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Bewerbungstipps #15: Punkten im Vorstellungsgespräch! – Wie du einen professionellen Eindruck vermittelst und danach genau den Job hast, den du auch willst, Teil 1

„Hoffentlich stellen sie mich ein! Hoffentlich kann ich sie überzeugen, dass ich geeignet bin für den Job! Hoffentlich sind die Fragen nicht zu schwer!“

Wer kennt solche Gedanken vor dem Vorstellungsgespräch nicht.

Von einer Firma eingestellt zu werden ist doch das Ziel! Irgendwie aus der Arbeitslosigkeit rauszukommen oder gar nicht erst hinein zu geraten. Irgendeinen anderen Job zu haben, wenn einem der jetzige Job auf die Nerven geht! DAS ist es doch, worauf es ankommt! … Oder etwa nicht?

 

Was denkst du jetzt, wenn ich dir sage, dass es nicht das Ziel eines Vorstellungsgesprächs ist eine Jobzusage zu haben?

„Waaaas?“ wirst du jetzt bestimmt denken „aber dafür mache ich den ganzen Bewerbungszirkus doch!“

Naja, stimmt – zum Teil.

 

In diesem Artikel geht es darum, wie Ihr im Vorstellungsgespräch einen professionellen Eindruck vermittelt und dabei Spaß habt.

Da der Artikel sehr lang geworden ist, habe ich ihn in zwei Artikel und folgendermaßen aufgeteilt:

Teil 1:

  1. Werde dir bewusst wer du bist und was du kannst
  2. Versetze dich in den Arbeitgeber hinein
  3. Werde dir bewusst, welche Wünsche, Ziele und Werte du hast!

Teil 2:

  1. Du solltest dich auf keinen Fall verstellen
  2. Mach dem Arbeitgeber klar, was DEINE Vorstellungen und Anforderungen an das Unternehmen sind
  3. Mach dir klar: Ich bin gut und ich schaffe das!

 

Aber jetzt genug Einleitung, hier geht’s los:

 

  1. Werde dir bewusst wer du bist und was du kannst

Ja ich weiß, das klingt jetzt erst mal sehr spirituell und New-Age-angehaucht, aber so ist es überhaupt nicht gemeint.

Was ich meine ist:

Werde dir bewusst welche Stärken du hast. Was ist es, was du dem Arbeitgeber bieten kannst?

Und falls du jetzt in den Modus „Hmm, ich kann eigentlich gar nichts außergewöhnlich gut.“ verfällst, dann muss ich dir leider sagen: Hör bitte auf mit dem Quatsch!

Ich weiß, dass es heutzutage in unsere Gesellschaft (und vor allem bei Frauen) oft heißt „Gott, wie arrogant“, wenn eine Frau offen und ehrlich von sich sagt, dass sie sich hübsch findet oder der Meinung ist, sie kann Dinge gut oder sogar besser als andere. Das ist meiner Meinung nach der größte Mist, den es gibt!

Um erfolgreich zu sein, musst du dir deiner Stärken und Schwächen bewusst sein!

Also nimm dir ein Blatt Papier und beantworte dir selbst folgende Fragen:

  • Welche Aufgaben übernimmst du in deinem Unternehmen gerne?
  • Was fällt dir leicht?
  • Was schätzen deine Kollegen/ Freunde/ Vorgesetzten an dir?
  • Wofür wirst du im beruflichen und privaten Umfeld öfter gelobt?
  • Nach welchen Arbeiten bist du sehr zufrieden mit deinem Tag?
  • Bei welchen Themen suchen Freunde/ Kollegen deinen Rat?
  • Welche Aufgaben in welchen Themenbereichen machen dir Spaß?

 

  1. Versetze dich in den Arbeitgeber hinein

Ich weiß, das ist nicht ganz einfach, vor allem wenn du noch keine leitende Tätigkeit hattest, aber versuche dich in deinen Arbeitgeber hinein zu versetzen.

Wenn du den Job bekommst, welche Vorteile hat der Arbeitgeber durch deine Kenntnisse und durch dein Wissen?

