Blogbeitrag Vorstellungsgespräch

Bewerbungstipps #16: Punkten im Vorstellungsgespräch! – Wie du einen professionellen Eindruck vermittelst und danach genau den Job hast, den du auch willst, Teil 2

So, nun hier der zweite Teil des Artikels über Erfolg im Vorstellungsgespräch. Los geht’s!

 

  1. Du solltest dich auf keinen Fall verstellen

Wer sich verstellt bekommt zwar einen Job – aber nicht unbedingt der Job, der ihm gefällt.

Außerdem: wenn du im Vorstellungsgespräch angibst, dass du gerne Überstunden machst, da du sehr zielstrebig ist und gerne powerst, du aber gerne um Punkt 17:00 Uhr den Stift fallen lässt, wird das spätestens in der Probezeit problematisch werden.

Entweder bist du dann gezwungen mehr und länger zu arbeiten, als du eigentlich möchtest und bist unglücklich in deinem neuen Job oder du arbeitest nur bis Punkt 17:00 Uhr, womit dein Chef allerdings bestimmt nicht zufrieden sein wird und du überlebst die Probezeit nicht.

So oder so ist das nicht der Weg, wie ein Bewerbungsgespräch und dann eine Anstellung laufen sollte.

Deshalb: Sei ehrlich und authentisch und vor allem – sei du selbst!

Authentizität ist das wahre Charisma einer Person!

 

Genauso wie du wissen möchtest, ob der Job und das Unternehmen zu dir passen, genauso möchte auch der Personaler wissen ob du in diese Firma, in das Team und auf diesen Posten passt.

Mit Authentizität auf beiden Seiten gewinnen auch beide Seiten!

 

  1. Mach dem Arbeitgeber klar, was DEINE Vorstellungen und Anforderungen an das Unternehmen sind

„Was soll ich?“ wirst du dir jetzt denken „Aber ich möchte doch diesen Job, also muss ich dem Arbeitgeber doch zusagen.“

Ja, musst du. Und nein, nicht nur. Auch der Arbeitgeber muss DIR zusagen. Schließlich gibst du dem Arbeitgeber deine wertvolle Lebenszeit, die du auch mit anderen Dingen und bei anderen Unternehmen einbringen könntest.! DU gibst ihm dein Wissen, deine Arbeitskraft und deine Zeit und das solltest du nicht abwerten.

 

Eigentlich kannst du ein Arbeitsverhältnis wie ein Geschäft auf Augenhöhe betrachten. DU gibst ihm dein Know-How, deine Arbeitskraft und deine Zeit und der Arbeitgeber bezahlt sich dafür.

(Ich rede hier allerdings natürlich nicht von den Arbeitnehmern, die meinen es wäre ihr gutes Recht bezahlt zu werden, nur weil sie jeden Morgen bei der Arbeit erscheinen und 8 Stunden an ihrem Schreibtisch sitzen ohne viel zu leisten. Ich rede von engagierten Arbeitnehmern, die sich in der Firma einbringen und gewissenhaft ihre Arbeit erledigen!)

 

Wie allerdings kannst du dem Arbeitgeber kommunizieren, was deine Vorstellungen und Anforderungen sind?

Oft stellt der Personaler diese Frage im Vorstellungsgespräch schon von sich aus. Nun ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Eine gute Antwort habe ich in einem Vortrag von dem weiblichen Bewerbungscoach Valentina Levant gehört. Sie leitet diese heikle Phase des Bewerbungsgesprächs mit folgendem Satz ein:

„Aus meiner Sicht ist es für beide Seiten von höchstem Interesse zu erfahren, was der jeweils andere erwartet – und wo vielleicht auch Grenzen sind“.

Damit machst du klar, dass du Grenzen hast und dass du aber auch die Grenzen deines Gegenübers respektierst. Damit hebst du das Gespräch zwischen dir und dem Arbeitgeber auf Augenhöhe, da du ihm ganz sachlich und professionell klarmachst, dass du dich nicht in die Rolle des Bittstellers begibst, sondern eine gleichgestellte Kooperation und Partnerschaft beider Seiten anstrebst.

 

Wenn der Personaler nachfragt wo deine Grenzen sind, kannst du beispielweise zum Thema Reisebereitschaft folgendermaßen antworten:

„Ich bin gerne bereit zu reisen, aber da mir die Wochenenden mit meiner Familie sehr wichtig sind, liegt die Grenze meiner Reisebereitschaft bei 40% im Ausland und auch nicht mehr als 4 Wochen am Stück.

(Natürlich solltest du dich dann nicht auf einen Job beworben haben, für welchen schon in der Stellenanzeige „Sehr ausgeprägte Reisebereitschaft“ stand.)

 

Mit dieser Aussage hast du sehr klar gezeigt, dass du weißt was du willst und es auch klar formulieren kannst. Solche klaren Ansagen schätzen Arbeitnehmer sehr, da sie sich so eine ganz genaue Vorstellung des Menschen vor sich machen können und wissen woran sie sind.

Wie weißt du jetzt aber, ob der Arbeitgeber zu dir passt? Dazu kommen wir jetzt.

 

  1. Stelle ebenfalls Fragen und achte auf eine Gesprächszeit von 50/50

Du solltest im Vorstellungsgespräch ebenfalls Fragen stellen und auf eine ausgeglichene Gesprächszeit achten.

