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Bewerbungstipps #14: Absagen über Absagen? Woran es liegt und was du dagegen tun kannst – Teil 2

Im letzten Teil dieser Serie ging es um die ersten fünf Gründe, wieso du wahrscheinlich eine Absage erhalten hast.

Nun möchte ich dir fünf weitere Gründe zeigen, weshalb du eventuell keine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch bekommst.

 

  1. Schlechtes/ nicht schmeichelhaftes/ schon älteres Bewerbungsbild

Bewerbungsbilder liefern den ersten Eindruck eines Bewerbers.

Wenn du mit deinem Foto schon auf den ersten Blick Sympathie ausstrahlst, kannst du deine Chancen signifikant verbessern!

Was solltest du dabei beachten?

 

  1. a) Achte auf die Aktualität deines Bildes!

Das Bild sollte auf keinen Fall vom letzten Bewerbungsversuch von vor 3 oder 5 Jahren stammen. Aber auch ein Bild vom letzten Jahr kann veraltet sein, wenn du dich in diesem Jahr stark verändert hast.

Außerdem ändern sich Bilder und auch Bildeinstellungen über die Jahre, so dass der Personaler im schlechtesten Fall sofort erkennen wird, dass das Bild schon 10 Jahre alt ist.

Und falls du trotz 10 Jahre altem Bild eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch bekommst, wird der Personaler sich spätestens beim persönlichen kennenlernen ziemlich veräppelt vorkommen, wenn du in der Realität 10 Jahre älter aussiehst, als auf dem Foto.

 

  1. b) Achte auf angemessene Kleidung

Die Kleidung sagt sehr viel über einen Menschen aus.

Trägst du auf dem Bild einen 20 Jahre alten Tweed-Blazer? Oder eventuell ein Hawaii-Hemd? Bist du mit einer wild gemusterten Krawatte abgelichtet oder eventuell mit einem sehr tiefen Ausschnitt?

Alle diese Einzelheiten verraten dem Personaler Dinge über dich und deinen Charakter, die für eine Einstellung hinderlich sein können.

Bist du beispielsweise über 50, möchtest dem Personaler aber zeigen, dass du noch sehr fit bist und keineswegs zum alten Eisen gehörst, solltest du dich auch nicht so kleiden. Falls du nicht weißt, wie deine Kleidung wirkt, kannst du auch einen jüngeren Verwandten oder Freund fragen – oder dich sogar in einem Modegeschäft beraten lassen.

 

  1. c) Achte auf dein Lächeln

Versuche einen Fotografen zu finden, der sich die Zeit nimmt dich „aufzuwärmen“ oder eventuell den einen oder anderen Scherz mit dir macht, so dass du entspannt und sympathisch lächeln kannst.

Falls du dich selbst mit breitem Lächeln nicht magst, kannst du das Lächeln auch nur andeuten und versuchen mit den Augen zu lächeln. Das erfordert zwar etwas Übung, funktioniert dann aber oft sehr gut!

 

  1. d) Achte unbedingt auf das Format

Ein kleines, gedrücktes Foto im Passbildformat legt oft die Deutung nahe, dass du nicht modern, nicht am Puls der Zeit bist.

Viele und vor allem junge Bewerber punkten heutzutage durch ein Bild im Querformat auf welchem sie bis zum Bauch bzw. bis zu denEllenbogen abgebildet sind.

Dieses Format bietet die Möglichkeit das Bild mit wenig Aufwand in das Hoch- oder Querformat zuschneiden zu können, welches für eine bestimmte Stelle oder ein bestimmtes Design passend ist.

Deshalb sollte das Bild auch keinesfalls am Kopf angeschnitten sein. Denn oft sieht ein angeschnittenes Bild sehr gut aus – auf einer Bewerbung mit einem freien Deckblatt sieht ein angeschnittener Kopf jedoch recht merkwürdig aus!

 

  1. Zu wenig Belege für deine Qualifikationen

Wie in einigen Artikeln schon erwähnt, sollten deine Qualifikationen, welche du im Anschreiben benennst, auch belegt werden. Wenn der Personaler schon während deinem Anschreiben das Gefühl hat, dass das was er da gerade liest nur heiße Luft ist, wird er sich kaum noch eingehender mit deinen Zeugnissen oder deinem Lebenslauf beschäftigen.

Deshalb rate ich dir, dich nochmals eingehend mit dem Thema „Muss“- und „Kann“-Qualifikationen und den Belegen zu beschäftigen.

 

  1. Zu hohe Gehaltsforderungen

Ein immer häufigeres Thema sind die Gehaltforderungen.

Dabei muss gleich vorausgesetzt werden, dass Frauen oft den entgegengesetzten Fehler machen und zu niedrige Gehaltsforderungen benennen.

Generell gilt sowieso: Wenn der Gehaltswunsch nicht explizit gefordert wird, dann solltest du ihn im Bewerbungsanschreiben auch nicht benennen.

Falls er im Gegenteil allerdings ausdrücklich gefordert wird, solltest du dir gut überlegen, was du verlangst.

