessen auf Unklarheiten, Fehler oder negative Inhalte reagieren zu können.

Dadurch haben Sie deutlich mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt und bei der nächsten Bewerbung für Ihren Traumjob.

Gerne helfen wir Ihnen dabei weiter.

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