Oft wirst du am Ende des Gesprächs gefragt, ob du noch Fragen hast. Hier ist eine gute Zeit, um Fragen zu stellen. Am besten ist es jedoch, wenn sich schon während des Gesprächs ein Dialog ergibt, in welchem beide Seiten Fragen stellen und beantworten können.

Das erfordert ein wenig Übung, ist aber gar nicht so schwer.

 

Aber welche Fragen sind nun angebracht/ zielführend in einem Bewerbungsgespräch?

Vergiss bitte sofort alle Fragen über Urlaub, freie Tage, Gehalt, Beförderungen oder ob du morgens früher anfangen und dafür abends früher gehen darfst.

Stelle Fragen, mit denen du herausfinden kannst, ob das Unternehmen zu dir passt. Verwandele also deine Anforderungen, Wünsche, Ziele und Vorstellungen in wirkungsvolle Fragen.

Frage den Chef beispielsweise, welche Erwartungen er an dich hat. Was soll sich in den ersten sechs Monate nach deiner Einstellung in der Abteilung idealerweise verändern? Und was erwartet dein Arbeitgeber an Veränderungen nach einem Jahr?

Kann der Personaler oder der Vorgesetzte Ihnen einen Grund nennen, warum er bei diesem Unternehmen arbeitet? Und was motiviert ihn jeden Tag dazu aufzustehen und zur Arbeit zu gehen? Was genau ist in der Stellenanzeige mit „Leistungs-„ oder mit „Reisebereitschaft“ gemeint? Wie viel Prozent Reisetätigkeit sieht die Stelle denn vor?

 

Sei dir aber bitte von vorneherein darüber im Klaren, dass es manche Vorgesetzte und Personaler geben wird, denen diese Fragen ordentlich gegen den Strich gehen werden. Warum? Weil du ihnen nicht mehr das Gefühl von Überlegenheit vermittelst und weil du dich mit ihnen auf eine Stufe stellst.

Aber ganz ehrlich: Wenn du so einen Vorgesetzten erwischst – möchtest du das nicht wissen, bevor du einen Job bekommst indem du den ganzen Tag vor deinem Chef katzbuckeln und kuschen musst, da sein Ego permanent gestreichelt werden will?

Also ich schon!

 

  1. Mach dir klar: Ich bin gut und ich schaffe das!

Was auch immer du von diesen Tipps mitnimmst oder was du für dich verwirfst, mach dir bitte eines klar:

Du bist ein toller Mensch, der jede Menge Stärken und Wissen zu bieten hat und der es nicht nötig hat sich von einem Personaler oder potenziellen Vorgesetzten herumschubsen zu lassen! Egal wie sehr du einen Job willst, egal wie hoch diese Person in der Hierarchie über dir steht, DU BIST AUCH WER!

 

Ein sehr kluger Mensch (mein Vater) hat mir einmal gesagt:

„Egal was du in deinem Leben erreicht hast und egal auf welcher Position du auch stehst, nichts gibt dir das Recht auf andere Menschen hinab zu sehen!“

 

Und genau DAS habe ich mir meinen diversen Vorstellungsgesprächen immer wieder gedacht. Wenn ich Personalern begegnet bin, die mit sogenannten „Stressfragen“ wissen wollten ob ich stressresistent bin – welche in meinen Augen allerdings einfach nur unverschämt waren. Oder Geschäftsführer, Abteilungsleiter und Personaler, denen man angemerkt hat, dass für sie dieses Gespräch nur eine der lästigen Pflichten ist, die ihr Job so mit sich bringt.

Oder diejenigen, denen man bei jedem Satz angemerkt hat, dass ich es gefälligst als Privileg betrachten soll mit ihnen ein Vorstellungsgespräch führen zu dürfen….

In diesen Fällen habe ich das Vorstellungsgespräch ruhig und professionell zu Ende geführt, für mich aber sofort beschlossen, dass ich in dieser jeweiligen Firma nicht einmal dann arbeiten würde, wenn es das einzige Angebot wäre, welches ich bekommen würde!

Und wenn du jetzt denkst: „Toll, dass du dir das leisten kannst – ich habe drei Kinder zu Hause, die versorgt werden müssen und einen Kredit, den ich abbezahlen muss! Ich kann es mir nicht leisten wählerisch zu sein.“

Lass mich dir dazu folgendes sagen: Egal welchen Job du hast und egal welche „Stufe in der Unternehmenshierarchie“ du hast oder anstrebst – lass nicht zu, dass dich Personen von oben herab behandeln! Mach dir deinen Wert bewusst und geh mit dem Gefühl in dieses Gespräch „ICH BIN AUCH WER!“.

 

Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen Bewerbungsgesprächen und verliere bitte nicht die Geduld, wenn es etwas länger dauert bis zu deinem nächsten Job – der richtige Job ist es wert, dass man danach sucht!

 

Falls du Hilfe bei deinen Bewerbungsunterlagen benötigst, schau dich doch hier mal um – hier gibt es Antworten zu vielen Fragen, die sich jeder Bewerber schon einmal gestellt hat.

Und falls du professionelle Hilfe benötigst, helfen wir dir natürlich gerne weiter!

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