Das bisherige Gehalt kann ein Anhaltspunkt sein, muss es aber nicht. Wenn du die Branche oder die Unternehmensgröße wechselst, können auf einmal ganz andere Gehälter die Norm sein. Falls du auf deinem Gebiet oder in deiner Branche bleibst ist ein Gehaltsanstieg von 5 – 10% durchaus berechtigt.

Ist die Stelle deutlich höher datiert, sollte auf die Frage nach dem derzeitigen Gehalt nur verhalten geantwortet werden. (Dazu wird es aber bald einen neuen Artikel geben.)

Generell gilt hier: Du solltest dich sorgfältig informieren (beispielweise bei Berufs- und Interessenverbänden, in Wirtschaftszeitungen und -zeitschriften sowie bei Gewerkschaften oder auch im Internet) welche Gehaltsforderungen realistisch sind und welchen Gehaltsspielraum du angeben kannst.

Dabei ist ein Gehaltsspielraum von bspw. 40.000 – 45.000 € p.a (per anno = pro Jahr) durchaus üblich. Allerdings solltest du beachten, dass bei den Gehaltsverhandlungen immer noch versucht werden wird dich „zu drücken“, also dein Gehalt runterzuhandeln. Deshalb ist eine Zahl mit dem Zusatz „Meine Gehaltsvorstellungen bewegen sich bei etwa 45.500€ p.a.“ manchmal sinnvoller als eine Gehaltsspanne anzugeben.

Hier solltest du dich allerdings wirklich sehr gut informieren, denn ein zu hohes oder zu niedriges Gehalt sind schnell Gründe für eine Absage. Ein zu hohes Gehalt aus verständlichen Gründen, allerdings auch ein zu geringes Gehalt, da es schnell den Eindruck erwecken kann, dass der Bewerber keine ausreichenden Qualifikationen und kein Selbstbewusstsein hat, sich also unter Wert verkauft, weil er die Leistung gar nicht wirklich erbringen kann.

 

  1. Bereits zu viele Bewerber

Natürlich kann es – vor allem bei Stellenanzeigen älteren Datums – auch vorkommen, dass das Bewerbungsverfahren schon sehr weit fortgeschritten ist und keine neuen Bewerber mehr in Betracht gezogen werden, da schon zu viele qualifizierte Bewerbungen vorliegen.

Diesem Problem kannst du entgehen, wenn du jeden oder jeden zweiten Tag einmal die Stellenportale deiner Wahl oder ähnliches überprüfst, um dich zu informieren ob es neue Ausschreibungen gibt.

Dann bist du nämlich unter den ersten Bewerbungen und ganz vorne mit dabei, wenn es um die Auswahl geeigneter Kandidaten geht.

Allerdings kann es auch bei einer Anzeige welche erste ein oder zwei Tage online ist vorkommen, dass es schon zu viele Bewerber gibt. Das ist gerade bei großen Firmen und Konzernen der Fall, die – wie beispielweise BMW – 20.000 Bewerbungen pro Monat bekommen. Und davon teilweise 1500 Bewerbung alleine auf eine Stelle.

 

  1. Subjektive Bewertung des Personalers

Und natürlich dürfen wir auch die Subjektivität nicht aus den Augen lassen.

Personaler und andere Entscheidungsträger sind auch nur Menschen und manchmal kommt es vor, dass einem Personaler eventuell dein Schreibst nicht gefällt oder dein Bild ihn oder sie an einen unangenehmen Zeitgenossen erinnert.

Das passiert oftmals unterbewusst, so dass der Personaler selbst nicht ganz rational beurteilen kann, weshalb er einen von zwei gleichwertigen Kandidaten als kompetenter einstuft.

Ja ich weiß, einige Personaler werden mir nun entschieden widersprechen, aber es ist doch vergleichbar mit einem Aufsatz: Wenn ich einen Aufsatz fünf verschiedenen Deutschlehrern zeige, bekomme ich fünf verschiedene Noten und Beurteilungen über die Qualität des Textes, die Länge der Sätze und die zu hohe oder zu geringe Anzahl von Fremdwörtern in diesem Text.

 

Deshalb mein Rat:

Nimm dir Zeit einen guten Text zu verfassen und lasse ihn ruhig von ein paar Personen in deinem Verwandten- oder Bekanntenkreis Korrektur lesen.

Wenn du eher ein lockerer Typ bist, der überaus charmant sein kann, dann kann es manchmal nicht schaden etwas davon in deinem Anschreiben zu zeigen.

Oder bist du eher ein Mensch der kurz und knapp auf den Punkt kommt? Super, dann schreibe deinen Text auch so!

Von den Personalern, die gerne seitenlange Prosa lesen, wirst du zwar Absagen bekommen, aber die Personaler, die kurze und knackige Texte lieben, werde dich dafür umso eher zu einem Vorstellungsgespräch einladen!

 

Du siehst also, es gibt einige Gründe für Absagen.

 

Wenn du nun also eine Absage nach der anderen bekommst und auch auf Jobs, deren Anforderungsprofil du voll und ganz erfüllst, dann könnte es eventuell an einem der oben genannten Gründe liegen.

 

Wenn du keinen der Gründe als den Übeltäter ausmachen kannst, stehen wir dir gerne beratend zur Seite und optimieren deine Bewerbung gerne mit dir zusammen!

Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen Bewerbungen!

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