Arbeitgeber denken in Zahlen und Fakten. Arbeitgeber müssen kalkulieren, was ein Mitarbeiter an Umsatz generiert – wenn auch nur indirekt. Denn der Umsatz führt zum Gewinn und der Gewinn sorgt dafür, dass er dich und die anderen Mitarbeiter weiter beschäftigen sowie Investitionen für die Zukunft tätigen kann.

Also versuche das Bewerbungsgespräch und die Besetzung der Stelle mit den Augen des Personalers oder des Arbeitgebers zu sehen:

Wie generierst du für den Arbeitgeber Umsatz?

Arbeitest du sehr effizient und strukturiert und schaffst es deshalb mehr abzuarbeiten als andere Mitarbeiter in der selben Zeit? Oder bist du sehr gut im Umgang mit Kunden und hast es deshalb in deinem früheren/bisherigen Job geschafft die Anzahl der Neu- und Stammkunden zu erhöhen? Oder denkst du unternehmensorientiert und hast es deshalb schon bei mehreren Projekten geschafft Geld oder Zeit (und damit indirekt Geld) einzusparen?

Falls dir dazu wirklich gar nichts nichts einfällt, dann suche dir in deinem Freundeskreis jemanden der Führungserfahrung hat oder der vielleicht sogar ein eigenes Unternehmen leitet.

 

  1. Werde dir bewusst, welche Wünsche, Ziele und Werte du hast!

Auch das ist nicht spirituell gemeint, sondern auf deinen Traumjob fokussiert

Werde dir bewusst, welche Wünsche, Ziele und Werte du hast! Werde dir bewusst, welche (realistischen) Vorstellungen du von deinem Traumjob hast! Und werde dir unbedingt bewusst, welche Anforderungen du an deinen zukünftigen Arbeitgeber hast!

Nur wenn du weißt, welche Wünsche und Anforderungen du an deine zukünftige Stelle hast, wirst du sie auch erkennen.

 

Lass mich dir das anhand eines Beispiels verdeutlichen, das jeder nachvollziehen kann: aus dem Bereich der Partnerwahl.

Du suchst einen neuen Partner/ eine neue Partnerin.

 

Wenn du jetzt aber keine Ahnung hast, wie er oder sie aussehen und vom Charakter her sein soll, stolperst du immer wieder in eine Beziehung mit der falschen Person. Und das macht dich auf Dauer unglücklich und sorgt für ein schrumpfendes Ego.

Mit jeder Wunscheigenschaft, die du identifizierst, wird es einerseits einfacher zu erkennen, was für einen Menschen du an deiner Seite haben möchtest, aber natürlich wird es dadurch auch schwieriger den Menschen zu finden, der alle (oder einen Großteil) dieser Eigenschaften erfüllt. Aber wenn du ihn oder sie dann gefunden hast, dann hast du auch einen Menschen gefunden, mit dem du sehr lange zusammen sein oder sogar alt werden kannst.

Und genau so sollte deine Jobsuche vonstatten gehen. Überlege dir genau, wie dein zukünftiger Job aussehen sollte.

  • Wie viele Stunden in der Woche möchtest du (realistisch gesehen) arbeiten? Sind Überstunden für dich akzeptabel? Wenn ja, wie viele?
  • Möchtest du Reisetätigkeiten haben? Wenn ja, wie viel Prozent deiner Gesamtarbeitszeit?
  • Wie sollte die Stimmung im Unternehmen sein? Möchtest du nach Feierabend mit der Truppe noch was trinken gehen und auch privat mit ihnen zu tun haben oder ist dir das nicht so wichtig?
  • Welche Aufgaben möchtest du gerne haben? Wie viel Eigenverantwortung und Eigeninitiative möchtest du in den Job einbringen?

 

Solche und weitere Fragen solltest du für dich selbst beantworten können, bevor du in ein Bewerbungsgespräch reingehst.

 

Und das war schon der erste Teil des Artikels. Viel Spaß beim zweiten Teil!

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